bloggen als selbsterfahrung

bloggen ist witzig. kaum hat man damit angefangen, interessiert einen natürlich, wieviele menschen einen lesen. man ist dann erstaunt, dass es mehr sind, als man dachte. gleichzeitig fängt man aber gern mal an, sich gedanken zu machen, was die anderen interessieren könnte. dann fällt einem auf, dass die leserInnen gar nicht so reagieren, wie man dachte. sie lesen etwas ganz anderes.

einzig eines funktioniert auch beim bloggen: „sex sells“. kaum stand einmal in der überschrift etwas von exhibitionismus und  voyeurismus, taucht der tag gern immer wieder auf und wird auch bedient. was müssen die leserInnen enttäuscht sein, wenn es nur ums schreiben im internet geht. alle anderen reaktionen sind nicht vorhersagbar. erstaunlicherweise gibt es zum beispiel eine große zurückhaltung auf links zu klicken. dabei dachte meinereiner, dass blogs vor allen dingen wegen der links gelesen werden. werden sie einmal geklickt, dann gibt es schon mal die rückmeldung, dass es interessante links sind. aber wahrscheinlich herrscht die vorsicht vor, nicht zu wissen, wo man dann landet.

andere rückmeldungen sprechen davon, dass einfach zu viel in den blog geschrieben wird. dabei verschwinden die nachrichten doch nicht. so wird zum beispiel die suchfunktion im blog überhaupt nicht genutzt. würde doch nur ein begriff genügen, um passende nachrichten zu finden. dafür findet man den blog bei google in sehr skurrilen zusammenhängen. das war erst einmal zu lernen, dass beinahe jedes wort, das im blog geschrieben wird, von den suchmaschinen berücksichtigt wird. so hatte ich einmal im scherz vorgeschlagen, mal zu versuchen einen schokoladenhasen ins laufwerk zu bekommen. schon landete jemand der nach schokoladenhasen und lyrik suchte auf der seite.

und es fällt auf, wie viele menschen informationen zu schreibschriften im internet suchen. hätte ich nie gedacht. anscheinend wird die schreibschrift in den schulen nicht mehr richtig vermittelt.

für einen selber ist das gefühl seltsam, etwas zu schreiben und direkt sehen zu können, was gelesen wurde. wenn man sonst etwas schreibt, weiß man ja nie genau, wenn einen niemand darauf anspricht, ob es überhaupt gelesen wird. das gibt zum einen ein ganz gutes gefühl. zum anderen fängt man an zu überlegen, ob man das jetzt so schreiben kann. die distanz zwischen schreiber und leser ist beinahe aufgehoben. sie wird noch dadurch aufrecht erhalten, dass es sich um einen moderierten blog handelt. doch die moderation hat sich bewährt, wenn man andere blogs anschaut, wo es immer wieder den versuch gibt, die personen blöd anzumachen, anstatt sich auf das geschriebene zu beziehen. auch wenn solch eine moderation sicherlich einen teil der leserInnen abhält. vor allen dingen sind blogs auch schon opfer von spam. schade, dass es keinen ort mehr gibt, der frei von diesen lästigen versuchen ist.

aber bloggen ist witzig, da sich die eigene wahrnehmung des geschriebenen ganz schön verändert.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s