Tagesarchiv: 26. Mai 2008

mein persönliches wort-wendungs-ranking (1)

um nicht hinter der ganzen bewertungsmaschinerie zu verschwinden, habe ich mich entschieden ein persönliches ranking zu verfassen. ich bewerte wörter und wortwendungen, die mir besonders gut gefallen oder die ich vermisse. die liste verschiebt sich immer ein wenig, doch hier der aktuelle stand:

1. „bürgerliche dämmerung„: anscheinend immer noch ein gebräuchlicher begriff in der meteorologie. reizt dazu, die „prekäre dämmerung“ zu erfinden.

2. „keck„: einfach ein wunderbares wort

3. „das ist emo„: steht für emotional, gefühlig

4. „dialog-marketing-fachkräfte„: das sind menschen, die im call-center arbeiten

5. „eine chronisch ansteigenden unterfinanzierung im gesundheitssystem„: wahrscheinlich der politische fachausdruck für das früher so genannte „minuswachstum“.

6. „schmuck„: damit meine ich nicht die klunker, sondern einen anderen ausdruck für schön, hübsch. „das ist aber schmuck“.

7. „der käse, der mitlacht„: dazu nur: heiter weiter

8. „black forrest„: ein mineralwasser aus dem schwarzwald, hoch lebe die fantasie, klingt nach robin hood.

9. „anheimfallen„: einfach nur schön altertümlich

10. „wellness-oase„: der ausdruck für den ganzen wohlfühl-mist.

möchte hier noch jemand beim wörterranking mitmachen, einfach eine mail schicken oder als kommentar eintragen. die welt ist voller schönster begebenheiten, machen wir sie öffentlich, ohne sie an menschen zu koppeln.

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internet und ranking

 

auch das internet oder web 2.0 ist ein einziges ranking. das zeigt, wie wichtig inzwischen ranglisten geworden sind als orientierungshilfen in einer anscheinend immer unübersichtlicher werdenden welt. das hat zur konsequenz, dass alle bestrebt sind, in rankings aufzutauchen. wurde zu beginn der universitätsrankings noch heftig diskutiert, was eigentlich gefragt wurde, geht es heute fast nur noch darum, dass falsch bewertet wurde, doch beinahe alle setzen sich dem ranking aus.

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die denkende frau ist schriftstellerin

rankings sind in. so werden in der presse immer wieder listen aufgestellt, welches die besten hochschulen, die interessantesten bücher oder die beliebtesten politiker sind. nun hat es die frauen erwischt und ein widersprüchliches ranking wurde veröffentlicht.

gab es in diesem blog vor geraumer zeit eine diskussion darum, inwieweit frauen in der literatur unterbewertet sind (siehe https://schreibschrift.wordpress.com/2008/03/26/frauen-und-manner-und-blogs/ ) hat die zeitschrift „cicero – magazin für politische kultur“ nun den spieß umgedreht und ein ranking von den 100 gewichtigsten vordenkerinnen in deutschland veröffentlicht. leider kann die liste noch nicht im netz eingesehen werden, doch der link zu „cicero“ lautet: http://www.cicero.de/

interessant an dem ranking erscheint mir, dass 53 der 100 vordenkerinnen schriftstellerinnen. nichts gegen die kraft der kreativität, skurril ist bei der liste, das philosophinnen so gut wie nicht auftauchen. im jahr 2006 hatte cicero sich mit veränderungen in der philosophischen landschaft auseinandergesetzt und dabei thematisiert, dass neue denker das land erobern. wohl gemerkt, es wurden ausschließlich denker vorgestellt.

nun kann man das einfach so hinnehmen. oder die frage stellen, ob die philosophie eine ausschließliche männerbastion ist? oder ob cicero männer und frauen unterschiedlich bewertet. ich würde letzter erklärung den vorzug geben. denn es handelt sich meiner ansicht nach weiter um die auffassung, dass frauen ihren einfluss durch emotionale kompetenz und kreative arbeit erlangen. männer wiederum durch das nachdenken und rationale forschen. damit sind die geschlechterrollen wieder hervorragend aufgeteilt und alles freuen sich, dass es ranglisten gibt, wo namen überhaupt einmal erwähnt werden. übrigens sind viele der restlichen 47 frauen im ranking als „publizistinnen“ ausgewiesen.