schreibgruppen und setting

 

wenn eine schreibgruppe durchgeführt werden soll, macht es sinn, sich gedanken über das setting zu machen. eigentlich führen schreibgruppen zu dem effekt, zu lernen, an beinahe jedem ort schreiben zu können, doch der einstieg in das schreiben fällt in einem dunklen kellerloch schwerer (außer bei gruselgeschichten) als in einem von tageslicht durchfluteten raum. wenn ihre schreibgruppe abends stattfindet, sorgen sie für genug beleuchtung im raum.

der stuhlkreis, der sich in anderen gruppenveranstaltungen bewährt haben mag, der macht in einer schreibgruppe nicht viel sinn. auch die kennenlern- und warmup-runde kann schriftlich vollzogen werden und muss nicht unbedingt den pädagogischen anforderungen einer perfekt geleiteten gruppe entsprechen. denn sie können davon ausgehen, ihre teilnehmerInnen sind heiß darauf, zu schreiben.

also sorgen sie für tische und genug platz zum schreiben für alle teilnehmerInnen. da die geschmäcker wie am liebsten geschrieben wird verschieden sind, so verschieden wie die schreibenden, kann es hilfreich sein, wenn noch anderer raum zur verfügung steht, den die schreibgruppe nutzen kann, wenn sie lust dazu hat. das muss nicht sein, aber hier geht es auch um den idealfall. vielleicht können sie dann im laufe der schreibgruppe den schreibort einmal wechseln, auch das kann den ideenfluss beleben.

ganz wichtig sind die sinnlich-vitalen bedürfnisse neben dem schreiben. eine toilette sollte vom schreibraum nicht zu weit entfernt sein, und getränke zumindest beim ersten treffen zur verfügung stehen.

essen muss nicht sein. es ist auch von der dauer und der tageszeit der schreibgruppe abhängig, ob sie zumindest ein wenig obst parat halten sollten oder eine idee davon haben, wo man in der nähe schnell etwas essen kann. 

wenn es geht, reihen sie sich in die gruppe der schreibenden ein, wahren sie aber weiterhin die rolle des leiters, der leiterin. man wird es ihnen danken. oder gründen sie eine schreibgruppe, die nicht angeleitet wird, dann sind sie automatisch eingereiht, treffen aber auch nicht alleine die entscheidung über das setting.

sorgen sie für regelmäßige luftzufuhr in ihrem raum, sonst schlafen ihre teilnehmerInnen irgendwann über den eigenen texten ein. und schaffen sie eine angenehme temperatur, die es jedem ermöglicht, ohne klamme finger zu schreiben. fragen sie am besten irgendwann die schreibgruppe, ob soweit alle bedürfnisse befriedigt sind. versuchen sie aber nicht, alle wünsche, die an sie herangetragen werden zu erfüllen, wenn es für manches manko keine lösung gibt. benennen sie das manko klar, doch konzentrieren sie sich wieder auf das wesentliche, das schreiben. sollten sie draußen schreiben wollen, überlegen sie sich im vorfeld schon eine alternative, wenn das wetter nicht mitspielen sollte. am besten wäre es, wenn sie einen alternativraum an der hand hätten. sollten sie bis in den späten abend schreiben, klären sie, wie die teilnehmerInnen noch nach Hause kommen können, wenn sie auf den nahverkehr angewiesen sind oder sprechen sie beim ersten treffen die möglichkeit von mitfahrgelegenheiten an.

halten sie ein paar ersatzstifte parat und auch ein wenig papier. einem unverkrampften start dürfte jetzt nichts mehr im wege stehen.

 

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