Tagesarchiv: 28. März 2008

schnickschnack (2)

kreativität ist immer auch ein ausdruck von interdisziplinarität. der stoff aus dem geschichten sind ist das leben, und das ist meist vielfältig, vernetzt und bedingt sich gegenseitig. ist in deutschland oft der ein-fach-wissenschaftler gefragt, der in seiner materie experte ist, aber schwer mit anderen richtungen in kontakt tritt, sieht das in den usa oft ein wenig anders aus. es gibt meiner ansicht nach eine grandiose seite im netz, die versucht hohe wissenschaft auf ein verständliches, ja fast amüsantes maß runter zu brechen, und vor allen dingen, die verschiedensten wissenschaften in kontakt miteinander zu bringen. einmal im jahr findet ein austausch unter ausgewählten denkern statt. und all die beiträge kann man sich im netz anschauen, natürlich auf englisch unter http://www.ted.com . ein schöner mix aus teilhabe an interessanten ideen, kritischen diskussionen, kultur, design und weiter interdisziplinarität.

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schreibidee (3)

geschlechterrollen bieten, wie der kleine diskurs mit evelyn zeigt, eine unerschöpfliche quelle für schreibanregungen. so lässt sich in geschichten die rolle des anderen geschlechts einnehmen. basis könnte zum beispiel die anregung sein, eine kurze geschichte über einen selbst erlebten oder bei anderen erlebten beziehungskonflikt aus dem blickwinkel des eigenen geschlechts zu schreiben. und dann die perspektive zu wechseln. aus dem blickwinkel des anderen geschlechts. eine weitere möglichkeit bietet der anfangssatz „wenn ich ein junge (mann) wär´, wenn ich ein mädchen (frau) wär´.“. diese aufgabe kommt den möglichkeiten von „second life“, der virtuellen welt nahe, nämlich einen „avatar“ des anderen geschlechts zu schaffen und in eine andere rolle zu schlüpfen. diese aufgabe bietet sich auch für schreibgruppen mit jugendlichen an, ist hier aber mit vorsicht zu genießen, solange sie im schulkontext stattfindet. hier sollten jugendliche nicht aufgefordert werden sich vor anderen über ihre geschlechterrolle zu veröffentlichen, da sie sich nicht freiwillig in ihrem klassenverband befinden. bei freiwilligen schreibgruppen kann die möglichkeit des vorstellens der texte gegeben werden. dieses in die rolle einer / eines anderen zu schlüpfen, kann auch am beispiel des schreibens durchgespielt werden. aufgabe: schreibt aus der sicht des anderen geschlechts eine reflexion darüber, weshalb er / sie schreibt. eine anschließende diskussion über geschlechterrollen ist garantiert 😉

biografie im internet (2)

es seien noch ein paar anmerkungen zu den biografien im netz gemacht. tagebücher als blogs bergen meiner ansicht nach zwei gefahren in sich, die nicht unterschätzt werden sollten. die eine besteht darin, dass die binäre abfassung von tagebüchern nur so lang existent ist, so lang sie nicht gelöscht wird. also sollte sie parallel ausgedruckt werden, was die wenigsten blogger machen, wenn man später einmal rückschau halten möchte. hier verpufft viel gesellschaftliches wissen. und gleichzeitig häuft sich enorm viel gesellschaftliches wissen an, das zu lebzeiten der bloggerInnen eigentlich privates sein sollte.  Weiterlesen

biografie im internet (1)

biografisches schreiben ist auch ein aspekt der schreibpädagogik neben dem kreativen schreiben. kommt doch in den letzten jahren der sinn der biografiearbeit immer öfter ins gespräch. das hat sicherlich damit zu tun, dass menschen im höheren alter sich die berechtigte frage stellen: „was habe ich eigentlich die ganze zeit gemacht?“

nun, man kann erst einmal einen blick auf biographie.net werfen, was bekannte persönlichkeiten so die ganze zeit gemacht haben. dies aber nur in stichworten, extrahiert aus anderen seiten. doch der überblick kann eine anregung sein.

oder aber sich informieren, was biografiearbeit, erinnerungsarbeit überhaupt ist, hier bietet die uni köln eine interessante zusammenfassung, die auch als pdf-datei heruntergeladen werden kann: http://methodenpool.uni-koeln.de/biografiearbeit/frameset_biografie.html . hierbei handelt es sich aber nicht um eine auseinandersetzung mit dem biografischen schreiben.

biografiearbeit wird auch in mehreren zusammenhängen in einem blog über erwachsenenbildung und e-learning thematisiert. hier findet man alle bisherigen posts des blogs zum thema: http://www.strukturnetz.de/blog/category/biographische-arbeit/ .

ansonsten finden sich reichlich unterstützungen, kostenpflichtig, beim schreiben der eigenen biografie. sicherlich eine gute möglichkeit, die geschichte des eigenen lebens, anderen zu hinterlassen. es entstehen auch immer mehr erzählcafes oder andere gruppen, die sich mit den lebensgeschichten der teilnehmerInnen auseinandersetzen. es wird dadurch der wert lebenslanger erfahrungen zumindest gewürdigt, wenn nicht sogar als lernhilfe oder therapie verstanden. meist zeigt sich dabei, wie viel ein einzelnes leben erlebte. daneben existieren noch die an anderer stelle schon erwähnten blogs als tagebücher, die nichts anderes als aktuell notierte biografien sind.