Monatsarchiv: April 2008

recherche und datenbanken

die welt besteht aus datenbanken. diesen eindruck gewinnt man zumindest wenn man den werkzeugkasten der „hochschulbibliothekszentrum des landes nordrhein-westfalen“ aufruft. ob biografien von australischen wissenschaftlern oder wichtige personen im sächsischen bergbau, zu allen gibt es datenbanken und biografien. manchmal sind es nur kurzbiografien, manchmal beinahe vollständige bücher.

was nun mit diesen vielen informationen machen? nun, man kann sich ein wenig zeit nehmen, und schauen, welche zeitungen und zeitschriften die welt so bietet und vor allen dingen, wie die homepages der einzelnen journalistischen erzeugnisse aussehen. oder man nutzt diesen gut sortierten, und mit kleinen hinweisen versehenen werkzeugkasten für die eigene recherche. stellen sie sich einmal vor, sie schreiben eine geschichte, die morgen in schwäbisch gmünd spielt. und sie fragen sich, was in der stadt sonst noch so los ist. dann können sie die „gmünder post“ aufrufen und feststellen, dass creszentia gscheidle nach langem leiden verstorben ist. ob das nicht auch in die geschichte passt?

so widersprüchlich das anlegen von datenbanken sein kann, der zugang ist heutzutage sehr viel einfacher geworden. und auch, wenn noch vieles in den archiven und gedruckten datenbanken der bibliotheken schlummert, da die suche in der virtuellen welt viel einfacher (aber auch unübersichtlicher) wird, werden inzwischen immer mehr datenbank netztauglich gemacht. nicht alle sind offen zugänglich, doch man weiß zumindest, wo man sie findet.

und nebenher bekommt man endlich einmal einen überblick über den ausufernden zeitschriftenmarkt. also, hier findet sich der werkzeugkasten zur weiteren recherche: http://www.hbz-nrw.de/recherche/linksammlung/ . und hier kann man die datenbanken zu den verschiedensten biografien finden: http://digilink.digibib.net/wk/links.pl?View=category&Sigel=HBZWK&Category=4462&SID=c1cbd863a75b5758a616c6a63ecd6090

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weblogs und wissenschaften

es gibt dinge, die verbinden sich im internet hervorragend. historisch betrachtet, waren sie eigentlich der grund für das web 2.0. vor beinahe exakt 15 jahren wurde das internet für die allgemeinheit geöffnet. eigentlich war es eine neue kommunikationsform zwischen wissenschaftlern, die am teilchenphysikalischen forschungsolymp CERN verwendet wurde.

der vorteil des internet war und ist es, neue daten und erkenntnisse sehr schnell austauschen zu können, ohne ständig papierseiten bedrucken zu müssen oder zu faxen. die neuen daten können sofort für die weitere forschung verwendet werden. oder sie können überprüft werden.

so bieten blogs natürlich auch für wissenschaftler und für wissenschaftliche zeitungen die ideale form sich weltweit auszutauschen. das was in der öffentlichkeit auftaucht ist natürlich meist schon woanders notiert und veröffentlicht worden, stellt die wissenschaft doch heute einen riesigen markt dar, der erst dann ergebnisse der öffentlichkeit zur verfügung stellt, wenn sie entweder verwertet oder patentiert wurden.

grundlagenforschung spielt in vielen bereichen nur noch eine nebenrolle, da sie keine drittmittel einbringt. und wiederum durch drittmittel finanzierte forschungen unterliegen den regeln der geldgeber, soll heißen, viele wissenschaftliche erkenntnisse werden in der schublade aufbewahrt, da die industrie ihren wert noch nicht ausgeschöpft hat.

und doch, weblogs bieten auch für den laien eine vielfalt an wissenschaftlichen informationen, die, sollten sie unverständlich sein, auch schnell von anderen blogs aufbereitet werden. ein kleines beispiel, wenn auch diskussionswürdig: http://www.innovations-report.de/

schreibidee (13)

wer nachbarn hat, die ein instrument üben, entwickelt eine ganz andere beziehung zur musik, als jemand, der regelmäßig in konzerte geht. beziehung haben oft „unser lied“, manches musikstück erinnert an die trennung, als man den weltschmerz hoch und runter gehört hat. also kann schreiben und musik nicht so weit auseinander liegen.

