Tagesarchiv: 19. April 2008

„erinnerungsbücher“ für sogenannte „aids-waisen“

in der neuen ausgabe von „geo“ erscheint eine reportage über das schreiben von erinnerungsbüchern (memory-books) von hiv-positiven eltern für ihre kinder in afrika (http://www.geo.de). mit diesen büchern versuchen die eltern ihren kindern die geschichte der eigenen familie, eine erinnerung an ihre eltern und traditionen zu vermitteln.

die bücher werden sehr verschieden gestaltet, auch die inhalte sind unterschiedlich und individuell. das schreiben der erinnerungsbücher wird von verschiedenen hilfsorganisationen organisiert und schreibgruppen werden dazu angeleitet. wie bei uns auch, werden in afrika familiengeschichten und traditionen eigentlich mündlich überliefert, oft nicht niedergeschrieben. da die eltern leider oft sterben, während die kinder noch sehr klein sind, gehen dies überlieferungen ganzer generationen verloren. um wenigstens ein paar erinnerungen zu erhalten, werden diese bücher geschrieben.

es ist sicher eine möglichkeit für die eltern sich auch noch einmal mit ihrer erkrankung auseinanderzusetzen. auf der anderen seite ist diese form des verfassens der lebensgeschichte auch der entsetzlichen tatsache geschuldet, dass die medizinische versorgung der hiv-positiven in afrika weiterhin schlecht ist. die welt schaut zu, wie ganze generationen eines kontinents verschwinden.

mehr informationen zu den memory-books und ein reader zum anleiten einer erinnerungsbücher-schreibgruppe findet sich hier (in englisch): http://www.healthlink.org.uk/projects/hiv/imp.html