Tagesarchiv: 12. Mai 2008

entwerfen von schreibideen

 

seit es diesen blog gibt (nun beinahe 8 wochen) habe ich hier 16 schreibideen plaziert, die mir eingefallen sind. manche sind in ahnlehnung an andere, die ich kenne, entstanden, andere fielen mir freifluktuierend ein. beim sammeln von ideen und zusammenfassen von schreibanlässen stellte ich fest, wie unendlich groß die möglichkeit, schreibideen zu entwickeln und zu entwerfen.

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biografisches schreiben und jahreszahlen

wendet man sich seiner eigenen biografie zu und hat dabei keine eigenen tagebücher zur hand, dann kann man bei den überlegungen, wann denn genau was passiert ist, ganz schön ins stolpern kommen. oder haben sie noch in erinnerung wann ihre eltern das vollkommen orangefarbene zimmer aus den 70ern frisch gestrichen haben. nun gut, das mag nicht gerade ein wichtiges detail ihrer biografie sein, höchsten sie beschäftigen sich seit jahrzehnten mit einer orange-phobie.

aber es kann manchmal hilfreich sein, wann auf der welt eigentlich was geschah. denn so manches ereignis bietet einen anhaltspunkt für die eigene entwicklung. zum beispiel als sie ihren ersten fassbinder-film im provinzkino mit vier anderen menschen und einem guten freund die altersgrenze unterschreitend gesehen haben.

oder als sie bei protesten vor den pershing-II-depots weggetragen wurden, als sie im fernsehen die hochzeit von lady di und prinz charles gesehen haben, als sie sich wunderten, weshalb so viele helmut kohl wiedergewählt haben oder als sie sich fragten, wann der saure regen die wälder endgültig vernichtet.

es gibt da ein ganz gutes hilfsmittel, mal wieder wikipedia. denn sie können bei wikipedia jahreszahlen aufrufen. und sie werden erstaunt sein, wieviel in einem jahr geschehen kann. der große vorteil ist, viele der angegebenen ereignisse werden auf weiterführenden seiten ausführlich beschrieben und geschildert. sollte ihnen die deutschsprachige seite nicht genügen, finden sie zu vielen anderen regionen der welt weitere seiten, teilweise sicherlich in sprachen, derer sie nicht mächtig sind, aber ein blick hinein kann nicht schaden.

und plötzlich können sie vielleicht manche ereignisse ihrer lebensgeschichte und biografie genauer in einen zeitraum einfügen. und vielleicht finden sie begebenheiten, an die sie sich lang nicht mehr erinnert haben, die sie damals aber eindringlich miterlebten. viel spaß bei der virtuellen zeitreise durch ihr leben ➡

die logik der sorge. – ein buchtipp

ein französischer philosoph in der tradition von michel foucault setzt sich mit den konsequenzen der medialen entwicklungen für die gesellschaft auseinander. dabei wird es teilweise sehr grundsätzlich, psychoanaltytisch und verstiegen. aber insgesamt ein sehr interessantes buch, das die grundlage für weitere betrachtungen legen soll.

bernard stiegler verbindet in seinem buch „logik der sorge. verlust der aufklärung durch technik und medien.“ die frage nach den notwendigkeiten einer aufgeklärten gesellschaft und den folgen einer medienentwicklung, die in allen generationen inzwischen zu aufmerksamkeitsstörungen und verantwortungslosigkeiten führt.

dabei stellt er zum einen eine infantilisierung der erwachsenen und den verlust der unmündigkeit jugendlicher durch neue gesetze fest, zum anderen die zerstörung von generationslernen, die zersetzung der gesellschaftlichen grundlagen durch psychotechniken und psychotechnologien, die von der audiovisuellen medienmacht versursacht werden.

in seinen betrachtungen bezieht er sich auf die griechischen philosophen, kant, freud (über diese betrachtung kann man streiten), jonas, heidegger, foucault, untersuchungen aus der neurophysiologie und andere naturwissenschaftlichen untersuchungen. teilweise ist das buch als nicht-philosoph nicht ganz leicht zu lesen, aber die grundgedanken und die argumentationen können nachvollzogen werden und bieten eine wunderbare grundlage für den diskurs über die folgen einer medialisierten welt.

das buch ist erschienen in der edition unseld, suhrkamp verlag, in frankfurt am main, 2008. ISBN 978-3-518-26006-7