wie wäre es damit, einer schreibgruppe zwei musikstücke hintereinander vorzuspielen und die teilnehmerInnen jeweils ihre assoziationen zu der musik notieren zu lassen? es können natürlich auch mehr musikstücke sein, doch das kann ausufern. sollte der wunsch bestehen, können die musikstücke auch wiederholt werden.

dann haben die teilnehmerInnen zu wählen, welches stück bewegt sie mehr, zu welchem stück ist ihnen mehr eingefallen, welche assoziationen lassen sich in eine geschichte verwandeln?

nun wird eine geschichte verfasst, die anschließend, nachdem das jeweilige musikstück noch einmal vorgespielt wurde, vorgelesen wird.

die schreibidee lässt sich natürlich auch nach einem gemeinsamen konzertbesuch durchführen, oder wenn ihre nachbarn gerade einmal wieder auf einem instrument üben, wie zum beispiel einer geige 😉

schreibgruppen und setting

 

wenn eine schreibgruppe durchgeführt werden soll, macht es sinn, sich gedanken über das setting zu machen. eigentlich führen schreibgruppen zu dem effekt, zu lernen, an beinahe jedem ort schreiben zu können, doch der einstieg in das schreiben fällt in einem dunklen kellerloch schwerer (außer bei gruselgeschichten) als in einem von tageslicht durchfluteten raum. wenn ihre schreibgruppe abends stattfindet, sorgen sie für genug beleuchtung im raum. Weiterlesen

schnickschnack (10)

die skandinavischen länder hatten schon immer ein faible für klare linien, design, also eine gewisse nüchternheit der ausstattung, die aber gleichzeitig sehr funktional ist und von vielen als ansprechend empfunden wird.

das genau gegenteil stellt die grafikdesignseite aus dänemark dar. sie versammelt alle neuerungen im bereich des grafikdesign im internet, auf einer überbordenden, ein wenig unstrukturierten seite. man muss sich durchsuchen, um zu interessanten ergebnissen zu gelangen, doch das kann zu einer entdeckungsreise werden, die immer wieder neues zu tage fördert.

übrigens befinden sich darunter auch seiten, die den umgang mit manchen layout-programmen lehren, die informationen zu grafikdesignfragen geben oder die weitere quellen außergewöhnlicher seiten bieten.

es lohnt sich vorbeizuschauen. ein übliches problem für diese seiten ergibt sich, wie hier schon öfter erwähnt. die seite selber lässt sich noch leicht aufrufen, die folgeseiten, die als link zur verfügung stehen, erwarten vom computer oft sehr aktuelle technische voraussetzung. sicherlich auch, da die seiten neu sind, also natürlich alles aufbieten wollen, was machbar ist. das ist verkaufstechnisch nicht die sinnvollste klientel, soll aber eventuell den vermögenden von den nicht-potentiellen kunden trennen.

die homepage ist unter folgender adresse zu finden: http://www.cwd.dk/

biografisches schreiben und politik

bei der betrachtung der eigenen biografie spielt die eigene politische grundhaltung, die für mich geltende gesellschaftstheorie eine rolle. auch wenn ich mich bemühe, die betrachtungen nicht politisch werden zu lassen, fließt doch immer wieder mein aktuelles menschenbild ein. und dieses hat sich entwickelt. soll heißen, selbst wenn ich im laufe meines lebens nie zur wahl gegangen bin, habe ich doch gute gründe dafür, weshalb das so ist. also lohnt es sich beim verfassen der eigenen biografischen gewordenheit, einen blick nach links und nach rechts zu werfen.

worauf basiert mein menschenbild? welcher philosophische oder gesellschaftstheoretische gedanke spielt dabei eine rolle? habe ich mich für etwas engagiert oder verfolge ich hauptsächlich meine eigenen interessen? wie haben große gesellschaftliche ereignisse auf mich gewirkt, was habe ich in diesen momenten erlebt? so wie generell das subjektive handeln gesellschaftlichen prozessen und persönlichen erfahrungen unterliegt, so sicherlich auch meine politische haltung.

