Monatsarchiv: März 2008

medienphilosophie satt

wie schon in den ganzen blogeinträgen und kommentaren hier zu sehen ist, reizen die neuen „neuen medien“, web 2.0, und die alten „neuen medien“, internet, zu diskussionen und überlegungen. da ist es kaum verwunderlich, dass sich auch die philosophie, im speziellen die medienphilosophie, damit beschäftigt. einer ihrer vertreter in deutschland ist mike sandbothe, der eine eigene homepage betreut. Sie ist hier zu finden: http://www.sandbothe.net/home.html . besonders interessant erscheinen mir zum einen, die zur verfügung gestellten texte, aber auch die sortierten links auf der linkseite. leider funktionieren die links in meinem browser nicht so richtig, doch wenn man sie sich rauskopiert und im browser einsetzt, kommt man auf sehr interessante seiten.und philosophiert wird auf eine recht pragmatische art und weise, was den umgang mit den neuen medien angeht, und wie sich dadurch gesellschaft verändert. also auch eine neue philosophie geschrieben zu den neuen „neuen medien“ 🙂 

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„extrem laut und unglaublich nah“ – ein buchtipp

manchmal begegnen einem bücher, die die gratwanderung zwischen extrem lustig und extrem traurig schaffen. das buch „extrem laut und unglaublich nah“ von jonathan safran foer gehört für mich dazu. neben dieser eigenschaft zeigt das buch aber auch noch andere stärken. es gibt den anschein, dass es sich um eine reale biografie handle, oder besser geschrieben, um drei reale biografien, von großvater, vater und sohn, die eng miteinander verwoben sind. die form der verschränkung der geschichten gibt dem buch seine spannung, die bis zum schluss aufrecht erhalten wird.ein blick in das buch lohnt also auch auf dem weg zur eigenen biografie. obwohl es schwer werden wird an den wortwitz von jonathan safran foer heranzureichen. allein der abschnitt, in dem der kleine junge erzählt, wie er den besuch beim psychotherapeuten erlebt hat, ist grandios. das buch  ist 2007 im fischer taschenbuch verlag in frankfurt am main erschienen. ISBN 978-3-596-16922-1

was kann schreibpädagogik nicht?

ich habe vor ein paar tagen aufgezählt, was meiner ansicht nach schreibpädagogik kann. und habe dort schon versprochen, noch einmal zu überlegen, was schreibpädagogik nicht kann. denn ich glaube, die erwartungen an die schreibpädagogik sind teilweise sehr hoch. aber es stellt sich die frage, ab welchem moment eine überforderung an das fach, die profession besteht.schreibpädagogik kann nicht:

  •  aus teilnehmerInnen an schreibgruppen erfolgreiche schriftstellerInnen machen
  • psychische probleme lösen, die zu schreibblockaden führen
  • wissen, warum jemand etwas schreibt, oder, warum jemand überhaupt schreibt
  • die persönlichen umstände des schreibens verändern
  • eine garantie übernehmen, dass für einen selber gute texte entstehen
  • ein angemessenes feedback garantieren
  • das funktionieren der gruppe garantieren
  • dynamiken in schreibgruppen vorhersehen
  • die richtigen schreibtechniken für teilnehmerInnen benennen

aber eines kann schreibgruppenpädagogik, oder natürlich viel besser geschrieben, können schreibpädagogInnen, nachfragen, wenn unklarheiten entstehen. und das ist wahrscheinlich schon die halbe miete. vieles muss weiterhin ausprobiert werden, aber das ist bei einem kreativen prozess normal. und den prozess begleiten erscheint mir schon mal als die halbe miete.

schnickschnack (3)

das wird kein kleiner schnickschnack, das wird großer schnickschnack, eigentlich „riesiger“. es gibt seit ein paar jahren einen blog, der die welt, den alltag und vor allen dingen berlin durchkämmt, um alle möglichen absurditäten aufzugreifen oder zu erschaffen. „die riesenmaschine“.nach grimme-preis und verschiedenen öffentlichen auftritten folgen inzwischen bücher, aber auch „die lesemaschine“, der blog zum betreuten lesen. hier verbinden sich, was auch im web 2.0 viel zu selten geschieht, schreiben und lesen mit viel humor. zu finden unter http://riesenmaschine.de und http://lesemaschine.de . und übrigens, powerpoint-karaoke kann der brecher an ihrem nächsten spieleabend werden.

