für bücher, aber auch für die struktur von biografien werden gerne mindmap-programme verwendet, die eine visualisierung der struktur ermöglichen. die zeitschrift “nature” veröffentlichte in ihrer april-ausgabe eine untersuchung von neurobiologen, dass das mindmapping die gehirnregionen des strukturellen denkens lahmlegt und bei häufiger anwendung zu einem rückgang der assoziativen fähigkeiten im gehirn führt. sie empfehlen nur noch stichworte zu notieren, aber von der visualisierung der eigenen gedanken abzusehen. man könne ja bilder mit assoziativem charakter zu den stichworten malen. doch die lineare verbindung der gedanken suggeriere dem gehirn, dass es einfache verknüpfungen gebe, und somit werden weitere denkanstrengungen nicht mehr unternommen. der vollständige artikel ist hier zu finden.
ist mindmapping gefährlich? – APRIL, APRIL !!!
1. April 2008 von christof
Veröffentlicht in kommunikation, lernen, positionen, schreiben | Verschlagwortet mit assoziationen, humor, mindmap | 7 Kommentare
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Danke!
You made my day
Ja, mindmapping ist gefährlich! Oder besser: der falsche Umgang mit mindmapping ist gefährlich.
Grade zu meiner Prüfungszeit hatte ich massig mindmapping Blätter in meinen Lernordnern. Es waren allerdings mindmaps von Mitstudenten. Ich habe kein einziges mindmap erstellt, weil die mindmaps der anderen schon sowas von komplett und ausgefeilt waren, dass ich sie gar nicht mehr toppen konnte.
Im mindmap kann man ja massiv Infos verankern bzw. verästeln – und das alles auf einem DIN A 4 Blatt! Die Stapel von Blättern, die ich durch ein (!) mindmap auslassen konnte, waren schon erleichternd. Ich dachte tatsächlich, dass ich nun weniger zu pauken habe. Irgendwie war das auch so. Zwischen den “Ästen” (Zeilen) war nichts mehr zu lesen. Ich habe nur das aufgenommen, was da verästelt zusammengetragen wurde. Das war irgendwie locker aber mir ist schon aufgefallen, was Du weiter oben auch in Deinem Artikel erwähnt hast: dass weitere Denkanstrengungen nicht mehr unternommen werden. Dazu lädt ein perfektes mindmap allerdings ein.
Wenn ich jedoch ein eigenes mindmap erstelle und dieses ja erst komplett ist, nachdem ich mehrere Versuche von mindmaps unternommen habe (vgl. Otto Kruse “Keine Angst vor dem leeren Blatt” S. 97), dann stecken in diesem mindmap ja schon massig Denkanstrengungen drin. Von daher fände ich es nicht gefährlich.
Wie gesagt, der falsche Umgang ist gefährlich und dazu zählt natürlich auch, so ein Quatsch, wie ich ihn während meiner Prüfungszeit durchgezogen habe.
Vielleicht sollte man sich beim mindmap dazu hinreißen lassen, grundsätzlich einen Ast “Eigene Überlegungen” zu nennen und diesen offen stehen lassen, damit man immer neu dazu denken kann…
liebe bianca,
den wievielten haben wir heute ????
))))
Na super, voll reingefallen
Ehrlich gesagt, wußte ich bis eben nicht, der wievielte heute ist.
Also erweitere ich meinen Kommentar:
Man sollte das mindmap um einen weiteren Zweig erweitern und diesen stets dazu schreiben: “locker bleiben” oder “die Dinge nicht so ernst nehmen!”
Ganz ehrlich, die mindmap Sache hat mich schon vor dem 01.April beschäftigt und mein mikrophysikalisches Denken und mein ständiges Vermuten, von sämtlichen Machtfallen, macht mich manchmal ganz kirre.
Zu viel Science-Fiktion in meiner Jugend konsumiert!
das “april, april !!!” habe ich jetzt nachträglich eingeführt, um alle missverständnisse aus dem weg zu räumen, der link zu “nature” ist auch verschwunden. hat aber schön funktioniert
.
wer den schaden hat, braucht für den spott nicht zu sorgen. sorry
Also, das ist ja auch eine interessante visuelle Erfahrung.
Ich bin von meinem Kommentar überzeugt. Wie in “wie man “am Narrenseil führen” im web überlebt” erklärt, ist mir das ständige mindmapping als Schreiberaterin zu Kopfe gestiegen – obwohl ich von der Technik wirklich überzeugt bin. Im Studium fällt auf, dass Studenten mit ihrem Laptop die gesamte Vorlesung und Ergebnisse der Seminars direkt in das mindmap-Schema eingeben. Das finde ich dann etwas fernab von dem mindmap als Schreibtechnik Hemmungen oder Blockaden aufzulösen.
Ich halte ja immer so gerne am Ursprung fest und bin überzeugte Schreibberaterin, weißte.
Von daher finde ich Dein Aprilscherz-Thema echt interessant. Es ist Satire im web aber dabei muss man sich fragen, wie Satire im web gut umzusetzen bzw. einzuführen ist. Vielleicht würde es ein Erweiterungsthema auf dieser webside ergeben mit entsprechender Überschrift.
Wie Du an meinem ernsthaften oberen Kommentar liest, erweckt diese ulkige Thematik bei mir allerhand Denkausbrüche und das finde ich eigentlich ganz erfrischend
der raum für einen ausführlichen text zum thema mindmapping sei dir gegeben.
ich finde es eher eine positive entwicklung dass auch in die wissenschaften vermehrt assoziatives und intuitives denken einfließt, im gegensatz zu den sehr logischen und strukturierten jahrzehnten vorher, die ausschließlich von “einem” naturwissenschaftlichen konzept beherrscht wurden. obwohl die krasse gegenbewegung, nur noch zu assoziieren und zu fließen mich auch zu sehr anstrengt.
der vorteil von mindmaps ist meiner ansicht nach, dass sie nicht nur strukturieren.