literarisches schreiben im netz

das literarische schreiben im netz ist eine möglichkeit eine öffentlichkeit für die eigenen texte zu suchen. neben den schwierigkeiten mit dem schutz des copyright und der finanziellen verwertung ergibt sich aber noch ein weiteres problem. der autor, die autorin erhalten oft schneller als gewünscht eine rückmeldung.

gut beim buch sitzt das lektorat vor der veröffentlichung. also die auseinandersetzung mit einem kritiker und veränderer. vielleicht wurde dem auch schon eine schreibgruppe oder ein freundeskreis vorgeschaltet. aber dann ist das buch raus, die literatur veröffentlicht und es werden die kritiken in diversen zeitungen und zeitschriften erwartet, wenn es dazu überhaupt kommen sollte.

anders sieht es da im internet aus. kaum ist der text raus, dauert es nur ein paar tage, bis suchmaschinen sich darüber hermachen. die fülle des angebots im netz kann jedoch dazu führen, dass die eigenproduktion gar nicht wahrgenommen wird. erscheint der text in einem blog, ist die wahrscheinlichkeit schon größer, gefunden zu werden. und dann kann es schnell zu einer rückmeldung kommen, die das stolze gefühl, etwas eigenes geschaffen zu haben, überrollt. wie sich nun dagegen wehren, wenn man sich als autor unverstanden fühlt. teilweise sind die kommentatoren unbekannt, ja, nicht zu ermitteln. eigentlich ist es nicht üblich auf kritiken zu reagieren, aber bei undifferenzierten reaktionen kann die erlebte kränkung leicht dazu verführen.

wie ich darauf komme? gar nicht über literarische seiten, sondern über newsgroups, in denen schnell die diskussion von der eigentlichen fragestellung abweicht und in einer endlosen auseinandersetzung über den stil der kritik gestritten wird. solche diskussionen finden sich schon zuhauf in den computertechnischen foren. wer sich also auf die suche nach einem hilfreichen computer-tipp begibt, muss sich erst durch vielfältige debatten um die kompetenzen der teilnehmer wühlen. zimperlich geht es dabei nicht zu.

verführt das schreiben im netz eventuell zu einer gewissen überheblichkeit? das wäre noch einmal in ruhe zu betrachten. setzt man seine eigene literatur ins netz (auch auf einer homepage), sollte man zumindest damit rechnen, auch unerwartete rückmeldungen zu erhalten. und ohne überheblich zu sein, sich teilweise davon innerlich distanzieren. aber so ist das wohl, wenn man sich an die öffentlichkeit begibt, auch wenn zum beispiel ein blog so privat wirkt und eine newsgroup den eindruck einer arbeitsgruppe macht.

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