kreatives schreiben und vorträge

eine rede, eine rede! gern erfolgt die aufforderung, wissen mündlich vorzutragen, am besten noch mit präsentation und ein wenig entertainment. also setzen sich die angefragten hin, arbeiten eine beinahe perfekte präsentation aus und stellen sich vors publikum. doch wenn sie dann ihren vortrag halten, erfasst schnell ein gähnen das publikum. denn entweder lesen sie nur ihre präsentation vor oder sie geraten bei der umschreibung dessen, was sie auf virtuelle folien gepackt haben, ins stocken.

in vielen fällen wäre weniger mehr. ein paar stichworte, vielleicht auch in eine präsentation gepackt, aber der hauptakt steckt in der möglichst flüssig vorgetragenen rede. und die muss im vorfeld geschrieben sein. doch was gehört in eine rede, damit sie spass macht?

klar strukturiertes wissen; keinen umschreibenden schnickschnack; keine blümchenbilder; aber ruhig metaphern, die das gerade gesagte noch einmal mit anderen worten erklären; kein stockendes sprechen; und vor allen dingen neue aussagen. denn diese tagungsreden, die nichts neues sagen, sondern bekanntes nur neu zusammenfassen sind sterbens langweilig. jede(r) kennt den inhalt, der / die vortragende wird noch unsicherer und weiß nicht genau, was noch gemacht werden kann, um das publikum bei laune zu halten.

hier fehlen verschiedene aspekte, ja kreative momente in der rede. so macht es keinen sinn, immer wieder die daten der letzten untersuchungen wiederzugeben. es ist für das publikum angenehmer, wenn erst einmal eine position im raum steht. es genügt nicht, eine provokante these vorzutragen, diese muss auch schlüssig begründet werden können bei nachfragen. jedoch im vortrag, darf wichtiges  auch einmal unvollständig sein. hauptsache den einzelnen wird die bedeutung des vorgetragenen bewusst. der rest ist in der anschließenden diskussion zu klären. problematisch sind immer die podiumsdiskussion, die eigentlich auf vielen verschiedenen vorträgen basieren, und am schluss bleiben gerade mal fünf minuten für den diskurs.

aber wie bekomme ich denn nun einen vortrag interessant? es geht hier nicht um die verwandlung eine vortrags in eine performance oder ein entertainer-treffen. es geht um die verdichtung der aussagen in einfache worte. für die grundlage der rede ließe sich ein cluster erstellen oder eine assoziationskette. zudem könnte man sich auferlegen die wortzahl zu beschränken, ebenso wie die satzlänge. und dann sollte man zur probe jemandem die rede vortragen, der sich in der materie überhaupt nicht auskennt. kann er mit den aussagen etwas anfangen? versteht er zum großteil den inhalt? zusätzlich hilfreich scheint das üben der freien rede. also versuchen den inhalt des vortrags einmal mit eigenen worten ohne manuskript erklären. und im anschluss das rausstreichen, das zur erklärung nicht notwendig ist.

also keine angst vor lücken. 

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