Monatsarchiv: März 2008

das stichwort als „tag“

bei dem selbstversuch einen blog zu schreiben, geschieht es mir immer wieder, nicht zu wissen, welche stichworte ich denn einem beitrag zuordnen soll. entweder gestaltet sich die überlegung als zu reichhaltig, soll heißen, bis ich den beitrag umfassend beschrieben finde, sind mir dreissig stichwörter eingefallen, die ich alle auflisten könnte. bei einem buchtipp wäre es dann eher hilfreich nur den buchtitel zu nennen, aber ein wenig umschreibung erscheint nötig. erst dachte ich, den schnickschnack kann man weglassen. aber ich lernte dazu, dass inzwischen weltweit im web 2.0 die „tags“ gelistet werden und es sogenannte „tag-surfer“ gibt, die sich ausschließlich entlang der stichworte bewegen. da ist es mir natürlich ein anliegen, die schreibpädagogik bekannter zu machen. aber auch dies ist ein trugschluss, denn dieses stichwort landet natürlich unter ferner liefen. die aktuellen tags lauten: Politics News Life Music Family Personal Religion Art Travel Random Thoughts Photography Food All Books Poetry Media Culture Friends Entertainment Love Video Health Humor Writing Technology Events Blogging Sports Photos Business History Barack Obama Movies Education Christianity Faith Reviews Radiant penguin Relationships Work Hillary clinton Rants Science Opinion Videos Blog Internet Fun School Iraq Philosophy Fashion Church Holidays Film Drama God Spirituality Announcements YouTube People TV Television Action Musings War Marketing Obama Recipes Comedy Environment The Page Children Miscellaneous Misc Journal Race Nature Quotes Design Democrats Home Society Me. zumindest bei wordpress.com . interessant finde ich, dass niemand über sex schreibt, sind doch die bei den suchmaschinen am häufigsten eingegebenen begriffe sexueller art. es gibt da wohl noch ein web 3.0, das irgendwie nebenher läuft.

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lyrik zum hören

manche literarischen werke entfalten ihre wirkung erst, wenn sie mehr oder weniger laut vorgetragen werden. dies gilt besonders für die lyrik, das sie ihre kraft oft mit hilfe des rhythmus verstärkt. ein unesco-projekt hat sich zum ziel gesetzt, lyrik im netz hörbar zu machen. dabei wird in alten radioarchiven gekramt, um tondateien erstellen zu können, in denen die dichter ihr eigenes werk rezitieren. inzwischen ist ein vielsprachige und vielfältige seite entstanden, die interessante beiträge enthält. wenn zum beispiel der rätselhafte paul celan, über dessen gedichte viel spekuliert wird, seine „todesfuge“ selber vorträgt. notwendig dafür ist der realaudioplayer. und zu finden ist die seite unter http://lyrikline.org/ . das kann schon mal einen satz heiße ohren geben 😉

lesen für lau im internet

das internet und web 2.0 sind nicht nur ein hort der selbstverfassten ergüsse, sondern sie sind auch ein depot der weltliteratur. denn auch literatur verliert nach einer gewissen zeit, wenn keine nachkommen den schatz hüten, das copyright. und diese literatur wird auf manchen seiten des netzes gesammelt. das bekannteste deutschsprachige ist das projekt gutenberg-de. hier finden sich beinahe alle klassiker, von lesern abgetippt und digitalisiert. sehr empfehlenswert zu stöbern und lesen. zu finden unter http://gutenberg.spiegel.de/ .eine ähnliche sammlung gibt es in den usa, das internetarchiv, das nicht nur literatur bereit hält, sondern auch filme und audio-beiträge. hier holpert es manchmal ein wenig bei hören, sehen und suchen, die seite scheint oft überlastet, ist aber auch eine fundgrube. die suche gestaltet sich nicht ganz einfach, ist die seite wegen der fülle etwas unübersichtlich. aber zu finden ist das alles unter http://www.archive.org/index.php . 

und ein riesiges projekt unternimmt google zur zeit. ganze bibliotheken sollen für das internet erfasst werden. hier bleibt nur zu hoffen, dass sie dann auch jedem zur verfügung stehen und zum einen nichts kosten, bei google zum anderen aber auch, nicht alle daten des users weiterhin so vehement erfasst werden.

