Tagesarchiv: 6. Mai 2008

schreibidee (15)

schaut man sich die literatur an, dann wimmelt es in der weltliteratur nur so von menschen mit größeren problemen oder psychischen störungen. anscheinend bieten diese protagonisten eine gute möglichkeit der gesellschaft einen spiegel vorzuhalten. zudem bietet sich die möglichkeit, eine distanzierte position zu den personen in den geschichten einzunehmen.

also könnte es für eine schreibgruppe interessant sein, die betrachtung der umwelt aus sicht eines menschen mit psychischen störungen zu schreiben. dazu können erst einmal die definition von icd-10 oder dsm-4 herangezogen werden, zwei psychopathologische klassifikationssysteme und andere krankheiten. alle teilnehmerInnen der schreibgruppe wählen sich eine störung aus, lesen sich die beschreibungen für die störungen durch und versuchen einen tag im leben eines menschen mit dieser störung zu schreiben.

wichtig dabei, die beschreibung sollte aus der sicht des erkrankten menschen geschrieben werden, um zumindest ansatzweise ein gefühl für die qual oder den schmerz, der mit der störung einhergeht, zu bekommen. klar ist, dass etliche aspekte nicht vollständig nachvollzogen werden, können, aber es kann hilfreich sein, um festzustellen, wie unsere gesellschaft eigentlich auf jemanden wirkt, der sie „anders“ wahrnimmt. außerdem lässt sich oft feststellen, dass der „irrsinn“ nicht selten in der „normalität“ steckte.

als kleine anregung am rande, die homepage der „irren-offensive“ oder antipsychiatrie:  http://www.antipsychiatrie.de/

schnickschnack (13)

hier noch ein ergänzender hinweis von sabine zur literaturseite für kinder im netz. es gibt eine zeitung für die altersgruppe von 7 bis 11, die zehnmal im jahr erscheint. sie bietet neben geschichten und tipps auch kleine schreibanregungen, die kindern viel spaß machen können. die zeitung heißt „der bunte hund“ und weitere informationen sind unter folgendem link zu finden: http://www.beltz.de/derbuntehund/index.htm

p.s.: die beilage „kinderleben“ der süddeutschen zeitung berichtet in ihrer heutigen ausgabe, dass der radius, in dem sich kinder vor 30 jahren bewegten bei 20 kilometer lag und heute bei 4 kilometer liegt.

schreibaufgabe (03) – ergebnis von sabine (2)

Uhrenschlag

 

Sonniger Sonntagmorgen. Lisa schaut aus dem Schlafzimmerfenster. Noch sind die Berge schneebedeckt. Auf den Futterwiesen  hinter dem Haus besprenkeln Löwenzahnblüten, die braun-grüne Umgebung. Wiesenduft – sie hatte ihn vermisst.

 

Lisas Töchter sind gegen Morgen in ihr Bett gekrochen. 

Lucy hat sich den Wecker vom Nachttisch genommen. Sie zieht ihn auf.  Das schwarze Metallungeheuer, dessen goldener Klöppel zwischen zwei Glockenhütchen hin und her saust, rasselt.

 „Gib mal her. Das kannst du gar nicht!“, schreit Zoe ihre Zwillingsschwester an und schnappt sich die Uhr.

„Hey, das ist meine. Ich hatte die jetzt! Mama…!“

„Du bist gemein. Immer willst nur du den Wecker haben. Immer nur du! So wie du machst, ist falsch. Ich hab den jetzt. Guck mal…“

Lucy fängt an zu kreischen. Sie sitzt mit offenem Mund im Bett und fuchtelt mit den Händen.

 

„Hört auf zu streiten.“. 

Lisa dreht sich um. Klingt wie ein Werbespot, in dem Kinder zum Multivitaminsaft trinken gerufen werden, denkt sie.  

Lisa wartet ab. Sie mag sich ihren Tagträumen hingeben.

Der Wecker wird hin und her gerissen. 

Lucy zieht an Zoe´s Haaren.

Zoe haut die Uhr Lucy auf den Arm.

Der Wecker schrillt.

Zoe heult. 

Lucy schreit. 

Lisa greift ein.

 

„Schluss!“ brüllt sie, „Ihr hört sofort auf, sonst…sonst…ihr geht mir so auf die Nerven!“  Lisa reißt den plärrenden Wecker an sich, stellt ihn aus und wirft ihn auf das Bett. Weiterlesen

schreibaufgabe (03) – ergebnis von sabine (1)

plopps

 

dem früh sein ling

dem wir sein sing

der wolke ihr kleid

dem jüngling die maid

der zunge den kuss

dem kurzen der schluss