und biografisches schreiben, ohne diese haltung, wäre ein schreiben, ohne einen teil meines lebens. so scheint es auch bei biografischen schreibgruppen wichtig, zumindest einmal einen blick auf die politik zu werfen. und selbst absolute politik-abstinenz ist eine politische haltung, die ihre gründe hat. was auf alle fälle vermieden werden sollte, ist die forderung nach der offenlegung der haltung. diese wäre nur von menschen, die in der politik die geschicke der gesellschaft mitbestimmt haben, zu erwarten. aber von ihnen ist meist die haltung schon bekannt.

sicher scheint, dass menschen sich mehr gedanken über politik machen und gemacht haben, als es nach außen den eindruck macht. und eine lebenshaltung oder -philosophie haben auch alle entwickelt. die vorurteile, dass diese oft schlicht seien, bestätigen sich nicht, wenn man einmal beim biografischen schreiben ins detail geht.

schreibpädagogik und die schweiz

auch in der schweiz gibt es inzwischen eine rege schreibszene, die sich vor allen dingen an den hochschulen etabliert. sie versucht das wissenschaftliche schreiben zu fördern, sich aber auch mit der pädagogik, also der vermittlung der schreibtechniken auseinanderzusetzen.

teilweise ist die schreibszene beeinflusst von gerd bräuer aus freiburg, entwickelt aber auch eigene formen und vermittlungsebenen. zwei recht interessante webseiten seien hier genannt. die eine gehört zur zeitschrift „schreiben“, die etliche texte, als pdf-download bereithält. es scheint zwar im letzen jahr etwas ruhig um die seite geworden zu sein, doch die texte bieten einen blick auf verschiedene aspekte der schreibpädagogik. die homepage ist zu finden unter: http://www.zeitschrift-schreiben.eu/cgi-bin/joolma/

die andere seite „forum wissenschaftliches schreiben“ gibt einen überblick über die aktivitäten in der schweiz und an den schweizer hochschulen, vor allen dingen auch, was schreibberatung angeht. sie ist zu finden unter: http://www.forumschreiben.ch/

biografisches schreiben und therapeutischer effekt

ganze kriegsgenerationen, jung und alt, haben lang geschwiegen über das, was ihnen begegnete, was erlebten, was sie taten. die 68er versuchten bestandteile der erinnerungen ihrer eltern freizulegen und haben etliches zu tage gefördert. hauptsächlich ging es um die täter in der gesellschaft. erst jahrzehnte später erinnerte man sich der opfer und der kinder. der kinder der täter, der kinder der opfer. auch sie hatten früh gelernt zu schweigen. sie hatten versucht nach den diktatorischen zeiten eine form der normalität zu finden. also haben sie viel verantwortung übernommen, für ihre eltern, für ihr zukünftiges leben und ihre eigenen kinder.

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deutsches literaturinstitut in leipzig

es gibt berufsgruppen, deren ausbildung an jeder universität oder fachhochschule studiert werden kann. und es gibt berufe, die so gut wie nicht zu studieren sind. einer dieser berufe ist der, der schriftstellerInnen. doch schon seit jahren wird in leipzig der versuch unternommen, diesen beruf zu lehren. und der versuch funktioniert. es ist schwer, einen platz in dem studiengang zu bekommen, wie es in vielen kreativen berufen der fall ist. erstaunlicher weise wird diesen ausbildungsgängen zugestanden, dass die zahl der immatrikulationen auf einem niedrigen niveau gehalten wird. das hat sicherlich zwei gründe. der eine besteht in der tatsache, dass kreative berufe als so außergewöhnlich angesehen werden, dass man mit wenigen bewerberInnen rechnet.

der andere hat damit zu tun, dass man für die kultur und den angegliederten studiengängen wenig geld in unserem land übrig hat. und vielleicht gibt es noch einen letzten grund, nämlich dass die kulturlehrenden und -schaffenden, sich selber gern eine etwas elitäre aura geben.

