Tagesarchiv: 18. April 2008

schreibpädagogik und lernen

pädagogik taucht als begriff auf, wenn es ums lernen, lehren oder etwas beibringen geht. oft hat pädagogik heute einen nicht so angenehmen beigeschmack und löst bei vielen menschen, die schule und ausbildung hinter sich haben, einen fluchtreflex aus. auch der begriff an den hochschulen, „erziehungswissenschaft“ ist nicht positiver besetzt. wer möchte noch im alter erzogen werden. dabei basieren die reaktionen auf einer fehlannahme vieler pädagogen.
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lettre international – ein zeitschriftentipp

es gibt einen trend, der sich inzwischen in allen medien breit macht. die verdichtung. damit ist nicht die lyrische form gemeint, die aus einem längeren text einen intensiven vers entstehen lässt. bei den aktuellen verdichtungen handelt es sich eher um verkürzungen.

in zeitungen, in radiosendungen oder im fernsehen gibt es meist nur kurze beiträge. der nutzer habe ein recht auf kurze, knappe information in der schnelllebigen zeit heute lautet meist die begründung dafür. dabei wird verschwiegen, dass die produktion kurzer beiträge im journalismus eine preiswertere ist. das unangenehme an dieser häppchenkultur scheint der schnellen kommunikation geschuldet zu sein.

auf der anderen seite bemerken die sender aber, dass sie hohe einschaltquoten mit dokumentationen erreichen, dass die zeitungen, die eine ausführliche berichterstattung anbieten, hohe auflagen erreichen können.
eine zeitschrift, die sich für ihre themen zeit lässt, besser geschrieben, raum nimmt, ist lettre international. allein ihr format deutet darauf hin. jeder kioskbesitzer muss an ihr verzweifeln, hat sie doch die gleiche größe, wie die neuen kompakten tageszeitungen, das tabloid-format. im gegensatz dazu füllt sie ihre seiten aber zweispaltig mit eng gesetzten texten, die sich über drei bis acht seiten erstrecken können.

bestimmend sind essays, ausführliche reportagen oder gedankenspiele. unterbrochen von malerei, natürlich auch werbung und manches mal gedichten. jede ausgabe versammelt journalisten, schriftsteller und autoren aus den verschiedensten ländern der welt. viel text kostet auch ein wenig mehr. doch ein blick in diese zeitschrift, die dem trend zuwider läuft, lohnt sich allemal. mehr information findet sich hier: http://www.lettre.de/

schreibidee (9)

fünf oder vier sinne im raum. in jedem raum, an jedem ort, egal wo die schreibgruppe sich befindet, dort sind schreibanreize zu finden. sie müssen nur notiert werden.
bei dieser schreibidee sollten die teilnehmerInnen durch den raum laufen (durch das haus, über den platz, durch die wohnung…) und eindrücke sammeln. die eindrücke orientieren sich an den sinnen.

zu jedem sinn werden zwei begriffe notiert. also, was kann die schreibgruppe an diesem ort hören, sehen, fühlen (ertasten) und riechen. bis jetzt fehlt der fünfte sinn, da nicht an jedem ort etwas zu schmecken ist. hier besteht spielraum. entweder dürfen die begriffe auf zehn insgesamt aufgestockt werden. oder die teilnehmerInnen fantasieren, welche geschmacklichen sensationen zu dem raum passen könnten. oder sie überlegen, was sie in diesem moment gern essen würden.

diese übung lässt sich also in jedem raum durchführen. sind am schluss zehn begriffe, worte oder beschreibungen zusammen gekommen, ist daraus eine geschichte, ein gedicht, ein haiku zu verfassen. eine wahrlich raumgreifende schreibidee 😛