Tagesarchiv: 15. Mai 2008

kiez-poeten – eine lesung am 16ten mai

berlin ist eine großstadt. gleichzeitig wirkt berlin aber wie die vernetzung vieler kleinstädte (kieze). das macht die großstadt gemütlicher und menschlicher, manchmal auch muffiger.

eine der schönen seiten der kleinstädterei sind die vielen menschen, die sich für eine positive stadtentwicklung engagieren (und zum beispiel nächstes wochenende für die schließung des flughafen tempelhof stimmen). dazu gehört auch das kiezbündnis klausener platz. dieses bündnis setzt sich nicht nur für die verbesserung des wohnumfelds ein, sondern auch für die kulturelle vielfalt.

aus diesem engagement entstand das buch „kiez-poeten„, das texte aus dem kiez verschiedenster schreiberInnen vereint. eine vorstellung des buchs kann hier gefunden werden: http://klausenerplatz.de/typo3-kp/index.php?id=Kiezpoeten

und am 16ten mai findet eine lesung zum buch mit musik im theater „tribüne“ am ernst-reuter-platz statt. weitere infos dazu hier: (nicht mehr aktuell)

auf dass unsere kieze noch wohnlicher werden. danke für den tipp an andrea.

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biografisches schreiben und archive

bei der annäherung an die eigene lebensgeschichte kann es sein, dass man an punkte sowohl der familiengeschichte als auch der eigenen geschichte stösst, an denen man von allein nicht mehr weiter weiß. was war da genau los, an welche details des ereignisses kann ich mich erinnern.

oder es interessiert einen, was eigentlich im hintergrund bestimmter gesellschaftlicher ereignisse passiert ist. möchte man sie doch in die eigene biografie oder in die biografie anderer personen einbinden. vielleicht möchte man aber auch nur ein wenig hintergrundinformationen haben, wieweit das eigene leben selbstbestimmt war und wieweit andere darauf einfluss genommen haben. (bekanntestes beispiel sind die stasi-unterlagen, die weiterhin eingesehen werden können und die eigene lebensgeschichte vollkommen verändern können.)

um dies recherchieren zu können bieten sich vor allen dingen historische archive und datenbanken an. es werden immer mehr archive für den freien zugang geöffnet. das hat damit zu tun, dass vor jahrzehnten damit begonnen wurde neue archivierungsmethoden anzuwenden, die es leichter machen, die daten zu finden. außerdem ist es einfacher geworden archivmaterial zu digitalisieren, soll heißen, manche erfassung von texten geschieht beinah vollautomatisch. und es hat mit den zeitlichen fristen zu tun. so stellt zum beispiel die eu alles zur verfügung, was vor über 30 jahren geschah.

viele archive muss man weiterhin persönlich aufsuchen, doch die recherche was vorhanden ist, kann über das internet angestellt werden. mancher zugang zum archiv ist zeitaufwendig, aber es kann sich lohnen. gebündelte informationen zu archiven findet man im internet unter anderem bei der archivschule marburg, die eine sehr ausführliche linkseite zu archiven weltweit betreibt: http://www.archivschule.de/content/59.html . wem dies noch nicht genügt, der findet auf einer seite der uni regensburg eine sammlung von historischen datenbanken, viele sind inzwischen über das internet erreichbar, unter folgendem link. und nachdem alle archive durchsucht wurden, steht dem selbstgeschriebenen historischen roman nichts mehr im wege. und historische romane sind gerade voll im trend 😀

schnickschnack (15)

das internet ist eine riesige ansammlung von daten. wem die hier vorgeschlagenen orte mit diversen datenbanken noch nicht genügen, dem kann ich noch zwei weitere vorschläge machen. die ganz anders sind, als die anderen und viel zusätzliches wissen anbieten. was das mit schreibpädagogik zu tun hat? nicht so viel, aber hilfreich bei recherchen können die folgenden zwei datenpools sehr wohl sein.

zum einen handelt es sich um die internetsuche über „dmoz„. dies ist eine Katalogsystem, das sich ähnlich gestaltet, wie früher die älteren suchmöglichkeiten im internet. der katalog, erstellt von open-source-mitarbeiterInnen hat einen hierarchischen aufbau und unterscheidet sich von den tag-clouds wie tag und nacht. so wählt man zum beispiel als erstes die sprache, dann die erste kategorie, die sich wieder aufsplittet in viele verschieden weitere kategorien und so weiter. dadurch, dass die einträge alle von den mitarbeitern geprüft werden, ist die gefahr, hier auf fake-seiten oder spam zu treffen sehr gering. außerdem kann übrigens jeder beantragen, dass seine eigene homepage in den katalog aufgenommen wird. leider gibt es die kategorie schreibpädagogik noch nicht. die seite ist hier zu finden: http://www.dmoz.org/World/Deutsch/

die andere seite von „arxiv“ stellt seit über 10 jahren hochwissenschaftliche texte zur verfügung, die nicht in „nature“ oder „science“ veröffentlicht wurden. man kann sich alle texte als pdf-dateien herunterladen und in ruhe lesen. leider sind alle in englisch und die suchfunktion ist nicht besonders intuitiv. doch wenn man ein bisschen rumprobiert hat findet man reichlich informationen aus den bereichen physik, mathematik, informatik, computer und dergleichen. sie ist zu finden unter: http://de.arxiv.org/

wege zum ruhm – ein buchtipp

allen besucherInnen dieses blogs sind wahrscheinlich die gedichte und texte von robert gernhardt bekannt. weniger bekannt ist vielen, dass er nicht nur amüsantes schrieb, sondern auch eine menge ernsthaftes. und dass er sich schon immer theoretisch mit dem schreiben und dem schriftstellerdasein beschäftigte.

da ist es ein wahrer genuss, wenn robert gernhardt seine witzige schreibe mit ernsten überlegungen zu der frage „wie werde ich ein berühmter schriftsteller?“ verbindet. dabei heraus kam das buch „wege zum ruhm – 13 hilfestellungen für junge künstler und eine warnung„.

das buch basiert auf briefen, die robert gernhardt seinem patensohn horst schreibt. der hatte seinen patenonkel angeschrieben, dass er auch berühmter „künstler“ werden wolle und nun etwas hilfe brauche. so beginnt der erste brief mit der suche nach dem passenden künstlernamen. so wird aus horst streugöbel erst horst hacker, dann igor incasso oder dergleichen.

und doch schimmern an vielen stellen, vor allen dingen auch bei der einen warnung, brauchbare tipps für den versuch, schriftsteller oder schriftstellerin zu werden, durch. ein sehr empfehlenswertes buch für alle, die nicht nur dem ernst des lebens im künstlerischen ausdruck verleihen wollen. das buch ist erschienen im fischer taschenbuch verlag, frankfurt am main (ich weiß nicht, wann die letzte auflage erschien). ISBN 3-596-13400-5