Tagesarchiv: 23. April 2008

die sprache der berliner verkehrsbetriebe

technische abläufe zu beschreiben ist nicht einfache. noch schwerer fällt vielen einen wortschatz für dienstleistungen zu finden. wenn das ganze dann auch noch visuell aufbereitet wird, dann kann schon gehörige verwirrung entstehen. meister im fach der verwirrung und technisierten sprache sind die berliner verkehrsbetriebe (bvg), zwei unübertroffene beispiele für eine sprache, die kein mensch versteht und die übersetzer auf den u-bahnhöfen benötigt.

zum einen die ankündigung der auswirkungen des momentanen streiks von verdi in den werkstätten der bvg: Um das rollende Material zu schonen, fahren U-Bahnen und Straßenbahnen seit heute in kürzeren Behängungen. Damit kann es in Spitzenzeiten zwar etwas voller in den Zügen werden, wir können aber sicherstellen, dass das vorhandene Wagenmaterial möglichst lange einsatzfähig bleibt.

da sind wir aber froh, dass der streik keine nachteiligen auswirkungen auf das laufende material, nämlich die fahrgäste hat. und hüpfendes material spielte in der bvg ja nie eine rolle 😀

und dann wird gebaut. wie eigentlich die ganze zeit, muss das konstante material, nämlich das gleis, immer wieder überholt werden. das führt zu beeinträchtigungen im personennahverkehr, die hier (der link ist nicht mehr aktuell) zu betrachten sind: wann fährt noch einmal was, wohin? die zeichnungen auf den u-bahnhöfen bieten eine noch kryptischere darstellung, die leider nicht auf der homepage zu finden ist. so werden auch in den kommenden wochen touristengruppen durch berlin u-bahnhöfe irren. 😮

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lesen, lesen, lesen…

heute wäre beinahe vor lauter lesen, der welttag des buches verpasst worden. erst zum frühstück die zeitung gelesen, dann auf dem weg zur arbeit im nahverkehr ein buch gelesen, oder im auto ein hörbuch gehört. bei der arbeit die ganzen mails gelesen, geschäftsbriefe oder fachlektüre. auf dem weg nach hause wieder das gleiche, bücher gelesen oder gehört. zuhause ein wenig fern gesehen, die privaten mails erledigt, dann zu einer zeitschrift gegriffen und ein paar artikel gelesen. im bett das buch vom nachttisch genommen, noch ein paar seiten gelesen.

wozu da noch einen „welttag des buches“. nun hier wird es erklärt: http://www.welttag-des-buches.de/de/135793. könnte ja sein, dass manche leserInnen dieses blogs jemanden kennen, der zu wenig liest. ich wäre ja für einen welttag des vorlesens. aber für die erfinder der welttage ist dies wohl das gleiche. nun denn, aus solidarität könnte man ja jetzt noch schnell einen zwischenstopp in der buchhandlung einlegen. und dann endlich schreiben, schreiben, schreiben…

das ende der schublade – ein buchtipp

gestern wurde hier der vorteil des grundrauschens im internet für die suche von informationen geschildert. welche konsequenzen die unübersichtlichkeit für unsere vorstellungen von ordnung hat und wie sich daraus neues wissen gewinnen lässt, kann in dem buch „das ende der schublade – die macht der neuen digitalen unordnung“ nachgelesen werden.

geschrieben wurde das buch von david weinberger, der in harvard forscht, für woody allen schreibt und in zeitschriften wie „wired“ veröffentlicht.

im buch betrachtet er die ordnungssysteme unserer heutigen bibliotheken oder anderer sortierfolgen (wie zum beispiel bei den chemischen elementen das periodensystem). er zeigt ihre vorzüge auf, als sie erfunden wurden. schildert aber gleichzeitig ihre beschränktheit bei der heutigen informationsflut. die folge muss sein, dass wir neu ordnen müssen, um in dem chaos fündig zu werden. wie das aussehen kann und wieweit es unser leben verändern wird, das schildert weinberger in dem buch.

interessante betrachtungen, wenn man sich mit der zukunft des internet beschäftigt und mit der frage wieweit moderne medien unsere gesellschaft verändern werden. erschienen ist das buch 2008 beim carl hanser verlag in münchen. ISBN 978-3-446-41221-7.

david weinberger betreibt eine eigene website, die hier zu finden ist: http://www.evident.com/ . und von dieser seite aus ist sein sehr interessanter blog zum internet und allem drumherum unter dieser adresse zu finden: http://www.hyperorg.com/blogger/ oder folgender blog: http://www.everythingismiscellaneous.com/ – passend zum buch.