aber abseits dieser überlegungen bietet leipzig die in deutschland einmalige gelegenheit, die kunst des schreibens zu studieren. dementsprechend hoch ist die zahl der bewerberInnen und dementsprechend gering, die zahl der angenommenen. dieser studiengang gibt keine garantie, einmal auf den bestsellerlisten zu landen, aber er gibt unterstützung, die eigene schriftsprache zu verbessern, zu verändern und auszubauen. mehr informationen zum studiengang und zu den lehrveranstaltungen finden sich hier: http://www.uni-leipzig.de/dll/

schlankstütz push up panty

wie streng zeiten sind, lässt sich manchmal an der mode ablesen. das korsett wurde in zeiten getragen, in denen frauen sich im wahrsten sinne zusammenzureißen hatten, auch wenn mit verschnürungen weitergeholfen werden musste.

zur zeit wird an die 68er erinnert, die sicherlich nur der anfang der frauenemanzipation sein konnten, da auch zu dieser zeit noch die männer den ton angaben. und wer zweimal mit der gleichen pennt, gehörte schon zum establishment.

ab den 70ern waren die klamotten luftig, bunt und wild gemustert. frischer wind fegte durch alles, auch die literatur, etwas in frage stellen gehörte zum guten ton und gebar neues.

doch heute, am abend, zappt es sich locker durch die programm, und schon merkt mann, es wird wieder in form gebracht. die sprache, das aussehen, das verhalten. der home-shop-europe macht es vor mit seinen schlankstütz push up pantys für 39,98. sie sollen die fettpolster der älteren frau unter einem elastischen gummigewebe zurechtrücken, damit der bierbäuchige mann weiter interesse zeigt und nicht den jungen dingern nachschaut. das kann frau nur dadurch erreichen, dass sie sich wieder in ein korsett stürzt, eher zwängt, umkleidet von einem sprachunfall: SCHLANKSTÜTZ PUSH UP PANTY.

schön, wenn wir heute so in form sind, dass keinem mehr auffällt, was wir uns, auch sprachlich antun. das gegenstück für den mann? das QUELLSTÜTZ PUSH UP PILLI viagra 😛

verband deutscher schriftsteller bei verdi

in den letzten tagen erschienen in den deutschen tageszeitungen ganzseitige anzeigen, die dazu aufriefen, das urheberrecht zu schützen. unterzeichnet waren die anzeigen von vielen künstlern und künstlerinnen. sie sehen das übel im internet, das das copyright nicht ernst nimmt.

ist das wirklich so? sieht es nicht eher so aus, dass die vertretung von künstlerInnen bei uns in der politik und in der gesellschaft eher schwach ist. dass der lobbyismus sich lieber der energieproduktion und der stahlindustrie verschreibt, da damit „kohle“ zu machen ist. kunst wird immer noch als ein zwar sinnvolles gesellschaftliches produkt gesehen, doch die produktion dieses kulturguts eher als hobby betrachtet. hier klaffen versprechungen und realität weit auseinander.

deshalb erscheint es umso notwendiger, dass sich künstlerInnen und im besonderen schriftstellerInnen ihre eigene vertretung aufbauen. bei der gewerkschaft verdi gibt es die gruppe „verband deutscher schriftsteller„, die der fürsprache und vertretung der schreibenden zunft gegenüber verlagen, medien und anderen nutznießern der kunst dient. auf der homepage: http://vs.verdi.de/ finden sich manche sinnvolle hinweise, viele interessante links und auch aktuelle informationen zum urheberrecht. denn seien wir mal ehrlich, förderung der kunst kann sich nicht ausschließlich auf die kontrolle des urheberrechts beschränken, dem land sollten seine schriftstellerInnen schon etwas wert sein. scheint aber ein traum zu sein.

schreibtechnik (4)

die hier vorgestellte technik stellt eine mischung aus assoziationstechnik und textproduktion dar. sie kann für beides verwendet werden. es handelt sich dabei um das sogenannte abc-darium. letztendlich eine sehr einfach technik.

man schreibe auf die linke seine eines blattes untereinander das abc. nun wähle man sich eine thematik, eine aufgabe und suche zu jedem buchstaben ein stichwort, einen satz, einen vers oder einen absatz. einzige voraussetzung, der erste buchstabe ist durch das abc vorgegeben. deshalb ist es sinnvoll, sich nicht zu viel zeit zu geben, sondern spontan die liste auszufüllen. soll das ganze zu einem gedicht werden, oder eine geschichte, macht einen zeitliche vorgabe natürlich keinen sinn.