„erst lesen. dann schreiben“ – ein buchtipp

immer wieder stellt sich schreibenden menschen die frage: wie kommen schriftsteller dazu, zu schreiben, ja, so schreiben zu können? das fragten sich stephan porombka und olaf kutzmutz als herausgeber auch und sie kamen auf die idee, vielleicht lesen schriftsteller auch viel. neben dem vielen lesen, ist einer der wege, sich dem schreiben an zu nähern, das kopieren. ein buch gelesen zu haben, dessen stil einen so fasziniert, dass man versucht ihn nachzuahmen. also befragten sie mehr oder weniger bekannte schriftsteller, welches buch sie besonders beeinflusst hat in ihrer schreibkarriere. heraus kam dabei das buch „erst lesen. dann schreiben – 22 autoren und ihre lehrmeister„.

nicht jeder beitrag in diesem buch erscheint einem nachvollziehbar. mancher beitrag weist auf eine etwas langweilige bildungsbürgerliche haltung hin. aber spannend erscheint mir, dass jeder schreiber ein buch benennen kann, das ihn inspiriert hat zu mehr, das eine handlungsanweisung für zukünftiges darstellte und das unvergessen ist. also, mal lesen und sein eigenes vorbild suchen. wieso nicht in einer schreibgruppe die vorbilder zusammentragen? zu finden bei „sammlung luchterhand“, luchterhand literaturverlag, 2007, münchen, ISBN 978-3-630-62115-9

was kann schreibpädagogik?

nach einer woche im netz, huch, fällt mir viel ein, und ein paar kritischen bemerkungen zur schreibpädagogik, stellt sich die frage, was kann schreibpädagogik leisten? um in den nächsten tagen die frage zu stellen, was kann sie nicht leisten?

  • schreibpädagogik kann vermitteln, dass jede(r) schreiben kann. dieser gedanke ist keine selbstverständlichkeit heute.
  • schreibpädagogik kann zeigen, wie viel fantasie in jedem steckt. diese quelle wird nie versiegen, da minütlich etwas neues passiert.
  • schreibpädagogik kann über schreibblockaden hinweg helfen.
  • schreibpädagogik kann für manche menschen ein neues tor für ihren persönlichen ausdruck öffnen.
  • schreibpädagogik kann anregungen geben, über was geschrieben werden kann.
  • schreibpädagogik kann zeigen, wie man konstruktiv kritik üben kann, auch abseits des schreibens.
  • schreibpädagogik kann einen bunten strauss an angeboten machen. ob sie genutzt werden, steht jedem, jeder frei.
  • schreibpädagogik hat die narrenfreiheit der orchideenfächer, soll heißen, sie kann sich mehr erlauben, als kanonisiertes wissen.
  • schreibpädagogik fördert die kreativität, da sie zwischen wissensgebieten pendelt.

ergänzungen für die liste werden gerne kommentarlos entgegen genommen.

schreibidee (2)

zeit ist ein dankbares ausgangsthema. so wie hier die schreibaufgabe (1) lässt sich das thema zeit unendlich variieren. also zum beispiel zum thema „unendlichkeit“. oder als einladung an die fantasie, das dieses jahr wiederkehrende schaltjahr. ich habe dies zum beispiel dazu genutzt die aufgabe zu stellen, den einen tag, den 29ten februar als einen tag, an dem alle wünsche war werden zu betrachten. was würde für die einzelnen personen dann passieren. das kann recht persönliche texte geben, die nicht vorgestellt werden müssen.oder man beobachtet einen ort, ein cafe, eine disco, einen bahnhof eine stunde lang und schreibt dann darüber. wie wäre es mit der betrachtung einer sekunde in der menschheitsgeschichte. was passiert zu diesem zeitpunkt an verschiedenen orten? wie würde es sich ohne das zeiten leben lassen, nur mit sonnenaufgang und -untergang? dergleichen ist mehr möglich, der fantasie sind hier keine grenzen gesetzt. zum beispiel lässt sich eine stunde schildern, und andere schreibgruppenteilnehmerInnen müssen die folgend oder die vorhergehende stunde schildern. das lässt sich aber alles nur umsetzen, wenn genug zeit zum schreiben da ist.

