schreibidee (11)

beobachtungen gelingen oft treffender, wenn sie distanzierter geschildert werden. der mensch hat den hang, seinem fiffi, seiner mieze oder auch der schlange im wohnzimmer, menschliche eigenschaften anzudichten. so verfasste der schriftsteller wolfdietrich schnurre das buch „die aufzeichnungen des pudels ali“, ein tagebuch, in dem der pudel seine freunschaft zu einer katze schildert.

um sich selbst oder seine umwelt detailierter zu betrachten, kann es hilfreich sein, sich einmal in ein tier zu versetzen (natürlich in ein vermenschlichtes), das das schildert was es sieht und erlebt.

für schreibgruppen könnte somit die aufgabe darin bestehen, sich entweder ein reales haustier oder ein fiktives vorzustellen. nun sind die gedanken des haustiers über eine bestimmte erlebte situation zu schildern. was dachte fiffi beim letzten ehekrach? was überlegte der hamster, als er das kopulieren paar im bett nebenan nachts beobachtete? was dachten die fische im aquarium über helmut kohl? zu welchen schlüssen kommt die katze der clintons?

interessanter für die schreibenden wird die aufgabe sicherlich, wenn es sich um tiere in ihrer nähe handelt. es kann auch die ameise auf dem balkon sein, die stechmücke im wohnzimmer oder der nachtfalter in der küche. durch die kleinen hausfreunde können situationen aus einer anderen perspektive beschrieben werden, kombiniert mit der (menschlich zugeschriebenen) eigenheit des tieres. aufschlussreiche erkenntnisse können nicht ausgeschlossen werden.

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