internet und ranking

 

auch das internet oder web 2.0 ist ein einziges ranking. das zeigt, wie wichtig inzwischen ranglisten geworden sind als orientierungshilfen in einer anscheinend immer unübersichtlicher werdenden welt. das hat zur konsequenz, dass alle bestrebt sind, in rankings aufzutauchen. wurde zu beginn der universitätsrankings noch heftig diskutiert, was eigentlich gefragt wurde, geht es heute fast nur noch darum, dass falsch bewertet wurde, doch beinahe alle setzen sich dem ranking aus.

dabei gibt es viele fragwürdigkeiten an listen. so müssen sie in der auffassung von niemandem geteilt werden, erhalten aber dann bedeutung, wenn sie mit verwertungsmechanismen und finanzierungen gekoppelt sind. sicherlich stoßen sie manchmal diskussionen an, die notwendig sind. qualitative kontrollen sind auch notwendig. doch es geht weiter, und hier ist das internet vorreiter. es werden urteile gesprochen, die sich schwer rückgängig machen lassen. und es werden inzwischen nicht nur dinge oder dienstleistungen bewertet, sondern menschen ob ihrer kompetenzen und fähigkeiten. auf manchen seiten oder in manchen fernsehsendungen auch ob ihres aussehens.

abseits der selbstveröffentlichung von menschen im web 2.0 werden hier die menschen nicht mehr gefragt, es ist keine freiwillige entscheidung von ihnen im ranking aufzutauchen, sondern sie werden von anderen zur ware gemacht. und die kriterien dafür sind teilweise subjektiv, teilweise den wissenschaften entlehnt. wer einmal in universitären gremien saß und einer auswahlkommission für einer professur beiwohnte, kennt die spiele, dass die veröffentlichungen der bewerber gezählt werden, oft ohne zu sehen, was denn überhaupt in ihnen steht. hauptsache ich bin öffentlich geworden.

und ist mensch erst einmal ware, kann über ihn auch verfügt werden. so werden durch bestimmte bewertungen existenzen geschaffen und vernichtet. das zeigt, dass unser verwertungssystem inzwischen die letzte faser unseres daseins erreicht hat, die haut wird zu markte getragen oder auch gezerrt und privatheit und grenzen spielen keine rolle mehr.

übrigens basieren fast alle suchmaschinen auf rankings, wer sollte auch bei der menge an informationen noch bewertungen vornehmen können und differenzierte beschreibungen verfassen. auf der anderen seite müssen es sich pädagogInnen gefallen lassen von ihren schülerInnen im netz bewertet zu werden. wer bewertet eigentlich seinen kontaktbeamten der polizei? vielleicht sollten wir von den ganzen bewertungen abstand nehmen. aber es ist so schön anderen eine note zu geben oder einen blümchenaufkleber zu verpassen.

 

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