web 2.0 und bewusstes

sich bewusst im internet bewegen bedeutet sehr aufmerksam zu surfen. es bedeutet, stetes misstrauen zu haben, wenn daten abgefragt werden und sich dadurch doch nicht vom surfen abhalten zu lassen. das scheint eine quadratur des kreises zu sein. man kommt nicht drumherum, daten zur verfügung zu stellen, wenn man angebote nutzen will. allein die vollständige installation von software und der download von updates bedeutet, daten zur verfügung zu stellen.

ja, das netz kann bedrohlich wirken und werden. aber es kann eben auch eine fantastische form der kommunikation sein. das problem liegt meist darin, dass das kleingedruckte nicht gelesen wird. die grenzen zwischen arbeiten am computer und sich im netz bewegen verschwimmen, werden teilweise gar nicht mehr wahrgenommen. es sollte einem bewusst sein, dass die zur verfügungstellung von kapazitäten nie ohne irgendeinen grund stattfindet. das web 2.0 ist keine welt außerhalb der üblichen welt, in der es dinge für lau gibt und keine gegenleistung erwartet wird.

die erste gegenleistung ist allein der besuch einer seite. die zweite gegenleistung ist oft der datenaustausch im hintergrund beim besuch einer seite. dann kommen manchmal gegenleistungen die direkt erwartet werden: zum beispiel ist die vollständige freischaltung einer programmversion gekoppelt an die vorherige überweisung von geld. oder es muss die bereitschaft da sein, werbung zu akzeptieren, die man nicht beeinflussen kann. alles andere wäre ein antikapitalistisches wunder, mit dem niemand rechnen kann.

darum gehört es zum bewussten surfen, sich diese prozesse ständig zu vergegenwärtigen. manch einer mag meinen, dies sei eine spassbremse. aber man kann dagegen halten, dass es sich viel entspannter surfen lässt, wenn mir bewusst ist, was geschieht. ich kann also immer wieder die entscheidung treffen, was ich für den digitalen austausch in kauf nehme. schwierig und teilweise sehr problematisch wird es, wenn ich noch so bewusst handeln kann, aber ohne mein wissen, daten verbreitet werden.

klassisches beispiel heute: auf einer party macht jemand fotos und stellt sie anschließend ins netz. viele menschen gehen davon aus, dass sie andere nicht fragen müssen, wenn sie deren bild veröffentlichen. es wird kein einverständnis eingeholt. oft wird von den anderen auch nicht bemerkt, dass sie überhaupt veröffentlicht werden. ebenso kann es in kommentaren vorkommen, dass persönliche anmerkungen verbreitet werden.

zum bewussten surfen gehört also auch, selbst wenn dies bei uns oft verschämt gemacht wird: sich selber in den suchmaschinen suchen. denn dies kann hinweise darauf geben, dass jemand über einen etwas verbreitet, das man nicht möchte. betreibt man selbst eine seite, gehört ebenso dazu, dass man kommentare nicht automatisch zulässt, sondern sie moderiert. die so genannte freiheit des netzes ist nicht vollständig existent, wenn es um selbstschutz und den schutz anderer geht. zum sich bewusst sein, gehört auch das bewusste grenzen ziehe, auch auf die gefahr hin, dass manche dies als kleingeistig bezeichnen.

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