wie man es aus spielen, wie stadt-land-fluss gut kennt, bereiten die buchstaben x und y natürlich schwierigkeiten. das ist auch beim abc-darium nicht anders. man kann für sich die regel schaffen, die beiden buchstaben auszulassen. doch es bietet immer wieder die möglichkeit, neue ideen zu generieren.

ein beispiel für ein abc-darium ist die folgende pdf-datei: http://cms.ifa.de/fileadmin/content/informationsforum/images/abc/abc_broschuere.pdf sie zeigt eine auswahl der von einer jury benannten schönsten wörter der welt, aus verschiedenen sprachen, mit einem wunderbaren klang. viel spaß beim schmökern und nachsprechen.

schreiben und emotionen und web 2.0

 

interessant, wie klatsch und tratsch sich in geschriebener form generieren, wenn sie ins internet gelangen. früher wurden die lästereien über den gartenzaun oder in der kantine ausgetauscht. heute finden sie sich in blogs und foren wieder. Weiterlesen

schreibidee (12)

kurzgeschichten sind kurz. doch es geht noch kürzer. wer sich langsam dem schreiben, zum beispiel durch das kreative schreiben, annähert, lernt im laufe der zeit, dass um manche begebenheit gar nicht so viele worte gemacht werden müssen.

die leserInnen reimen sich den rest zusammen. warum nicht den spieß einmal umdrehen. man nehme eine kurzgeschichte, nicht länger als eine seite. dabei kann es sich auch um eine kurzgeschichte aus eigener produktion handeln. das macht den ganzen vorgang eventuell noch etwas spannender und eindrücklicher.

also, man nehme also die geschichte, die man schon sehr knapp gehalten hat und mache ein gedicht daraus. ob sie nun den leserInnen etwas reimt oder nicht, sollte keine rolle spielen. wichtiger ist der aspekt, dass das gedicht zehn zeilen nicht überschreitet.

in der schreibgruppe wird dann sowohl die kurzgeschichte, als auch das daraus entstandene gedicht vorgetragen. die hörerInnen sind dazu aufgerufen zu beurteilen, ob der zehnzeiler die intention der geschichte trifft oder eine ganz andere erzählt. hauptkriterium beim feedback sollte es sein, ob die verdichtete form berührt, anregt oder fesselt. es können auch vorschläge gemacht werden, wie die lyrik noch besitzergreifender werden kann.

danach ist es dann jedem freigestellt, sich wieder dem verfassen von romanen zuzuwenden 😮

netz-depeschen der süddeutschen zeitung

regelmäßige leserInnen dieses blogs haben sicherlich schon festgestellt, dass eine meiner haus- und hofzeitungen die sz ist. sie bietet in letzter zeit einen vorteil, sie verbindet ihre journalistische berichterstattung mit betrachtungen zum internet, zum datenschutz und zum literarischen.

heute sei eine kleine, teilweise amüsante rubrik vorgestellt, die sich einmal die woche den bewegungen im web widmet. sie erscheint montags im feuilleton und nennt sich „netz-depeschen„. in ihren fragestellungen besucht sie besondere auseinandersetzungspunkte, die sich im netz bilden oder betrachtet nischen, die einem unbekannt blieben, wenn man nicht in die zeitung blickte oder unter jenen link, der mit ein wenig verzögerung den bericht wiedergibt: http://www.sueddeutsche.de/kultur/special/473/101372/

hier finden sich auch die weiterführenden links zu den im text benannten orten des webs. also eigentlich ein wöchentlicher blog, der auch gedruckt wird. ein blick hinein lohnt, auch in die älteren depeschen. und dann das ausgewählt, das einen interessiert.

geschriebenes und gespieltes – berliner theatertreffen

in einer woche ist es wie jedes jahr wieder soweit, es findet da berliner theatertreffen statt. eine veranstaltung, die versucht die interessantesten theateraufführungen der letzten saison in deutschland für ein gastspiel in die hauptstadt zu holen.

oft ergibt sich daraus ein vielfältiger querschnitt der theaterszene. doch neben diesem angebot, das leider schnell ausverkauft ist bei den beliebtesten stücken, gibt es auch einen wettbewerb für theaterautoren – den stückemarkt, also für die meisterInnen des szenischen schreibens. von hunderten einsendungen wählt die jury fünf für szenische lesungen aus und fünf für einen workshop im szenischen schreiben mit john von düffel.

einen überblick, was alles geboten wird in den nächsten wochen, darunter auch uraufführungen der preisträger des stückemarkts des jahres 2007, gibt folgende homepage: http://www.theatertreffen-berlin.de

was kann schreibpädagogik nicht im web 2.0?

