Monatsarchiv: März 2008

zwang zum lernen?

habe heute in dem text „überlegungen zur didaktischen struktur internetbasierten lernens in der erwachsenenbildung“ von berhard koring (jahrbuch arbeit, bildung, kultur, bd. 17, 1999, s. 9-20) folgende sätze unter dem thema weiterbildung gelesen: „das funktionieren der gesellschaft basiert demnach in weiten bereichen auf einem kontinuierlichen zwang zum lernen. auch die identitätsstabilisierende funktion des berufs kann nur noch durch permanente lernbewegungen realisiert werden. dieses dauernde lernen ist aber immer zugleich auch schmerzlich, weil altes wissen entwertet wird.“ Weiterlesen

das gruppengefühl – pro & contra

schreibgruppen zu kreativem schreiben haben einen vorteil gegenüber dem schreiben im netz. das kreative gruppengefühl. wenn alle da sitzen, ihre stifte über das papier schaben, eine tief durchatmet, der andere sinnierend aus dem fenster schaut und jemand mit viel elan ganze passagen streicht. anscheinend regt diese situation oft genug die eigene kreativität an.dagegen sitzt der blogger allein zuhaus und erwartet kommentare, pings, trackbacks und liest an der statistik ab, wie viele seinen blog besucht haben. weiß er aber nicht einmal, wer dies war. und was denken die anderen über seine texte. er wird es nur erfahren, wenn sie kommentare schreiben. aber auch diese treffen mit zeitlicher verzögerung ein, müssen sie doch getippt werden.die mündliche rückmeldung in schreibgruppen dagegen, lässt nicht lang auf sich warten. vielleicht wäre es angebracht, sich an den wlan-parties der online-gamer zu orientieren. kreative schreiberInnen treffen sich mit ihren labtops in großen turnhallen und schreiben gruppenromane. in meiner vorstellung artet dies jedoch in bildern aus, die an die großraumbüros der 50er-jahre in us-filmen erinnern. ein ohrenbetäubendes klackern erfüllt die schreibhallen.die nachteile von schreibgruppen sind auch schnell benannt. mit menschen in einer gruppe zu sitzen, die wenig sympathisch scheinen kann anstrengend werden. möchte ich dort meine texte vorstellen? dies spielt beim biografischen schreiben wahrscheinlich eine noch größere rollen, als beim kreativen schreiben. und das mündliche feedback erscheint manchmal undurchdachter als das schriftliche. hier kann wiederum der große vorteil einer virtuellen schreibgruppe liegen. schriftliche reaktionen erscheinen oft differenzierter. doch verführt das schreiben auch gerne zu persönlicheren stellungnahmen. nach dem motto: was ich über deine befindlichkeiten nie wissen wollte und auch nie zu fragen wagte.die lösung besteht wohl aus einem mix, beide wege gleichzeitig beschreiten. abseits der gruppentreffen die zeit im netz nutzen, um weiter zu schreiben oder texte schriftlich zu diskutieren. und die treffen für ideenfindung und textproduktion nutzen.

der richtige ton im blog

die community diskutiert über die umgangsformen im web 2.0. sicherlich eine notwendige auseinandersetzung, deren ergebnis aber nicht unbedingt etwas an den teils grenzüberschreitenden verhaltensweisen ändern wird. hier ein link zu einem artikel in der süddeutschen zeitung vom 14.03.08, der den stand der diskussion wiedergibt: http://www.sueddeutsche.de/,ra12l1/computer/artikel/105/163647/ .

doch es wird immer menschen geben, die sich falsch angesprochen fühlen, die ihre meinung nicht wiedergegeben sehen. die zeitungen haben dafür die leserbrief-seite. auch hier behält die zeitung sich das recht vor, leserbriefe nicht abzudrucken oder sie zu kürzen. und sie muss mit der folge leben, dass menschen ihr abo kündigen oder die zeitung nicht mehr kaufen und andere gerade wegen der veröffentlichten positionen einen blick in sie werfen. was spricht dagegen, einen blog zu moderieren, wie sich dies auch für jede andere diskussion anbietet? denn sonst kommt nur der zu wort, der am lautesten schreit, auch dies eine erfahrung seit menschengedenken. das problem besteht eher darin, dass diskussionskultur im populistischen geschrei nicht mehr vermittelt wird. und dies betrifft alle medien und alle formen der auseinandersetzung in der gesellschaft!?