schreibidee (4)

zwei schreibideen pro woche sollten schon drin sein 🙂 . bei der recherche zu den biografien im netz, als ich die seite biographie.net gefunden hatte, kam mir die idee, diese seite für ein schreibspiel zu nutzen. wie bei „stadt, land, fluss“ geht ein teilnehmer für sich das alphabet leise durch, bis ein anderer teilnehmer „stopp“ ruft. der alphabetisierer sagt den buchstaben, bei dem er gestoppt wurde. dies kann zum beispiel das „M“ sein, diese seite wird bei biographie.net aufgerufen. der gruppenleiter, die gruppenleiterin scrollen auf der seite langsam runter und alle teilnehmerInnen müssen der reihe nach stopp sagen. die leiterInnen stoppen an dieser stelle und rufen das biographische material der ausgewählten berühmten person auf. entweder senden sie es weiter, drucken es aus oder stellen es per beamer dar. und die teilnehmerInnen verfassen zu ihrer gewählten person, zu details aus dem leben dieser person oder anderen gefundenen informationen eine geschichte. dies kann eine fantasie-biografie sein, eine geschichte an nebenschauplätzen der lebensgeschichte der bekannten person, ein kleines drama oder dergleichen. warum nicht den pool an informationen als anregung nutzen? wichtig hierbei ist natürlich, dass die entsprechende technik vorhanden ist. natürlich lässt sich das auch mit einem gedruckten lexikon machen, doch hier sind oft die informationen über die personen nicht so ausführlich.

aktuelles zur lyrik

bloggen und im internet etwas veröffentlichen ist arbeit. manche verdienen geld damit, andere bieten ehrenamtlich eine menge informationen an. die menge kann so groß sein, dass regelrecht virtuelle archive entstehen, die jedem zur nutzung frei stehen. das bekannteste ist wikipedia, teilweise umstritten, auf der anderen seite erstaunlich vielfältiges „volkswissen“. zur weiterführenden recherche allemal hilfreich.

aber es gibt auch nachrichten aus der welt der lyrik, die es lohnt zu bündeln, und die sich nicht in wikipedia wiederfinden. und es gibt michael gratz in greifswald. er gibt im netz seit jahren die lyrikzeitung heraus. wer möglichst viel rund um die lyrik erfahren möchte, mache sich mit der etwas komplizierten archivstruktur vertraut und wühle sich durch einen berg von interessanten informationen. zu finden ist die seite hier: http://www.pom-lit.de/lyrikzeitung/index.html

erinnerung an die schreibaufgabe (1)

wer interesse hat an der ersten schreibaufgabe dieses blogs teilzunehmen, hat noch bis nächsten sonntag, 06. april zeit mir seinen text zu kommen zu lassen. die aufgabe findet man hier. und der ablauf, wie es hier zu einer virtuellen schreibgruppe kommen kann, findet sich ganz oben auf der seite unter „schreibaufgaben“. für die, die meine mailadresse nicht gefunden haben, ist sie hier noch einmal. ansonsten nur mut, dies ist kein schreibwettbewerb.

schreiblesezentrum in freiburg

gerd bräuer wird manchen schreibpädagogen ein begriff sein. er ist mit der schreibpädagogischen szene freiburgs eng verbunden. und er bietet in zusammenarbeit mit anderen stellen die ausbildung zu schreibberaterInnen an. mehr informationen zu seinen tätigkeiten, kooperationspartnern und links zu vielen verschiedenen projekten kann man hier finden: http://www.schreiblesezentrum.de/ 

internet, zugang und möglichkeiten

es wird gerne von der zukunft des internet geschwärmt, von den vielen möglichkeiten, die man dadurch hat und von den vernetzungen die das „netz“ bietet. dabei wird gern übersehen, dass ein teil der bevölkerung überhaupt keinen zugang zum internet hat und auch nicht haben wird oder will.

