philosophisches schreiben

 

viele in diesem blog vorgestellten schreibtechniken und -ideen können als grundlage dienen, einen philosophischen text zu verfassen. schon beim biografischen schreiben, setzt man sich häufig mit der eigenen lebensphilosophie auseinander. jeder mensch hat eine vorstellung davon, wie leben zu gestalten ist, welche ethischen und moralischen grundlagen er hat und wie der mensch an sich so ist.

philosophischen texte können in vielfältiger form verfasst werden. gemein haben sie, dass sie vom einzelnen abstrahieren und versuchen lebenskonzepte zu diskutieren. selten handelt es sich dabei um abgeschlossene gedanken, sondern um das aufzeigen von gedankenentwicklungen, eventuell logischen schlussfolgerungen und dabei auftauchenden fragen. deshalb bieten sich als vorbereitung für eine form des philosophischen schreibens zum beispiel fragenkataloge zu den die menschen beschäftigenden grundfragen an, die ganz subjektiv ausgefüllt werden. oder man nimmt sich eine aussage eines philosophen vor und verfasst ein cluster, eigene gedanken und assoziationen dazu. wichtig erscheint die tatsache, wieweit man diese vorstellungen verallgemeinern und abstrahieren kann. zudem stellt sich die frage, welcher eigene gedanke hinzugefügt werden kann. wo überschreitet man die überlegungen des anderen philosophen?

die größte scheu philosophisch zu schreiben, besteht in der vorstellung, dass dies nur außergewöhnlichen menschen vorbehalten ist. dabei wird oft unterschätzt, wieweit selber philosophiert und betrachtet wird. wenn dies einmal in einer schreibgruppe notiert und sich gegenseitig vorgestellt wird, ist das erstaunen groß, wie vielfältig und reichhaltig menschen ihre umwelt wahrnehmen und schlüsse aus den lebensbedingungen ziehen. es geht hier nicht um politik, obwohl philosophie natürlich nie vollständig von politik zu trennen ist. doch der schwerpunkt liegt auf den grundlegenden gedanken. zum beispiel ist die frage, ist der mensch an sich gut oder schlecht, eine wunderbare möglichkeit in einen philosophischen diskurs einzusteigen. zu dieser vorstellung hat jeder mensch eine meinung, interessant wird es bei den begründungen für die eigene einschätzung. im philosophischen diskurs und schreiben ist dann die abstraktion von den eigenen erfahrungen zu probieren. kann ich aus meinen erfahrungen, allgemeine schlüsse ziehen, wie der mensch so ist? und die wichtigste frage, warum ist er so?

eine der wichtigsten grundlagen des philosophischen schreiben ist die zeit. die zeit, entwicklungen im eigenen denken zuzulassen und auszuformulieren. dafür bieten sich längere schreibgruppen, wenn es ein interesse an dieser schreibform gibt, an.

 

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