„@bsolut privat!? – vom tagebuch zum weblog“ – eine ausstellung

im frankfurter „museum für kommunikation“ gibt es eine ausstellung, die sich mit dem tagebuchschreiben und der modernen form des tagebuchs, dem weblog auseinandersetzt. sie läuft bis september, geht dann nach nürnberg und wird von märz 2009 bis september 2009 in berlin zu sehen sein. ein interessanter blog begleitet die ausstellung. vor allen dingen bietet er viele verschiedene links zu aktuellen internet-tagebüchern. und es gibt einen schreibwettbewerb für kinder und jugendliche, der, wie das süddeutsche magazin, dazu aufruft, tagebuch-einträge zur verfügung zu stellen. ist so die frage, ob das der sinn von tagebüchern ist, sie ins netz zu stellen. doch jeder so, wie er möchte. aber möchten es die anderen wissen 😉 ? 

hier der link zum blog: http://tagwerke.twoday.net/

schnickschnack (1)

das internet ist nicht nur eine ernste angelegenheit. es ist manchmal einfach nur witzig. und es hat auch nicht ausschließlich mit schreiben zu tun, sondern mit allen anderen formen der kreativität.

in dieser neuen rubrik, dem „schnickschnack“, werde ich in zukunft dinge vorstellen, die einem so über den weg laufen können, wenn man rumsurft. und die zumindest mir, viel spaß gemacht haben. als erstes seien hier zwei seiten vorgestellt, die hohe technische anforderungen an den computer stellen. doch sollte man sie haben, kann man sich köstlich amüsieren. ihr solltet also eine recht flotte internetverbindung haben und möglichst den flashplayer der neusten generation.

und euch dann wild durch die seiten klicken. dann entert als erstes „tokyoplastic“ und ich kann euch nur die „musicbox“ empfehlen. als zweites bietet sich noch „kinetic singapore“ an. auch hier einfach mal die zwischenfilmchen anschauen. und vielleicht entsteht dann eine geschichte zu roten punkten oder raketen. aber eigentlich ist es nur werbung für grafikdesignfirmen. viel spaß damit.

schreibpädagogik und psychologisches

schreiben ist nicht zu trennen von der eigenen person. alle versuche, sich „objektiv“ auszudrücken würde bedeuten, die eigene person beim schreiben zu ignorieren. das ist zwar ein hübscher versuch, der bei wissenschaftlichen (vor allen dingen naturwissenschaftlichen) arbeiten oft unternommen wird. aber es wird beim versuch bleiben. schon das interesse, einen text zu verfassen, hat mit mir zu tun. Weiterlesen

schreibaufgabe (01)

in der gestrigen zeitung war zu lesen, dass in ein paar millionen jahren der tag 25 stunden haben wird. wir werden also mehr zeit für die dinge haben, die wir schon immer machen wollten. die tage werden im sommer länger andauern, die nächte im winter. 60 minuten geschenkt, täglich. das animiert zu einem text mit exakt 60 wörtern zu der aufgabe: was mache ich mit meinem 25-stunden-tag? oder was passiert an solchen tagen, was passiert mit dem zeitgewinn und werden wir dadurch älter? all dies könnt ihr, wenn ihr wollt, in dieser schreibaufgabe, beantworten.

