Tagesarchiv: 27. März 2008

biografisches schreiben – ein beispiel

letztes jahr ergab sich aus dem studium die frage, wie ein praktikum aussehen könne. ich entschied mich für eine biografische schreibgruppe mit schwulen männern ab 50. also das verfassen von lebensgeschichten bei 10 treffen zu erlernen oder zumindest anregungen dafür zu erhalten. wie diese gruppe aufgebaut war, kann auf einer homepage angesehen werden. sie ist zu finden unter http://biografie.mann-o-meter.de  momentan arbeitet die gruppe daran ein kleines heft mit eigenen texten zu erstellen.ist das thema schwuler und lesbischer biografien doch immer noch sehr unterbelichtet. aber es gibt in berlin ein museum, das aus der ansonsten herrschenden wüste herausragt, das Schwule Museum:  http://www.schwulesmuseum.de/ . Dort ist sehr vieles ehrenamtlich organisiert, aber es macht inzwischen einen professionellen eindruck und das archiv ist einmalig. ein besuch lohnt sich jederzeit. zumindest die ausstellungen dort leisten biografiearbeit und können anregungen für biografisches schreiben bieten.

schreibpädagogik und interaktivität

eine auszeichnung des internets, oder besser geschrieben, des web 2.0, ist die interaktivität. das bedeutet, zwei oder mehr personen können zu einem thema in interaktion treten. dies beschränkt sich meist auf schriftliche interaktionen, verbale sind nur in videokonferenzen oder chatrooms möglich. zu körperlicher interaktion kann es überhaupt nicht kommen, der traum vom cybersex ist bis heute einer geblieben.also ähnelt das internet doch sehr einer großen schreibgruppe. keine homepage mehr ohne kommentarfunktion, kein blog mehr ohne die möglichkeit sich daran zu beteiligen. ich finde es aber interessant, dass diese form der kommunikation von der schreibpädagogik so wenig genutzt wird.ist sie doch selber nur zu einem gewissen teil interaktiv. und in einer form, die je nach freiheiten der schreibgruppe, variieren kann. teils gibt der anleiter die übungen vor, sie werden ausgeführt und sich dann gegenseitig vorgestellt, aber es findet kein feedback statt. oder der anleiter entwickelt mit der gruppe zusammen die aufgabenstellung, zu was geschrieben wird. oder es findet nach der vorstellung der entstandenen texte eine feedbackrunde statt. oder es gibt ein schriftliches feedback. oder die gruppe entwickelt die schreibanregung selber. oder, oder …aber wahrscheinlich machen folgende details schreibgruppen interessanter als das web 2.0:

  •  die gespräche in den pausen
  • das gemeinsame schreiben
  • körpergeruch und blicke
  • die verschiedenen schreiborte

also alles nonverbale und auch nicht schriftliche interaktionen. eher interaktionen, die im hintergrund ablaufen und nicht immer bewusst wahrgenommen werden, obwohl jeder für sich selber schreibt. es scheint mir interessant, dies genauer zu betrachten.

der richtige ton im blog (oder netz) – die zweite

der in letzter zeit häufiger vorkommende besuch im netz, und auch auf diversen blogs erstaunt einen. da wird verbal geschlagen, gehauen, geprügelt und gezetert. unklar ist, weshalb das so ist. eine these könnte sein, nur frustrierte menschen halten sich beständig im internet auf. dem würde aber manche nette kommunikation widersprechen. Weiterlesen

„mein klassiker – autoren erzählen vom lesen“ – ein buchtipp

es gibt keine zufälle. gerade hatte ich hier über das buch „erst lesen. dann schreibe“ berichtet gehabt, da stand ich heute im buchladen und sah einen stapel neuer bücher. Sascha Michel, Mirjam Neusius und Lea Katharina Ostmann haben das buch „mein klassiker –  autoren erzählen vom lesen“ herausgegeben. auch hier trifft sich eine illustre schar von bekannten schriftstellerInnen, um über ihr erlebnis mit klassikern zu berichten. natürlich konnte ich das buch in der geschwindigkeit noch nicht lesen, doch es erscheint mir eine hübsche ergänzung zu dem ersten buchtipp. dann hat man sicherlich einen grandiosen rundumschlag an lesenswertem. und die idee von evelyn, hier eigene „favoriten“ vorzustellen, gefällt mir gut, denn ohne lesen wird das mit dem schreiben ja „nüscht“. also, persönliche buchtipps sind per mail herzlich willkommen. das buch ist 2008 beim fischer taschenbuch verlag in frankfurt am main erschienen. ISBN 978-3-596-90001-5