Tagesarchiv: 24. April 2008

schreibidee (11)

beobachtungen gelingen oft treffender, wenn sie distanzierter geschildert werden. der mensch hat den hang, seinem fiffi, seiner mieze oder auch der schlange im wohnzimmer, menschliche eigenschaften anzudichten. so verfasste der schriftsteller wolfdietrich schnurre das buch „die aufzeichnungen des pudels ali“, ein tagebuch, in dem der pudel seine freunschaft zu einer katze schildert.

um sich selbst oder seine umwelt detailierter zu betrachten, kann es hilfreich sein, sich einmal in ein tier zu versetzen (natürlich in ein vermenschlichtes), das das schildert was es sieht und erlebt.

für schreibgruppen könnte somit die aufgabe darin bestehen, sich entweder ein reales haustier oder ein fiktives vorzustellen. nun sind die gedanken des haustiers über eine bestimmte erlebte situation zu schildern. was dachte fiffi beim letzten ehekrach? was überlegte der hamster, als er das kopulieren paar im bett nebenan nachts beobachtete? was dachten die fische im aquarium über helmut kohl? zu welchen schlüssen kommt die katze der clintons?

interessanter für die schreibenden wird die aufgabe sicherlich, wenn es sich um tiere in ihrer nähe handelt. es kann auch die ameise auf dem balkon sein, die stechmücke im wohnzimmer oder der nachtfalter in der küche. durch die kleinen hausfreunde können situationen aus einer anderen perspektive beschrieben werden, kombiniert mit der (menschlich zugeschriebenen) eigenheit des tieres. aufschlussreiche erkenntnisse können nicht ausgeschlossen werden.

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schnickschnack (09)

mal wieder was fürs auge. ein blog. ein mensch, der sich mit allen formen der dreidimensionalen darstellung und animation im internet auseinandersetzt, hat einen blog erstellt, der eine vielfalt an faszinierenden einblicken bietet. vor allen dingen den flash-animationen hat sich der autor des blogs verschrieben, also letztendlich kleine filme, die beim besuch einer homepage abgespielt werden können. diese filme können manchmal durch das drüberfahren mit der maus verändert und beeinflusst werden.

so zeigt sich dem betrachter ein potpourrie an farben und formen, an wabern und fließen, blubbern und schweben. kann eine anregung für schriftliches sein, kann aber auch einfach nur schön und witzig sein. und wen die technischen hintergründe interessieren, der findet im blog viele weitere informationen. aber auch viele links zu anderen spezialisten der darstellung und des grafikdesign. hier sei noch einmal bemerkt, je virtueller die welt wird, um so visueller wird sie. also sich lieber überraschen lassen, als es zu ignorieren. zukünftige kunden werden sich auch am layout orientieren ;-(

die seite von mr. doob ist hier zu finden: http://mrdoob.com/blog/

handschrift – wozu noch?

virtuelle welten verändern das schreibverhalten. es wird getippt, nicht auf dem lottoschein, auf der tastatur. das geht bei gewisser übung schneller und wird zum beispiel als „unicode (utf-8)“ von jedem computer verstanden. ja durch die schrift können ganze abläufe programmiert werden.

wie viele zeitungen (tages- oder wochen-) hat auch die süddeutsche in den letzten jahren ableger produziert. so gibt es inzwischen sz-wissen, die monatliche wissenschaftszeitung. die neuste ausgabe widmet sich der handschrift. leider sind nur leseproben der jeweiligen ausgabe im internet einsehbar. so gibt es einen selbstdiskurs über handschrift vs. maschinenschrift hier (http://www.sueddeutsche.de/wissen/special/921/43878/index.html/wissen/artikel/681/168195/article.html) zu lesen. der längere  dazugehörige artikel über die (be)deutungen von handschriften kann nur dem gekauften exemplar entnommen werden. hierbei geht es vor allen dingen um mögliche rückschlüsse auf die psychische verfasstheit der schreibenden aufgrund ihrer handschrift. vielleicht ist es doch ganz gut, dass die handschrift immer mehr verschwindet?

ein weiterer artikel des hefts beschäftigt sich mit der verwundbarkeit des cyberspace. er greift die durchtrennung eines überseekabels vor zweieinhalb monaten durch einen anker auf. dieser unfall hatte zur folge, dass mehrere golfstaaten kaum mehr zugang ins internet hatten. denn technik ist anfällig, und wie können ausfälle umgangen werden. die frage stellt sich, je mehr bedeutung die virtuellen welten für den alltag bekommen.