web 2.0 und kreatives schreiben

„möglichkeiten“ ist das zauberwort des web 2.0. im gegensatz zum schlichten begriff „web“ soll das „2.0“ suggerieren, dass es um eine fortentwicklung des vorgängers geht. das stimmt nicht ganz. der technische hintergrund ist immer noch der gleich, nämlich meist die programmiersprachen „html“ und „java“. doch das web 2.0 ist sozusagen benutzerfreundlicher. es verlangt vom einzelnen keine großen kenntnisse mehr in den programmiersprachen und im hypertext. es bietet eine art formular, das mit inhalten, bildern, musik oder anderen audiodaten gefüllt werden kann.so leicht wie dieser blog zu erstellen war, so leicht kann sich jeder an die öffentlichkeit mit eigenem begeben. und dabei sind der kreativität kaum grenzen gesetzt. außer der tatsache, dass es visuell abbildbar sein sollte. das ist bei geschriebenem aber nicht das problem, ist lesen doch eine visuelle angelegenheit. und viele computer können die texte auch vorlesen, sollte man selber verhindert sein, zu lesen.doch web 2.0 bietet dem kreativ schreibenden menschen noch viel mehr möglichkeiten. die vielfältigsten finden sich im layout. soll heißen, wenn lesen schon visuell ist, dann kann ein text natürlich sehr leicht weiter visuell aufbereitet werden. auch hierzu gibt es die entsprechenden programme, um nicht mehr alles selber in binäre formeln packen zu müssen. das layout kann das kreative schreiben beflügeln, wenn man sich zum beispiel die präsentation des textes während des schreibens schon überlegt. es kann den text und seine aussagen verstärken. ebenso kann der text aber auch überfrachtet werden mit visuellen reizen, so dass die eigentliche aussage dahinter verschwindet. oder tolle und wichtige texte können vom publikum ignoriert werden, da sie kein ansprechendes layout bieten.es ist heute feststellbar, dass die visualisierung voranschreitet. man wird in absehbarer zeit, wenn man mit seinen kreativen schriftstücken beachtet werden will, wahrscheinlich nicht darum herumkommen, sie visuell aufzubereiten. deshalb zum beispiel auch einen weblog zur schreibpädagogik. das medium nicht zu nutzen, trennt einen in der zukunft von vielen potentiellen interessenten und lesern. die verlagerung des lebens in die virtualität wird kaum aufzuhalten sein. das kann man bedauern, widerstand leisten, oder, soweit es einem möglich ist, nutzen. beim kreativen schreiben ist das web 2.0 meiner ansicht nach auch eine bereicherung, neben allen (gesellschaftlichen) problematiken.

datenschutz und schreiben im netz

wie schon erwähnt, ist die verwendung gespeicherter daten von staatlicher seite durch das bundesverfassungsgericht erst einmal stark eingeschränkt worden. doch wie sieht es generell mit dem datenschutz im netz aus? da wird es schwierig, da sich in die öffentlichkeit begeben, immer damit verbunden ist, daten von sich preis zu geben. wieviel man über sich schreibt, sollte man sich im vorfeld gut überlegen. denn so leicht einen andere lesen können, so leicht können sie auch die daten gegen einen verwenden. Weiterlesen

schreibidee (1)

manchmal fehlen die ideen zu einer geschichte. oder man überlegt, was man als nächste aufgabe seiner schreibgruppe anbieten könnte. das internet ist eine unerschöpfliche fundgrube. vielleicht auch mal für eine schreibaufgabe (die erste werde ich am sonntag formulieren, für die die lust haben mitzumachen 😉 ).

gute vorlagen sind bilder, und im speziellen fotografien. und noch viel besser, dokumentationsfotos, da sie bilder aus dem leben zeigen. hier sei ein homepage empfohlen (leider nur auf spanisch und englisch), die eine enorme auswahl an reportagefotos, teilweise auch dazugehörige artikel aufweist. selbst wenn man nicht schreiben möchte, lohnt sich ein blick auf die seite. in einer schreibgruppe bestünde die möglichkeit, gemeinsam ins netz zu gehen, jede(r) wählt sich ein foto aus, zu dem geschrieben wird und anschließend werden die geschichten mit foto präsentiert. der verknüpfungen und variationen sind keine grenzen gesetzt. weitere ideen zu der seite können gerne hier veröffentlicht werden.

die gruppe heißt ojodepez und die homepage ist zu finden unter: http://www.ojodepez.org/cgi/php/index.php?lg=es . bei der organisation handelt es sich um den versuch, gesellschaften kritisch abzubilden.

briefe zum hören

und noch ein hinweis von evelyn, den ich auch gerne weitergebe. kombieniert er doch das schreiben mit dem hören und eventuell noch das lesen vorher auf der homepage des deutschlandradio kultur. am 24ten märz wird um 18.30 uhr ein hörspiel gesendet, das von briefe elias canettis und seiner Frau an georges canetti handelt. georges canetti ist der bruder von elias und am institut pasteur in hoher position. lust, liebe und leid in neunzig minuten. mehr infos sind unter http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/hoerspiel/744543/ zu finden.

lili – forum für literaturschaffende und literaturinteressierte

wie schon in einem kommentar erwähnt, gibt es in österreich, region vorarlberg, einen stetig wachsenden kreis von der literatur zugewandten menschen. dieser kreis betreibt eine eigene homepage, betreut von evelyn, die alles bietet, was eine homepage über literarisches benötigt. ob es sich um die ankündigung von schreibgruppen, lesungen oder vorträgen handelt oder ob man sich dafür interessiert, welches die nächsten anstehenden schreibwettbewerbe sind, es kann hier erfahren werden. die seite ist immer sehr aktuell und verlinkt zu weiteren nachrichtenquellen. sie bezieht sich auf die deutschsprachige literatur und ist eine fundgrube für jeden literaturschaffenden, nicht nur aus österreich. viel spaß beim besuch unter http://www.li-li.at/ .