einen überblick über die nutzerzahlen gibt der (n)onliner-atlas 2007, veröffentlicht von infratest und der initiative d 21. zu finden unter http://www.initiatived21.de/N-ONLINER-Atlas.309.0.html . so waren laut befragung 2007 ungefähr 60 prozent der bevölkerung ab 14 jahren online, aber auch 34 prozent offline. und wie nicht anders zu erwarten, unterscheidet sich die internetnutzung ja nach altersgruppe enorm. ab dem alter von 40 jahren nimmt die zahl der offliner rapide zu. das bedeutet aber für die älteren der gesellschaft, dass sie von teilen des informationsflusses abgekoppelt sind. es bedeutet aber auch, dass von den jugendlichen (14- bis 19-jährige) ungefähr 89 prozent onliner sind. oft können ihre eltern mit den technischen kenntnissen nicht mithalten.

für die schreibpädagogik könnte dies aber abseits der erwachsenenbildung bedeuten, gar nicht mehr um die nutzung des internets drumherum zu kommen. wer jugendliche und junge erwachsene mit der schreibpädagogik erreichen möchte, der muss sich dem internet zuwenden. und er muss sich gedanken machen, wie er dies bewerkstelligen möchte.

„verteidigung des privaten“ – ein buchtipp

vielleicht ist die situation bekannt? man sitzt in öffentlichen verkehrsmitteln, hält ein buch in händen und versucht dies zu lesen. an der nächsten haltestelle setzt sich ein mensch neben einen, das handy am ohr und brüllt: „nein glaub ich nicht!! krebs hat sie? was denn für einen krebs?…“. ab diesem moment kann man das buch weglegen, da einen interessiert, was es denn nun wirklich für eine krebssorte ist und um wen es geht. doch man wird es nie erfahren. gleichzeitig drang aber der mensch in die eigene privatsphäre ein. würde man ihn darauf ansprechen, würde er diesen vorgang von sich weisen und zu verstehen geben, dass man ja nicht zuhören müsse.der autor wolfgang sofsky, soziologe, zeigt in seinem buch „verteidigung des privaten – eine streitschrift“ die vielen aspekte unseres alltags auf, in denen die privatheit immer stärker zurückgedrängt wird. und er unternimmt, mal erfolgreich, mal etwas weniger erfolgreich, den versuch die gründe für diese entwicklung aufzuschlüsseln. interessant erscheint mir das buch, da es die vielen verschiedenen aspekte miteinander verknüpft zu einer großen frage, warum lassen wir uns das eigentlich gefallen? wenn man das buch ausgelesen hat, möchte man gerne seine privatheit sofort mehr schützen. Erschienen beim Verlag C.H. Beck, München, 2007, ISBN 978-3-406-56298-3. 

was ist noch privat?

so ein blog ist ja eine gratwanderung. es wird kaum einen blog geben, bei dem die leserInnen nicht mitgedacht werden. aber es gibt auch kaum einen blog, bei dem nicht eine menge persönliches mit einfließt. damit wird aber manches private öffentlich. am anfang der blogosphäre gingen viele davon aus, es gibt ja eine netikette und wenn sich alle daran halten, dann kann man auch eine ganze menge von sich preis geben. die konsequenz waren viele verletzte blogger und bloggerinnen, die irgendwann ihren blog auflösten, da sie angenervt waren von den kommentaren anderer. ich lese gerade, den zwar schon etwas älteren, aber weiterhin interessanten artikel „diaristen im internet. vom schriftlichen umgang mit teilöffentlichkeiten.“ von anneke wolf, erschienen in kommunikation@gesellschaft, Jg.3, 2002, beitrag 6. darin wird die schwierigkeit geschildert für den eigenen blog öffentlichkeit zu schaffen, also dafür zu sorgen, dass der blog wahrgenommen wird, auf der anderen seite damit aber auch dem druck der netzöffentlichkeit ausgesetzt zu sein, die nicht eben zimperlich ist. so wird hinter dem privaten im blog, bei jemandem, der sich selbst schützt, immer noch ein weiteres privates sein, das er nicht preisgibt. denn ein online-tagebuch wird auch von den schreibenden sehr schnell nicht mehr gleichgesetzt mit dem handschriftlichen tagebuch.

