reflexion zum eigenen schreiben

 

irrtum, irrtum, nicht einer der autoren dieses blogs wird sich in selbstbetrachtungen über seinen schreibprozess ergehen. sondern er möchte dazu aufrufen, sich eigene gedanken über die individuellen gründe des schreibens zu machen. ohne „selbsterkenntnis“ kann sich das schreiben schwer gestalten.

warum schreibe ich? eine frage, die man sich selten stellt, denn hauptsache man schreibt. wird ja auch so psychologisch, wenn man sich der frage zuwendet. ja, aber, warum schreibe ich denn nun? bin ich überzeugt davon, dass meine gedanken so einmalig sind, dass sie mitgeteilt werden müssen? oder kann ich mich schriftlich besser mitteilen als mündlich? oder gehört es für mich zum guten ton und zum intellektuellen standard, zu schreiben?

die wenigen fragen zeigen schon, es kann viele verschiedene gründe geben, weshalb jemand zum stift oder zur tastatur greift um zu schreiben. bei vielen dingen sagt man, sie verlören ihren reiz, wenn man sie zu sehr ergründet. beim schreiben erscheint es mir gerade umgekehrt. der reiz erhöht sich beständig, je mehr ich meine subjektiven gründe des schreibens aufschlüssle. denn ich entdecke immer mehr facetten des eigenen schreibprozesses. ich vergegenwärtige mir meine inneren zensoren und lege sie beiseite. ich finde einen erweiterten ausdruck für das, was ich mitteilen möchte. ich befreie meine leserInnen von der last, sich mit meinem leiden am schreibprozess auseinandersetzen zu müssen.

also, weshalb sich nicht einmal hinsetzen, die frage oben links zu notieren: warum schreibe ich?, und loslegen. oder ein cluster zum thema erstellen. die gründe werden sich im laufe der zeit verändern, aber die lust am schreiben wird dadurch nicht verloren gehen. übrigens, wer in die literaturwelt schaut, wird feststellen, dass sich viele schreibenden diese frage immer wieder gestellt haben. mancher mag daran verzweifelt sein, doch die meisten erfreuten sich um so differenzierter am spiel der worte. und mögen auch viele behaupten, bücher würden die welt nicht verändern, aber sie verändern den schreibenden.

die reflexion des eigenen schreibens gehört anscheinend zum schreiben, wie das lesen. viel spaß dabei.

 

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