web 2.0 und schreiben

 

es schreibt sich unterschiedlich in den angeboten des web 2.0. kluge menschen haben sich dazu etliche gedanken gemacht. am interessantesten finde ich den gedanken, dass das schreiben im web 2.0 einem aufgeschriebenen gespräch nahekommt. so unterscheidet sich schon die mail vom brief. noch größer sind die veränderungen aber bei blogs, in chats und in foren.

nun lässt sich ein gespräch schwer eins zu eins umsetzen, wenn man sich im internet äußert, deshalb müssen hilfsmittel herangezogen werden, wenn eigentlich tonfall und mimik die gefühle ausdrücken würden. also werden dem text entweder „emoticons“ wie 😛 hinzugefügt oder es werden lautäußerungen verschriftlicht wie „grrr“ und „schnief“. dadurch bekommen die texte leicht etwas comichaftes.

festzustellen ist aber, dass diese form der kommunikation funktioniert. auch wenn es wie im normalen gespräch auch, zu missverständnissen kommen kann. diese lassen sich nicht vollständig verhindern. 

die schwierigkeit besteht eher darin, dass sie außer im chat nicht so schnell ausgeräumt werden können. das hat mit der zeitlichen lücke zwischen dem geschriebenen zu tun. nur wenn beide schreibenden gleichzeitig im internet sind oder ihre mails lesen, wird sehr schnell auf das geschriebene reagiert. oft besteht aber wie geschrieben eine zeitliche lücke zwischen den äußerungen. das macht es manchmal schwierig, da die äußerungen im netz schwarz auf weiß stehen und von anderen gelesen werden können.

generell hat das schreiben im web 2.0 den vor- und nachteil, dass viele texte schnell produziert werden. soll heißen, sie reagieren auf geschehnisse in unglaublich schneller zeit und fordern zum diskurs auf. zum anderen sind sie aber nicht so durchdacht, wie zum beispiel ein artikel in einer zeitung oder eben ein ausführlicher brief. ein vorteil besteht deshalb darin, dass die texte authentischer wirken. ein nachteil ist, dass manche gerüchte sich in windeseile ausbreiten können und gar nicht der realität entsprechen. da die texte aber auch von vielen menschen schnell gelesen werden, lassen sich etliche gerüchte auch in kurzer zeit entkräften.

und durch die schnellen reaktionen entsteht eher eine vorstellung, mit welchen leserInnen man es im internet zu tun hat. bei anderen formen des schreibens ist dies schwieriger. wer ein buch schreibt oder einen artikel für eine zeitung verfasst, kann zum teil gar nicht einschätzen, von wem er gelesen wird. deshalb beginnt man bei schreiben im web 2.0 wahrscheinlich stärker die leserInnen beim schreiben zu antizipieren.

zusammenfassend kann man schreiben, es ist ein anderes schreiben als früher, aber nicht unbedingt ein schlechteres. es wird viel geschrieben, auch von menschen, die sich vorher nie zugetraut hätten an einer veröffentlichung mitzuarbeiten.

 

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