Tagesarchiv: 18. Juni 2008

web 2.8 – twistori

eine beliebte übung in schreibgruppen ist es, texte zu verdichten. auf wenige worte zu kürzen und doch eine intensive wirkung hervorzurufen. da ist uns die jugend ein paar schritte voraus. zur zeit besonders beliebt ist „twitter„. twitter ist eigentlich ein sammelpunkt von meldungen mit maximal 140 zeichen. diese meldungen sind inzwischen leicht von mobiltelefonen aus ins netz zu setzen. andere abonnieren diese meldungen, um zu erfahren, was der rest der welt so macht. dabei sammeln sich viele kurzmeldungen, die von langeweile über große gefühle bis zu blödsinn im sekundentakt veröffentlicht werden.

eine seite im internet hat es sich zur aufgabe gemacht, sich auf die wirklich wichtigen dinge des lebens zu konzentrieren, die von twitter abgesondert werden. es handelt sich dabei um twistori. wenn man diese seite aufruft, dann finden sich auf der linken seite, in großen lettern, verschiedenfarbig folgende begriffe: „love“, „hate“, „think“, „believe“, „feel“ und „wish“. klickt man auf einen der begriffe, fangen auf dem bildschirm beständig kurzmeldungen, die den jeweiligen begriff enthalten, durchzutickern. meldungen aus der welt zu befindlichkeiten. verdichtete momentaufnahmen, die zu geschichten anregen können, die einen pool an ideen liefern oder einen ganze dialoge produzieren lassen.

zu finden ist diese spielerische seite unter: http://twistori.com/ . obwohl „spielerisch“ sicherlich der falsche begriff ist, sind es doch die großen gefühle, die im sekundentakt den bildschirm erobern.

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schreibidee (27)

huih, nun schreibe ich schon seit drei monaten hier und habe sogar schon einmal bemerkt, dass zwar viel getaggt wird, aber unglaublich wenig zum thema sex. aber selber hab ich auch noch nichts zu sex und erotik geschrieben. das muss sich dringend ändern, denn, wie untersuchungen zeigen, denkt der mensch recht häufig am tag an sex. so für sich. in seinem kämmerlein.

auch das kreative schreiben spart gerne mal sex und erotik aus. liebe, ja, sehnsucht auch oder trennung, darüber wird viel geschrieben. doch sex und erotik sind anscheinend zu intim, um sie schreibend zu erfassen. obwohl etliche werke der weltliteratur sich diesem thema gewidmet haben.

also ist es an der zeit, worte für das geschubber zweier menschen zu finden. ein schöner einstieg könnte ein abc-darium zur sexualität sein. von allen schreibgruppenteilnehmerInnen jeweils verfasst und vorgestellt. bei dieser übung ist es wichtig vorher anzukündigen, dass sie später vorgestellt werden sollen. dann wählt jede(r) einen begriff aus dem abc-darium aus, der gefällt.

von allen teilnehmerInnen werden die begriffe zusammengetragen und notiert. und anschließend ist ein text zu verfassen, in dem alle zusammengetragenen begriffe auftauchen.

eine weitere möglichkeit wäre es, den text ein zweite mal zu verfassen, dieses mal aber alle direkten sexuellen begriffe entweder durch metaphern oder erotische umschreibungen zu ersetzen. gleiches könnte man natürlich mit den abc-darien machen. so wäre für dieses mal der profane und teils überbewertete sex in literarische fassung gebracht worden. ❗

3 monate „schreibschrift“-blog, 4750 besuche und viel text

ja, da möchte ich mich doch einmal bedanken, für das regelmäßige mitlesen in diesem blog. es ist mein erster blog, der als selbstversuch für meine masterarbeit bis jetzt schon ganze arbeit geleistet hat. ich werde weitermachen, auch wenn die arbeit abgeschlossen sein wird. habe ich doch gedacht, wer weiß, ob schreibpädagogik überhaupt jemanden interessiert. aber weit gefehlt, es interessiert.

in meiner naiven vorstellung dachte ich, das interessanteste seien die links. aber feststellbar ist, dass das gelesen wird, was ich schreibe. das ist zum einen ein kompliment, da keine proteste kommen, zum anderen aber auch arbeit, über was man noch schreiben könnte. doch während des schreibens fällt auf, dass einem immer wieder etwas einfällt. und so ist inzwischen ein pool aus bald 30 schreibideen entstanden, etlichen schreibaufgaben (die wohl nicht so interessant sind), einer menge schnickschnack, viele links zum web 2.0 und ein paar literaturtipps. und sehr viele gedanken zum schreiben an sich, zu schreibgruppen und der schreibpädagogik.

ich selber finde die form des schreibens für einen blog hochinteressant, da es eine mischung aus irgendwie journalistischem, wiedergekäutem und eigenen gedanken ist, für die nicht viel zeit verwendet wird. es erstaunt mich selber, wie viele ideen einem während des schreibens kommen.

und für das nächste viertel jahr wünsche ich mir ganz viele kommentare, die vielleicht auch noch einen diskurs über die schreibpädagogik, das kreative schreiben oder das schreiben im netz befördern. doch wenn nicht, dann nicht, erst einmal wird weitergebloggt. 😀