generell ist aber festzustellen, habe mich in letzter zeit einmal in der blogosphäre umgeschaut, dass die bereitschaft sein leben vor anderen auszubreiten weiter wächst. das betrifft nicht nur die blogs, sondern auch dating-chats, fernsehsendungen, öffentliches telefonieren mit dem handy oder auch internet-communities (studivz oder xing). interessant erscheint mir, dass die kritik daran meist auf die einzelnen personen heruntergebrochen wird. ihnen wird exhibitionismus vorgeworfen, einsamkeit unterstellt, sie werden problematisiert. im gegenzug werden von den web 2.0-usern die  problematisiert, die nicht bereit sind, privates preiszugeben, als jemand, der etwas zu verstecken habe. Weiterlesen

schnickschnack (2)

kreativität ist immer auch ein ausdruck von interdisziplinarität. der stoff aus dem geschichten sind ist das leben, und das ist meist vielfältig, vernetzt und bedingt sich gegenseitig. ist in deutschland oft der ein-fach-wissenschaftler gefragt, der in seiner materie experte ist, aber schwer mit anderen richtungen in kontakt tritt, sieht das in den usa oft ein wenig anders aus. es gibt meiner ansicht nach eine grandiose seite im netz, die versucht hohe wissenschaft auf ein verständliches, ja fast amüsantes maß runter zu brechen, und vor allen dingen, die verschiedensten wissenschaften in kontakt miteinander zu bringen. einmal im jahr findet ein austausch unter ausgewählten denkern statt. und all die beiträge kann man sich im netz anschauen, natürlich auf englisch unter http://www.ted.com . ein schöner mix aus teilhabe an interessanten ideen, kritischen diskussionen, kultur, design und weiter interdisziplinarität.

schreibidee (3)

geschlechterrollen bieten, wie der kleine diskurs mit evelyn zeigt, eine unerschöpfliche quelle für schreibanregungen. so lässt sich in geschichten die rolle des anderen geschlechts einnehmen. basis könnte zum beispiel die anregung sein, eine kurze geschichte über einen selbst erlebten oder bei anderen erlebten beziehungskonflikt aus dem blickwinkel des eigenen geschlechts zu schreiben. und dann die perspektive zu wechseln. aus dem blickwinkel des anderen geschlechts. eine weitere möglichkeit bietet der anfangssatz „wenn ich ein junge (mann) wär´, wenn ich ein mädchen (frau) wär´.“. diese aufgabe kommt den möglichkeiten von „second life“, der virtuellen welt nahe, nämlich einen „avatar“ des anderen geschlechts zu schaffen und in eine andere rolle zu schlüpfen. diese aufgabe bietet sich auch für schreibgruppen mit jugendlichen an, ist hier aber mit vorsicht zu genießen, solange sie im schulkontext stattfindet. hier sollten jugendliche nicht aufgefordert werden sich vor anderen über ihre geschlechterrolle zu veröffentlichen, da sie sich nicht freiwillig in ihrem klassenverband befinden. bei freiwilligen schreibgruppen kann die möglichkeit des vorstellens der texte gegeben werden. dieses in die rolle einer / eines anderen zu schlüpfen, kann auch am beispiel des schreibens durchgespielt werden. aufgabe: schreibt aus der sicht des anderen geschlechts eine reflexion darüber, weshalb er / sie schreibt. eine anschließende diskussion über geschlechterrollen ist garantiert 😉

biografie im internet (2)