 

eine menge. schreibpädagogik im internet kann nicht mit schreibpädagogik in der schreibgruppe gleichgesetzt werden. dafür sind die unterschiede zu groß. was nicht heißen soll, dass schreibpädagogik im web 2.0 überflüssig sein muss. sie ist nur anders. Weiterlesen

weblogs und demokratie

als das internet sich langsam etablierte, schwärmte ein teil der gründer von der basisdemokratischen struktur des neuen mediums und von den vielen möglichkeiten. doch im laufe der jahre zeigte sich, dass auch im netz der markt, die politik und macht eine immer größere rolle spielen.

dennoch ist das internet und sind im speziellen die weblogs, immer noch ein ort, an dem jeder, der einen zugang zum netz hat und die technik kennt, eine weite verbreitung seiner meinung und seiner diskurse erreichen kann. eine eigenschaft, die früher nur massenmedien in den händen weniger vorweisen konnten, die inzwischen jeder weblog erlangen kann.

ist das nun ein vorteil oder ein nachteil für die demokratie? es ist zumindest ein zeichen für die ausweitung der diskurse, soweit sie von den webhostern erlaubt werden.

der internetkenner joichi ito hat sich vor ein paar jahren daran gemacht, ein statement zu weblogs und der ausbaubarkeit von demokratie zu verfassen. er hat dies nicht allein gemacht, sondern die web-community eingeladen, an dem text mitzuarbeiten. das ergebnis kann  nachgelesen werden und ist eine diskussion wert.

zu finden ist der text hier: http://joi.ito.com/static/emergentdemocracy.html

medienpädagogik im internet

schon der buchdruck war eine gesellschaftlich umstrittene angelegenheit. es wurde zu zeiten unserer urväter darauf geachtet, dass die jugend nicht durch lektüre verwerflicher oder aufrührerischer texte verdorben würde. später stellte angeblich das fernsehen eine bedrohung des familienkonzeptes dar. bis die samstagabend-show aufkam, die die ganze familie vor dem fernseher versammelte 😉

es stellt sich jedenfalls immer wieder die frage, muss kindern und jugendlichen vermittelt werden, wie sie den richtigen, angemessenen umgang mit neuen medien finden? zum einen handelt es sich dabei um eine grundsätzliche diskussion der pädagogik, also wie weit sollten erziehungswissenschaften gehen? zum anderen hatten oft kinder und jugendlichen einen viel unverkrampfteren zugang zu neuen medien, als eltern oder erziehungswissenschaftlerInnen. so eigneten sich die jungen generationen eher die vorteile eines mediums an.

die medienpädagogik versucht auf manche dieser fragen eine antwort zu finden. sie versucht erst einmal zu ergründen, kann denn ein problem aus der nutzung der medien, und heute natürlich, aus der nutzung des internet erwachsen. und wenn ja, wie kann ein angemessener umgang mit medien gefunden werden.

wer mehr zu den überlegungen der medienpädagogik erfahren möchte, findet viele verschiedene informationen auf diesen seiten und datenbanken des informationssystems medienpädagogik unter: http://www.ism-info.de/

biografisches schreiben und kunstfreiheit

 

stellen sie sich vor, sie gehen in einen buchladen, stöbern ein wenig durch die regale und entdecken, dass eine ihrer besten freundinnen ein buch geschrieben hat. sie kaufen sich das buch natürlich sofort und fangen an zuhause zu lesen. nach zwanzig seiten stellen sie fest, dass sich das buch um ihre freundschaft dreht. sie lesen über sich selbst unter anderem namen und müssen lesen, dass das eine mal sex, den sie miteinander hatten, für ihre beste freundin fürchterlich war. wie würden sie reagieren? Weiterlesen