Tagesarchiv: 4. April 2008

schreibpädagogik und blog und interaktivität

was bietet ein blog der schreibpädagogik an formen der interaktivität, das sich von normalen schreibgruppen unterscheidet, sowohl im positiven, als auch im negativen sinne?

meiner ansicht nach kann ein blog menschen verknüpfen, die in weiter entfernung voneinander leben. das hat den vorteil, dass ich meine wohnung nicht verlassen, um an einer schreibgruppe teilzunehmen. der vorteil liegt für personen auf der hand, die ihre wohnung nicht oder nur schwer verlassen können. der nachteil kann sein, dass sich jemand an seine computerkontakte so bindet, dass er das „reale“ soziale leben um ihn herum nicht mehr wahrnimmt. Weiterlesen

schnickschnack (4)

wort und spiele gehören meist zusammen. so wie es eine freude sein kann mit den worten zu spielen. manch wortspieler findet auch sonst vergnügen am spiel. es kann eine freude sein, sinnlosen und sinnfreien spielereien nachzugehen. mal nicht groß nachdenken, mal nicht an formulierungen feilen, sich am lustigen spielen erfreuen. das ist nur dann möglich, wenn es nicht um einen sieg geht, wenn die spielerInnen nicht im wettbewerb stehen.monopoly oder mensch-ärgere-dich-nicht sind in solchen momenten nicht zu empfehlen. auch hier bietet das web 2.0 möglichkeiten, die literaturschaffende ganz unbedarft aufsuchen können, einmal anklicken und mit dem Mauszeiger (Cursor) über die freie fläche fahren. es kann erstaunen, was dann mit dem visuellen angebot geschieht. für informatikerInnen und mathematikerInnen sind diese seiten eher arbeit. werden sie doch versuchen, den programmierungscode im hintergrund zu entschlüsseln. und den gesellschaftskritikern unter uns zeigen die kleinen spielereien, wie schnell die bewegung des cursors über den bildschirm zu einer reaktion führt, so wie andere programme das verhalten der besucher von homepages anhand ihrer mausbewegungen erfassen, um festzustellen, welches angebot für besucher attraktiv erscheint. auf diesen seiten werden den besuchern ihre bewegungen nicht sichtbar. wer sie aber sehen möchte, schaue hier vorbei:http://www.uncontrol.com/ erst ein klick in ein fensterchen links und dann mit der maus über das rechte fenster fahren oder dort klicken.http://rhizome.org/artbase/3212/BIOevents/menu.html eine der kugeligen zellen anklicken, schauen was passiert und mit der maus ein wenig hin- und herspielen. viel spaß dabei 🙂

tagebuch oder literatur?

schriftstellerInnen haben oft tagebuch geschrieben. und waren sie verstorben wurden die täglichen eintragungen oft veröffentlicht. ebenso die briefwechsel. um die schreibenden noch ein wenig transparenter zu machen, die entstehung ihrer werke nachvollziehen zu können. das web 2.0 eröffnet da neue möglichkeiten, auch für die schreibenden. das tagebuch in beinahe-echtzeit ins netz zu stellen. doch schaut man sich manches exemplar an, beschleicht einen das gefühl, der leser, die leserin wurden mehr mitgedacht als in einem tagebuch üblich. hier ist ein blick in die persönliche schreibwerkstatt möglich, sozusagen in das karteikästlein der ideen, entwürfe und ereignisse, die ein größeres vorbereiten könnten.das tut den blogs keinen abbruch, ist aber nicht mehr das ungebändigte tagebuch, das verfasst wurde um seiner selbstwillen. sicher es gab auch schon immer schriftstellerInnen, deren tagebücher bei einem das gefühl hinterließen, sie erhofften sich nach ihrem tode eine veröffentlichung. viele machten aber den eindruck, dass das persönliche ohne mitgedachte leser verfasst wurden. sie schilderten die ganz alltäglichen sorgen, ängste und freuden der literaten . und zeigten gleichzeitig, menschen wie du und ich, die nebenher schriftstellerInnen waren, sie nahmen etwas von der ehrfurcht. die blog-tagebücher sind aktueller, aber auch künstlerischer. zwei beispiele seien hier aufgezeigt:da gibt es das tagebuch der else buschheuer, das in auszügen auch schon als buch erschienen ist. Unter http://www.else-buschheuer.de/tagebuch.phpund dann das werk von rainald goetz, einer der ersten schriftsteller, der das internet für sich und seine tätigkeit nutzte, ein pionier der html-literatur. Unter http://www.vanityfair.de/extras/rainaldgoetz/ . einer der wenigen, der sponsoren für seine veröffentlichungen gefunden hat.