Tagesarchiv: 16. Juni 2008

„absichten und einsichten“ – ein buchtipp

wie verantwortlich sind schriftstellerInnen für ihre texte, die sie verfassen und veröffentlichen? haben sie eine ethisch-moralische verantwortung gegenüber der gesellschaft oder ist alles beliebig? diese und andere fragen bewegten viele schreibenden nach den 68ern und sie versuchten antworten zu finden. dabei stellten sie, wie es in anderen berufen und ausbildungen zu dieser zeit auch geschah, ihr eigenes tun sehr in frage.

das reclam-heft „absichten und einsichten – texte zum selbstverständnis zeitgenössischer autoren„, herausgegeben von markus krause und stephan speicher, versammelt eine große zahl von statements zur situation der literatur und den grundlagen des schreibens. unter den autorInnen befinden sich rolf hochhuth, heinrich böll, peter handke, elias canetti, peter rühmkorf, friedrich dürrenmatt, max frisch und viele andere. die meisten texte sind ende der sechziger und anfang der siebziger jahre entstanden, haben aber an aktualität überhaupt nicht verloren. eher das gegenteil ist der fall, je beliebiger der literaturbetrieb wird, je unpolitischer die haltungen, umso interessanter scheint eine diskussion über die rolle der literatur. meiner ansicht nach einer der schönsten beiträge des heftes sind die „55 sätze über kunst und wirklichkeit“ von dürrenmatt. es finden sich aber noch viele andere anregungen, auch für die rolle des kreativen schreibens in der heutigen gesellschaft. leider ist das heftchen 1990 erschienen und wahrscheinlich nur noch antiquarisch zu erhalten, aber der versuch es zu bekommen lohnt sich. erschienen ist es im verlag philipp reclam jun., Stuttgart, 1990. ISBN 3-15-008640-X 

schnickschnack (23)

geert lovink hat gerade in der neuen „lettre international“ vorgeschlagen einen kreativen umgang mit der informationsflut, die uns momentan zu überrollen droht, zu finden. dieser kreative umgang kann darin bestehen kritisch das angebotene wissen zu durchleuchten, selber informationsplätze zu besetzen und verfügbare informationen aufzubereiten.

man kann aber auch ganz anders an die sache herangehen. eher humorvoll. indem man eine informationsseite ins netz stellt, die nicht-informationen enthält. sicherlich kennt man diese nachrichtensendungen, nicht nur von privaten anbietern, die keine neuen nachrichten und hintergründe bringen, sondern wiederholungen oder spam. besonders eindrücklich ist dies immer, wenn der nachrichtensprecher eine nachricht verlesen hat, und die live-schaltung das eben gesagte nur noch einmal wiederholt.

die seite „fark.com“ von Drew Curtis bündelt solche nachrichten, die keine sind. dabei konzentriert sich die seite nicht auf wiederholungen, sondern auf absurdes und nichtssagendes, wenn nicht gar blödsinniges. ein kleiner spass am rande des schwergewichtigen internets. zu finden ist die seite hier: http://www.fark.com/

schreibpädagogik und wissenschaften

 

in ungefähr einem monat endet das sommersemester an den universitäten und an anderen hochschulen. in ein paar wochen beginnen in den schulen die sommerferien. viele studentInnen und schülerInnen sitzen über ihren abschlussarbeiten, müssen praktikumsberichte verfassen oder hausarbeiten vollenden. in dieser zeit verzweifeln eine menge junge menschen an den anforderungen texte wissenschaftlich zu formulieren, fremdes wissen wiederzugeben und eigene ansichten darzustellen.

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