„stilübungen“ – ein buchtipp

ein kleines schlichtes büchlein bietet über einhundert anregungen, wie man einen text verfassen kann. geschrieben wurde es von raymond queneau und heißt schlicht „stilübungen„. ausgangslage ist folgenden geschichte:

im autobus der linie s, zur hauptverkehrszeit. ein kerl von etwa sechsundzwanzig jahren, weicher hut mit kordel anstelle des bandes, zu langer hals, als hätte man daran gezogen. leute steigen aus. der in frage stehende kerl ist über seinen nachbarn erbost. er wirft ihm vor, ihn jedesmal, wenn jemand vorbeikommt, anzurempeln. weinerlicher ton, der bösartig klingen soll. als er einen leeren platz sieht, stürzt er sich drauf. zwei stunden später sehe ich ihn an der cour de rome, vor der gare saint-lazare wieder. er ist mit einem kameraden zusammen, der zu ihm sagt: „du solltest dir noch einen knopf an deinen überzieher nähen lassen.“ er zeigt ihm wo (am ausschnitt) und warum.

soweit die angaben zur geschichte, zu finden unter der überschrift „angaben“. und dann folgt die gleiche geschichte in den verschiedensten varianten, wie verdoppelung, metaphorisch, überraschungen, wortschnitzeljagd, zögern, erzählung, amtlicher brief…

es ist erstaunlich, mit wie wenigen handwerklichen griffen queneau es schafft, die geschichte neu und verändert zu erzählen. das buch ist eine wunderbare anregung für stilistische selbstübungen zu einer begebenheit, die man vielleicht selber erlebt hat.

zu finden ist das buch bei der bibliothek suhrkamp, frankfurt am main. ISBN 978-3-518-22419-9

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