Tagesarchiv: 15. Juni 2008

schreibidee (26)

dieses mal sollen die überlegungen zu kreativem schreiben und emotionen aufgegriffen werden. die menschen werden vor allen dingen von einem gefühl angetrieben: der angst. die angst zu versagen, die angst nicht dazu zu gehören, die angst vor katastrophen, vor kriminalität, vor arbeitslosigkeit oder krankheit.

mal handelt es sich um berechtigte ängste, mal sind die ängste irrational, haben aber eine starke wirkung. darum kann es sehr interessant werden, in einer schreibgruppe „angstgeschichten“ zu schreiben. entweder schaut man vorher in der gruppe einen psychothriller oder horrorfilm und verfasst anschließend eine geschichte. man kann aber auch diverse verschwörungstheorien vorstellen und anschließend cluster zum thema angst erstellen lassen. oder man orientiert sich bei der anleitung eher an den biografien und fordert die teilnehmerInnen auf, sich an die erste situation ihres lebens zu erinnern in der sie angst hatten. der letzte klar erinnerte albtraum kann ebenso eine gute grundlage bieten.

am interessantesten für die teilnehmerInnen können texte über ihre aktuellen ängste werden. dabei sollte vorher geklärt werden, ob die schreibgruppe einen therapeutischen aspekt bedient oder nur kreatives schreiben vermittelt. einen effekt werden die angstgeschichten trotz allem haben. meist sind menschen sehr erstaunt, wieviele andere menschen ähnliche ängste haben. das kann zum einen die eigenen befürchtungen reduzieren und zum anderen ein anlass sein miteinander ins gespräch zu kommen.

ein schöner abschluss könnte nach dem gegenseitigen vorstellen sein, eine angstüberwindungsgeschichte zu verfassen. aufbauend auf den vorher verfassten text. 

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lettre international ist zwanzig jahre alt geworden

die hier schon vorgestellte kunst-kultur-gedanken-zeitschrift ist zwanzig jahre alt. trotz ihres ungewöhnlichen formats und ihrer langen texte konnte sie sich so lang auf dem zeitschriftenmarkt behaupten. einzigartig, auch in der jubiläumsausgabe, sind die vielen verschiedenen positionen, die aufgezeigt werden, die ausführlichen analysen und die schreibenden verschiedener nationalitäten.

so ist die aktuelle ausgabe randvoll mit statements zum titel „so leben wir jetzt“. dabei werden macht, landschaften, kriege, medien, kulturen und körper betrachtet. und jede(r) versucht auf seine weise position zu beziehen. viele stellungnahmen sind literarisch oder gemalt, fotografiert und gedichtet. ein kluges jubiläumsheft, dass einem eine idee von intellektuellem überleben gibt. wie schon erwähnt, sind informationen zur zeitschrift unter http://www.lettre.de/ zu finden.