briefe schreiben, briefe lesen – eine radiosendung

dank evelyn, hier ein link zu einer radiosendung des swr 2 (südwestrundfunk). im jahr 1992 wurde der schwäbische dichter albrecht goes interviewt, der sein leben lang viele briefe geschrieben und empfangen hat. thema des interviews sind briefe, auch als lebenszeugnis. die sendung kann im internet angehört werden oder das manuskript für den privaten gebrauch runtergeladen werden. zu finden unter: http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/leben/rueckschau/-/id=660144/nid=660144/did=3173190/sf4d1k/index.html .

briefe schreiben

was ist ein brief? erst einmal ein verfasster bericht, eine emotionale nachricht, verfasst, um ihn loszuwerden. dann versendet und mit zeitlicher verzögerung beim empfänger eingetroffen. doch briefe sind, in der rückschau, wie tagebücher, biografische zeugnisse, also lebensgeschichten. der handgeschriebene brief ist in den letzten jahren aus der mode gekommen.was nicht heisst, dass sich gegenseitig keine nachrichten mehr gesandt werden. wahrscheinlich wird mehr denn je geschrieben. als mail, als sms oder letztendlich, da auch schriftlich, im chat. dabei handelt es sich meist um kleine, wenn nicht mini-briefe oder -postkarten. verändert durch die geschwindigkeit der übermittlung, hat sich das schreibverhalten. enthalten mail und sms meist nur eine kurze rückschau in die vergangenheit, sind briefe oft biografische berichte. hat bei mails der sender automatisch „einen durchschlag“ (eine kopie) und kann diesen abspeichern, wird der hangeschriebene brief oft einfach so versendet. woraus sich oft die frage bei der antwort auf den brief ergibt, was hatte ich eigentlich geschrieben? auf der anderen seite werden briefe länger aufbewahrt, dagegen werden mails gerne bald gelöscht, das biografische gedächtnis also unwiderruflich beseitigt.der brief kann als literarisches stilmittel verwendet werden. beim biografischen schreiben, aber auch beim kreativen schreiben ist er ein gutes als vehikel für schreibübungen. wegen seines aufwendigeren verfahrens ist der handgeschriebene brief auch ein zeichen der wertschätzung.

wider den generalverdacht

gestern entschied das bundesverfassungsgericht, dass der umgang mit den daten der vorratsdatenspeicherung pfleglicher sein sollte, als es bisher von der bundesregierung geplant war. deshalb schränkte es die verwendung der daten stark ein. erst einmal dürfen die für ein halbes jahr gespeicherten verbindungsdaten aller bundesbürger, die sich in der virtuellen welt bewegen, nur bei der verfolgung schwerer straftaten genutzt werden. das ist noch keine aufhebung der vorratsdatenspeicherung, aber immerhin eine einstweilige anordnung, um den sinn der datenerfassung zu überprüfen.

zutage tritt in diesem moment die krux des web 2.0. mag es ein angenehmes gefühl sein, moderne medien zu nutzen, um soziale gruppen zu bilden, die die gleichen interessen verfolgen, wie man selber, wird dieses gefühl getrübt durch die beständige erfassung der daten. ob werbewirtschaft oder staat, das interesse an bewegungsbildern und verknüpfungen ist enorm. und ein gewisses misstrauen, weshalb wären sonst datenschutzbeauftragte notwendig, kann nicht schaden.

der widerspruch zwischen der forderung dem arbeitsleben immer mehr privatheit zur verfügung zu stellen, und der konsequenz, dass dies gegen einen verwendet werden kann, wird sich sicherlich in den nächsten jahren noch verschärfen und nicht abmildern. neu ist es aber nicht, dass erst einmal jeder verdächtig ist, der sich öffentlich äußert. das konnten schon die preussischen kaiser nicht ab, könnte doch die stellungnahme eine kritik erhalten. schwieriger wird es heute dadurch, dass die virtualität eine lücke zwischen verfassen und veröffentlichen bildet, die für den verfasser nicht einsehbar ist. es ist beinahe unmöglich die datenströme als normalsterblicher zu verfolgen.

