Tagesarchiv: 29. Mai 2008

biografisches schreiben und mindmapping

auch wenn das mindmapping hier einem aprilscherz zum opfer fiel, kann seine bedeutung in der strukturierung von texten und gedanken nicht ignoriert werden. so scheint es sinnvoll, beim biografischen schreiben das mindmap einzusetzen. haben wir doch das phänomen, dass uns im laufe der zeit und in unseren erinnerungen so manche zeitliche struktur verloren geht. es kann hilfreich sein, sich beim mindmap an einer zeitschiene zu orientieren und die ereignisse des eigenen lebens im uhrzeigersinn und in ihrer zeitlichen abfolge zu notieren.

denn nicht selten fällt einem bei dieser struktur manches ein, was vorher nicht mehr erinnert wurde. da ist das mindmapping dem cluster ein wenig überlegen. orientieren wir uns nicht nur an ereignissen und emotionalen aufwallungen, sondern auch an zeitlichen abläufen. und sind manche erinnerungen auch in diesen abfolgen im gedächtnis abgelegt. das soll nicht heißen, dass zu erinnerung ausschließlich das mindmap eine stütze ist. die verknüpfung von spontanen einfällen, einem cluster mit seinen assoziationen und einem mindmap mit seiner struktur kann zu einer vielfältig erinnerten lebensgeschichte werden.

sind tagebücher vorhanden, dann gestaltet sich die zeitabfolge von erinnerungen noch einfacher. doch selbst tagebücher erfassen meist nur einen teil der ereignisse und eindrücke eines lebens. beim mindmap erstaunt es viele menschen, wenn sie das ergebnis vor augen haben, wie viel sie im laufe ihres lebens erlebt haben. und ein computergeneriertes mindmap hat den vorteil, dass ohne großen aufwand, weitere daten und erlebnisse eingeschoben werden können.

beim erstellen solch eines bildes können zum beispiel fünf- oder zehnjahresschritte hilfreich sein. so kann man sich nach den herausragenden begebenheiten in diesem abschnitt fragen und sich überlegen, was drumherum passiert ist. oder wie hier schon vorgestellt, parallel dazu recherchieren, was in den jahren weltweit passiert ist, um seine eigene lebensgeschichte einzuordnen.

natürlich kann man seine lebensgeschichte völlig ungeordnet und freischwebend erfassen. die zeitliche strukturierung und das mindmap sind nur als hilfe gedacht, erinnerungen aufzufrischen, die im laufe der jahre verschütt gegangen sind. wie sie dann letztendlich beim biografischen schreiben angeordnet werden, ist vollkommen beliebig.

„perspektive“ – ein zeitschriftentipp

es gibt moderne literatur. es gibt postmoderne literatur. und es gibt in graz den versuch eine avantgarde der literatur zu etablieren. mit interessanten ergebnissen. die zeitschrift „perspektive“, oder vielleicht besser geschrieben, der autorenverbund mit sitz in graz, teilweise berlin und diversen mitautorInnen setzt sich mit allen facetten der literatur auseinander.

zweimal im jahr erscheint die zeitschrift, ältere ausgaben können von der homepage als pdf-dateien heruntergeladen werden. so werden beobachtungen, kritiken, suchen nach kapitalfreien räumen, gedichtetes und geschrieenes in einem band vereint. der blickwinkel ist ihr wichtig, der „gruppe perspektive„. denn sie formuliert in dem einwurf zur avantgarde akut ihre grundhaltung: „von avantgarde sprechen heisst, sich der frage der macht weiter zu stellen.“

dem kann nur beigepflichtet werden. ob in der literatur oder in der welt, es sollte verortet werden, wo die macht sich eigentlich befindet. meist ist sie nicht so schwer zu finden. denn wie foucault es einmal ähnlich formuliert hat, grinst sie einem meist ins gesicht, man möchte nur nicht hinschauen oder glaubt nicht, dass es sich um die macht handeln könnte.

nun denn, eine anregende lektüre, die unter folgender seite zu finden ist: http://www.perspektive.at/

kreatives schreiben und dialekt

 

auch wenn der autor dieser zeilen nicht viel von diesem identitätsgerede und vom heimatgedöns hält, so hat er doch eine vorliebe für regional gebundene sprache. texte, die versuchen den dialekt mit einzubeziehen bekommen schnell eine sehr menschliche komponente. denn wer spricht schon schriftsprache, hochdeutsch und drückt sich immer gewählt aus. niemand vollständig. und auch wenn mancher dialekt eher den eindruck macht, dass es sich um einen sprachfehler handle, kommt er meist sehr lebhaft daher.

Weiterlesen