der kater nach dem rausch

downgrading ist für viele inzwischen angesagt. wurde in höchsten dimensionen das neue medienzeitalter begrüsst, jegliche form des schreibens und der kommunikation erprobt, kehren sie sich wieder ab vom chatten, bloggen, newsrooming und surfen. ähnliches ist in bezug auf handys zu erleben. mensch möchte nicht mehr den binären verheissungen erliegen.

schön auf den punkt gebracht hat es die süddeutsche zeitung in ihrer wochenkolumne „die frage“ am 8./9. märz 2008 mit der frage: „hat uns die cebit etwas gebracht?“. die antwort fiel eindeutig aus, die sz betrachtete alte formen der kommunikation, darunter „das gute gespräch“. dabei wurde das hohe lied auf die gesicht-zu-gesicht-kommunikation gesungen. denn laut sz ist die „digitale kommunikation … häppchenkommunikation, kauderwelsch, infantile kürzelwut“. da mag etwas dran sein. und doch ist sie weltumspannende kommunikation, die in ihrer geschwindigkeit die welt eine ganze ecke kleiner macht, gleichzeitig aber auch das leben beschleunigt.

wem dies alles zu schnell geht oder wer so schnell wurde, dass er aus der kurve flog, dem sei ein literarisches produkt anempfohlen, das das slowdown oder downgraden auf den punkt bringt: „anleitung zum müßiggang“ von tom hodgkinson bei rogner & bernhard bei zweitausendeins. der autor betreibt übrigens auch eine homepage unter http://idler.co.uk/ .

kommunikationswissenschaften und blogs

so groß die kulturkritischen vorbehalte gegenüber den modernen medien und virtuellen welten auch sein mögen, einen vorteil bietet das internet, viele informationen. sicher, sie sind teilweise mit vorsicht zu genießen, doch oft genug stehen sie als pdf-datei zur verfügung, können heruntergeladen werden und in ruhe gelesen werden. eine dieser schönen stellen ist die homepage http://www.kommunikation-gesellschaft.de/ . bietet sie doch diverse texte zu „alten und neuen medien aus soziologischer, kulturanthropologischer und kommunikationstheoretischer perspektive“.eine fundgrube an aktuellen auseinandersetzungen, sowohl mit blogs, wikis, aber auch anderen medialen kommunikationsformen. und in abgrenzung von vielen kulturpessimistischen äußerungen, wird überhaupt erst einmal analysiert und geforscht, was die medien bieten können und was nicht.mir scheint dies wichtig, da sich die meisten positionen oft nur zwei polen zugeordnet werden können: web 2.0 und virtuelle medien zerstören unsere kommunikationskultur vollständig und führen zur vereinsamung des einzelnen. und web 2.0 und virtuelle medien bieten eine ganz herausragende neue form der demokratisierung der gesellschaft. ja, sie sind die lösung für viele aktuelle probleme und fördern die kommunikation.es wurde schon viel über beide positionen schwadroniert, nicht, dass ich dies hier nicht auch tun werde, aber obige seite bietet sinnvolle zusätzliche informationen. und sie fasst die texte kurz in einem blog zusammen, der auch die möglichkeit bietet, kommentare abzugeben.

die schwierigkeiten der virtuellen welt

schon beim einrichten dieses blogs ergaben sich wissenslücken. die virtuelle welt, und im speziellen das web 2.0 erscheinen einfach, wenn man sie von außen betrachtet. doch bis es soweit ist, muss man sich durch diverse einstellungen ackern, sie auch noch verstehen und umsetzen. das erschwert manchem, der sich gerne an den diskussionen beteiligen würde, den zugang.

so begeben sich zwar immer mehr menschen in das internet, es erstellen auch immer mehr blogs, doch gleichzeitig scheitern auch noch viele an den hohen hürden der digitalen technik. es wäre zu wünschen, dass die schulen schon früh genug, allen schülern den zugang zum internet erklären und ermöglichen. so manche(r) hätte bestimmt für andere relevantes mitzuteilen. Weiterlesen

hallo beim blog zur schreibpädagogik

dieser blog ist ein versuch. dieser blog ist ein selbstversuch. wie kann ein blog in der schreibpädagogik oder im kreativen schreiben verwendet werden? im laufe der zeit möchte ich hier diskussionen anstoßen, schreibspiele ausprobieren und andere am erstellen des blogs beteiligen.