übrigens, die bei den kommentaren zu diesem blog hinterlassenen mailadressen werden nicht dazu führen, dass einem waschmaschinenangebote zugesandt werden 😉 .

tagebuch schreiben mit dem sz-magazin

tagebuch schreiben ist eine form des biografischen schreibens, das durch viele blogs wieder aufwind bekam. auch wenn die meisten blogs sicherlich nicht die intimsten gedanken preisgeben, muss ja auch nicht sein. so lässt sich doch ein blick ins leben einzelner menschen werfen. hier zeigt sich schon die vielfalt menschlicher gedanken, aber auch persönlicher ereignisse. vor allen dingen auch die verschiedenheit der bedeutungen einzelner begebenheiten.heute, zum frühlingsanfang, hat das magazin der süddeutschen zeitung in kooperation mit dem deutschen tagebucharchiv in emmendingen, eine tagebuchausgabe herausgegeben. soll heißen, im magazin finden sich beiträge aus einem jahrhundert, die immer am 20ten märz vorgenommen wurden. ein spannendes projekt. und es besteht die möglichkeit, eigene einträge aus den eigenen tagebüchern ans magazin zu senden (sollten vom 20ten märz irgendeines jahres sein). die interessantesten werden im netz veröffentlicht. hier sei, wie bei allen biografischen offenlegungen, zu überdenken, wieweit man sein privates leben preis geben möchte. doch dazu ein andermal mehr. als zeitzeugnisse sind tagebücher sicherlich eine fundgrube, bilden sie doch lebensgeschichten ab.

literarisches schreiben im netz

das literarische schreiben im netz ist eine möglichkeit eine öffentlichkeit für die eigenen texte zu suchen. neben den schwierigkeiten mit dem schutz des copyright und der finanziellen verwertung ergibt sich aber noch ein weiteres problem. der autor, die autorin erhalten oft schneller als gewünscht eine rückmeldung.

gut beim buch sitzt das lektorat vor der veröffentlichung. also die auseinandersetzung mit einem kritiker und veränderer. vielleicht wurde dem auch schon eine schreibgruppe oder ein freundeskreis vorgeschaltet. aber dann ist das buch raus, die literatur veröffentlicht und es werden die kritiken in diversen zeitungen und zeitschriften erwartet, wenn es dazu überhaupt kommen sollte.

anders sieht es da im internet aus. kaum ist der text raus, dauert es nur ein paar tage, bis suchmaschinen sich darüber hermachen. die fülle des angebots im netz kann jedoch dazu führen, dass die eigenproduktion gar nicht wahrgenommen wird. erscheint der text in einem blog, ist die wahrscheinlichkeit schon größer, gefunden zu werden. und dann kann es schnell zu einer rückmeldung kommen, die das stolze gefühl, etwas eigenes geschaffen zu haben, überrollt. wie sich nun dagegen wehren, wenn man sich als autor unverstanden fühlt. teilweise sind die kommentatoren unbekannt, ja, nicht zu ermitteln. eigentlich ist es nicht üblich auf kritiken zu reagieren, aber bei undifferenzierten reaktionen kann die erlebte kränkung leicht dazu verführen.

wie ich darauf komme? gar nicht über literarische seiten, sondern über newsgroups, in denen schnell die diskussion von der eigentlichen fragestellung abweicht und in einer endlosen auseinandersetzung über den stil der kritik gestritten wird. solche diskussionen finden sich schon zuhauf in den computertechnischen foren. wer sich also auf die suche nach einem hilfreichen computer-tipp begibt, muss sich erst durch vielfältige debatten um die kompetenzen der teilnehmer wühlen. zimperlich geht es dabei nicht zu.

verführt das schreiben im netz eventuell zu einer gewissen überheblichkeit? das wäre noch einmal in ruhe zu betrachten. setzt man seine eigene literatur ins netz (auch auf einer homepage), sollte man zumindest damit rechnen, auch unerwartete rückmeldungen zu erhalten. und ohne überheblich zu sein, sich teilweise davon innerlich distanzieren. aber so ist das wohl, wenn man sich an die öffentlichkeit begibt, auch wenn zum beispiel ein blog so privat wirkt und eine newsgroup den eindruck einer arbeitsgruppe macht.