der kater nach dem rausch
19. März 2008 von christof
downgrading ist für viele inzwischen angesagt. wurde in höchsten dimensionen das neue medienzeitalter begrüsst, jegliche form des schreibens und der kommunikation erprobt, kehren sie sich wieder ab vom chatten, bloggen, newsrooming und surfen. ähnliches ist in bezug auf handys zu erleben. mensch möchte nicht mehr den binären verheissungen erliegen.
schön auf den punkt gebracht hat es die süddeutsche zeitung in ihrer wochenkolumne “die frage” am 8./9. märz 2008 mit der frage: “hat uns die cebit etwas gebracht?”. die antwort fiel eindeutig aus, die sz betrachtete alte formen der kommunikation, darunter “das gute gespräch”. dabei wurde das hohe lied auf die gesicht-zu-gesicht-kommunikation gesungen. denn laut sz ist die “digitale kommunikation … häppchenkommunikation, kauderwelsch, infantile kürzelwut”. da mag etwas dran sein. und doch ist sie weltumspannende kommunikation, die in ihrer geschwindigkeit die welt eine ganze ecke kleiner macht, gleichzeitig aber auch das leben beschleunigt.
wem dies alles zu schnell geht oder wer so schnell wurde, dass er aus der kurve flog, dem sei ein literarisches produkt anempfohlen, das das slowdown oder downgraden auf den punkt bringt: “anleitung zum müßiggang” von tom hodgkinson bei rogner & bernhard bei zweitausendeins. der autor betreibt übrigens auch eine homepage unter http://idler.co.uk/ .