schreibpädagogik und schule

 

sucht man im internet nach schreibpädagogik taucht häufig die schule als thema auf. so gibt es die versuche schreibpädagogische techniken an den schulen zu vermitteln oder kreatives schreiben im unterricht zu verankern. das kann eine gute möglichkeit sein spielerisch an das schreiben heranzuführen.

doch dabei sind manche dinge zu bedenken. die kombination kreatives schreiben und notengebung widersprechen sich. das bekommt schnell den charakter, wie man ihn aus dem kunstunterricht kennt. da werden zeichen- oder malaufgaben gegeben und die bilder später benotet. das erstickt jegliche kreativität im kern, denn schülerInnen verhalten sich in diesen momenten strategisch. sie versuchen herauszufinden, welche ergebnisse den lehrerInnen gefallen werden. und gerade bei der kunst sind die geschmäcker verschieden.

zudem ist die schule erst einmal ein zwangsverband, man kann sich seine mitschülerInnen, seine lehrerInnen und meist auch seine schule nicht auswählen. wenn nun aber kreative texte oder sogar biografische verfasst werden, fließt ja meist ein persönlicher anteil ein. möchte man mit den übungen erreichen, dass schülerInnen ihren inneren zensor überwinden, sollte immer wiederholt werden, dass die vorstellung der texte absolut freiwillig ist. es macht einen großen unterschied freiwillig zum beispiel in eine ag schreiben zu gehen oder in der eigenen klasse selbstgeschaffenes vorzutragen. vor allen dingen ist der gruppendruck in einer schulklasse nicht zu unterschätzen, er ist schon in freiwilligen gruppen recht hoch. und ein schüler, eine schülerin können schnell ausgeschlossen werden, wenn sie sich weigern an bestimmten „veröffentlichungen“ teilzunehmen.

als weiterer aspekt erscheint es mir wichtig, dass schülerInnen die möglichkeit haben müssen eine aufgabe zu verweigern. das ist in unserem schulsystem schwer vorstellbar und wird normalerweise nicht akzeptiert. aber gerade bei kreativen prozessen muss es möglich sein, nein zu sagen. denn sonst wird das spielerische und lustvolle schreiben schnell zum zwang. und die konsequenz kann darin bestehen, dass sich jemand nie mehr an das schreiben heranwagt.

also die beste variante wäre es wahrscheinlich, eine schreibgruppe auf freiwilliger basis in schulen anzubieten. oder eine art schreibberatung zu etablieren, die allen schülerInnen offensteht, die aber eben nicht im regulären unterricht eingebunden ist.

was nicht heißen soll, dass bestimmte schreibspiele oder schreibtechniken im schulunterricht nicht vermittelt werden können. so können übungen für zuhause auf der basis der vorgestellten techniken, aufgegeben werden, die aber bei den schülerInnen bleiben und nicht vorgestellt werden.

 

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