Tagesarchiv: 8. Juni 2008

biografisches schreiben und selbstwert

 

viele menschen zweifeln lieber an sich selber und ihrem verhalten, denn an den anderen oder den bedingungen. das ist erst einmal nicht negativ, da es auch eine grundlage des sozialverhaltens darstellt. hinterfragbarkeit ist eine der wichtigsten voraussetzungen für lernprozesse.

beim verfassen der eigenen lebensgeschichte oder biografie sollte diese vorstellung aber einmal in den hintergrund treten. denn ich schreibe meine eigene biografie und ich kann sie auch nur beurteilen. natürlich können andere nachfragen, wenn sie mehr details über erlebnisse oder erfahrungen bekommen möchten. doch man sollte aufpassen, seine eigene lebensgeschichte nicht zu diskutieren. ich kann meine biografie immer erweitern, wenn mir noch zusätzliches auffällt. ich kann aber nicht hinter meine subjektiven erfahrungen zurücktreten. das macht auch keinen sinn, da ich dann meine vergangenheit in frage stellen würde.

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schreibidee (24)

anknüpfend an die vorstellung, dass im kreativen schreiben utopien gedacht werden können und dürfen, bieten die eigenen träume eine schöne grundlage für die eigenen wünsche. der körper hat es so eingerichtet, dass sowohl vergangenes neu verarbeitet wird, aber auch ganz neues im schlaf erfunden werden kann.

die schreibidee möchte dieses angebot aufgreifen und ausbauen.

die grundlegendste form, träume zu verarbeiten, ist ein traumtagebuch. soll heißen, ich notiere alle träume, die ich gehabt habe und soweit ich sie noch erinnere. viele menschen sind der meinung, sie würden nicht träumen. doch das gibt es nicht, sie erinnern sie nur nicht. das traumtagebuch fördert den versuch der erinnerung. es hat sich zum beispiel herausgestellt, dass es im laufe der zeit leichter fällt sich seiner träume zu erinnern, wenn man sich vor dem einschlafen immer wieder sagt, dass man sich seiner träume erinnern möchte. so ein traumtagebuch bietet viel stoff für weitere geschichten.

doch man kann sich auch in ein traumland begeben, um seinen wünschen und hoffnungen zu begegnen. bekannteste übung ist sicherlich, sich mit hilfe von entspannungsmethoden auf eine fantasiereise zu begeben. und am ende der reise steht dann ein schatzkästlein oder eine fee, die eigene träume enthalten oder erfüllen. das ergebnis einer solchen reise dient anschließend in der schreibgruppe als ausgangspunkt für ein cluster oder andere assoziationstechniken und bildet die grundlage für eine geschichte.

ich kann beim schreiben aber noch einen schritt weitergehen und dazu einladen, aufzuschreiben, wie denn das leben aussehen wird, wenn die träume und fantasien in erfüllung gegangen sind. daraus lassen sich wunderbare zukunftsgeschichten formulieren.

vorsicht ist geboten bei der deutung und bewertung von träumen. die sollten nicht in der schreibgruppe durchgeführt werden und wenn dann nur von der person, deren traum es war. alles andere endet in grüblerischen formen des bleigießens.

mein persönliches wort-wendungs-ranking (2)

fängt man  an zu sammeln welcher wahnsinn tagtäglich formuliert und fabuliert wird, dann stellen sich schnell neue listen und rankings ein. das möchte man niemandem vorenthalten. hier sind sie, die ultimativen wort-wendungen:

1. „die erste haartherapie mit zement-ceramid„: botox klingt schon wie ein chemischer kampfstoff aber was haben wir dann erst auf dem kopf

2. „runder tisch für nachhaltiges palmöl„: was öle heute so alles können

3. „ausphasen von streubomben„: der verteidigungsminister meinte vielleicht, dass sie abgeschafft werden sollen 😮

4. „treff bundeswehr„: ein infostand auf der internationalen luftfahr-ausstellung, sollte vielleicht heißen „treffer bundeswehr“

5. „das must-heft für den style der stars„: ein wort: must-opf

6. „abgrund – eine stadt stürzt ein„: abgrund – ein sender stürzt ab

7. „schwarz-rot-grill„: die ultimativen em-grillwürstchen bei lidl, bloß wie schmecken die?

8. „wenn katzen vögeln„: selbstkreiertes motto für die rolligen katzen im hinterhof, die die ganze nacht tobten

9. „der erste gouda zum streichen„: klingt wie käse zum streicheln

10. „das deutsche zusatzstoffmuseum„: sicherlich ein interessantes museum im hamburg, aber früher verlängerte man einfach hosen.

 

sollten noch andere begriffe und wort-wendung begeisterung auslösen, können sie mir gern per mail geschickt werden. werde sie dann hier veröffentlichen.