es seien noch ein paar anmerkungen zu den biografien im netz gemacht. tagebücher als blogs bergen meiner ansicht nach zwei gefahren in sich, die nicht unterschätzt werden sollten. die eine besteht darin, dass die binäre abfassung von tagebüchern nur so lang existent ist, so lang sie nicht gelöscht wird. also sollte sie parallel ausgedruckt werden, was die wenigsten blogger machen, wenn man später einmal rückschau halten möchte. hier verpufft viel gesellschaftliches wissen. und gleichzeitig häuft sich enorm viel gesellschaftliches wissen an, das zu lebzeiten der bloggerInnen eigentlich privates sein sollte.  Weiterlesen

biografie im internet (1)

biografisches schreiben ist auch ein aspekt der schreibpädagogik neben dem kreativen schreiben. kommt doch in den letzten jahren der sinn der biografiearbeit immer öfter ins gespräch. das hat sicherlich damit zu tun, dass menschen im höheren alter sich die berechtigte frage stellen: „was habe ich eigentlich die ganze zeit gemacht?“

nun, man kann erst einmal einen blick auf biographie.net werfen, was bekannte persönlichkeiten so die ganze zeit gemacht haben. dies aber nur in stichworten, extrahiert aus anderen seiten. doch der überblick kann eine anregung sein.

oder aber sich informieren, was biografiearbeit, erinnerungsarbeit überhaupt ist, hier bietet die uni köln eine interessante zusammenfassung, die auch als pdf-datei heruntergeladen werden kann: http://methodenpool.uni-koeln.de/biografiearbeit/frameset_biografie.html . hierbei handelt es sich aber nicht um eine auseinandersetzung mit dem biografischen schreiben.

biografiearbeit wird auch in mehreren zusammenhängen in einem blog über erwachsenenbildung und e-learning thematisiert. hier findet man alle bisherigen posts des blogs zum thema: http://www.strukturnetz.de/blog/category/biographische-arbeit/ .

ansonsten finden sich reichlich unterstützungen, kostenpflichtig, beim schreiben der eigenen biografie. sicherlich eine gute möglichkeit, die geschichte des eigenen lebens, anderen zu hinterlassen. es entstehen auch immer mehr erzählcafes oder andere gruppen, die sich mit den lebensgeschichten der teilnehmerInnen auseinandersetzen. es wird dadurch der wert lebenslanger erfahrungen zumindest gewürdigt, wenn nicht sogar als lernhilfe oder therapie verstanden. meist zeigt sich dabei, wie viel ein einzelnes leben erlebte. daneben existieren noch die an anderer stelle schon erwähnten blogs als tagebücher, die nichts anderes als aktuell notierte biografien sind.

biografisches schreiben – ein beispiel

letztes jahr ergab sich aus dem studium die frage, wie ein praktikum aussehen könne. ich entschied mich für eine biografische schreibgruppe mit schwulen männern ab 50. also das verfassen von lebensgeschichten bei 10 treffen zu erlernen oder zumindest anregungen dafür zu erhalten. wie diese gruppe aufgebaut war, kann auf einer homepage angesehen werden. sie ist zu finden unter http://biografie.mann-o-meter.de  momentan arbeitet die gruppe daran ein kleines heft mit eigenen texten zu erstellen.ist das thema schwuler und lesbischer biografien doch immer noch sehr unterbelichtet. aber es gibt in berlin ein museum, das aus der ansonsten herrschenden wüste herausragt, das Schwule Museum:  http://www.schwulesmuseum.de/ . Dort ist sehr vieles ehrenamtlich organisiert, aber es macht inzwischen einen professionellen eindruck und das archiv ist einmalig. ein besuch lohnt sich jederzeit. zumindest die ausstellungen dort leisten biografiearbeit und können anregungen für biografisches schreiben bieten.

schreibpädagogik und interaktivität

eine auszeichnung des internets, oder besser geschrieben, des web 2.0, ist die interaktivität. das bedeutet, zwei oder mehr personen können zu einem thema in interaktion treten. dies beschränkt sich meist auf schriftliche interaktionen, verbale sind nur in videokonferenzen oder chatrooms möglich. zu körperlicher interaktion kann es überhaupt nicht kommen, der traum vom cybersex ist bis heute einer geblieben.also ähnelt das internet doch sehr einer großen schreibgruppe. keine homepage mehr ohne kommentarfunktion, kein blog mehr ohne die möglichkeit sich daran zu beteiligen. ich finde es aber interessant, dass diese form der kommunikation von der schreibpädagogik so wenig genutzt wird.ist sie doch selber nur zu einem gewissen teil interaktiv. und in einer form, die je nach freiheiten der schreibgruppe, variieren kann. teils gibt der anleiter die übungen vor, sie werden ausgeführt und sich dann gegenseitig vorgestellt, aber es findet kein feedback statt. oder der anleiter entwickelt mit der gruppe zusammen die aufgabenstellung, zu was geschrieben wird. oder es findet nach der vorstellung der entstandenen texte eine feedbackrunde statt. oder es gibt ein schriftliches feedback. oder die gruppe entwickelt die schreibanregung selber. oder, oder …aber wahrscheinlich machen folgende details schreibgruppen interessanter als das web 2.0:

  •  die gespräche in den pausen
  • das gemeinsame schreiben
  • körpergeruch und blicke
  • die verschiedenen schreiborte

also alles nonverbale und auch nicht schriftliche interaktionen. eher interaktionen, die im hintergrund ablaufen und nicht immer bewusst wahrgenommen werden, obwohl jeder für sich selber schreibt. es scheint mir interessant, dies genauer zu betrachten.

der richtige ton im blog (oder netz) – die zweite

der in letzter zeit häufiger vorkommende besuch im netz, und auch auf diversen blogs erstaunt einen. da wird verbal geschlagen, gehauen, geprügelt und gezetert. unklar ist, weshalb das so ist. eine these könnte sein, nur frustrierte menschen halten sich beständig im internet auf. dem würde aber manche nette kommunikation widersprechen. Weiterlesen

„mein klassiker – autoren erzählen vom lesen“ – ein buchtipp

es gibt keine zufälle. gerade hatte ich hier über das buch „erst lesen. dann schreibe“ berichtet gehabt, da stand ich heute im buchladen und sah einen stapel neuer bücher. Sascha Michel, Mirjam Neusius und Lea Katharina Ostmann haben das buch „mein klassiker –  autoren erzählen vom lesen“ herausgegeben. auch hier trifft sich eine illustre schar von bekannten schriftstellerInnen, um über ihr erlebnis mit klassikern zu berichten. natürlich konnte ich das buch in der geschwindigkeit noch nicht lesen, doch es erscheint mir eine hübsche ergänzung zu dem ersten buchtipp. dann hat man sicherlich einen grandiosen rundumschlag an lesenswertem. und die idee von evelyn, hier eigene „favoriten“ vorzustellen, gefällt mir gut, denn ohne lesen wird das mit dem schreiben ja „nüscht“. also, persönliche buchtipps sind per mail herzlich willkommen. das buch ist 2008 beim fischer taschenbuch verlag in frankfurt am main erschienen. ISBN 978-3-596-90001-5

frauen und männer und blogs

nicht dass wir uns eigentlich schon lang entschieden hatten, die grenzen zwischen den geschlechtern aufzuheben. anscheinend bestehen sie weiter, auch im internet. gut, es gibt sie, was die bloggerei betrifft kaum mehr, aber bei der rezeption von blogs anscheinend doch noch. woran das liegt, bleibt wahrscheinlich ein immerwährendes rätsel. dass männer besser schreiben als frauen, kann es nicht sein. verschiedene forscher versuchen, dem phänomen auf die spur zu kommen. vielleicht finden sie ja einen grund. so lang ist frauen zu empfehlen, unter einem männlichen label ihren blog zu veröffentlichen, wenn sie höher bewertet werden wollen. oder hat es gar mit den inhalten zu tun, doch warum? hier ein interview von der jugendhomepage der süddeutschen zeitung unter: http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/425929 .