biografisches schreiben und umbrüche

 

arbeitgeber bevorzugten früher bei neueinstellungen gerne bewerber mit einem lückenlosen lebenslauf. das hat sich in vielen bereichen inzwischen stark geändert. stellte man doch fest, dass menschen, die krisen oder pausen in ihrem lebenslauf vorwiesen meist den arbeitsanforderungen besser gewachsen waren. außerdem gibt es heutzutage kaum einen menschen, der ein arbeitsleben ohne wechsel vorweisen kann.

auch bei der betrachtung der eigenen lebensgeschichte, sind die zeiten der pausen und brüche meist die spannendsten. denn in diesen zeiten veränderte sich eine menge. oft gehen veränderungen mit einem bruch des geraden lebenswegs  einher. und mit einem überdenken des eigenen lebenskonzepts.

um die momente der veränderung beim biografischen schreiben genauer betrachten zu können, lohnt es sich eine lebenskurve zu zeichnen. in der horizontalen werden die lebensjahre notiert und in der vertikalen die abstufungen zwischen lebenskrisen und höhenflügen. in dieses koordinatensystem kann man nun die höhen und tiefen der letzten jahrzehnte eintragen. und anschließend einen genaueren blick auf die absoluten höhen und tiefen werfen. wenn man nun noch die beruflichen oder privaten brüche und auszeiten einzeichnet, dann bietet dies eine wunderbare grundlage, neben den ganzen anderen erlebnissen, seine veränderungen nachzuvollziehen.

empfehlenswert erscheint es, noch einmal nachzuspüren, wie es sich anfühlte, als man tiefgreifenden entscheidungen traf. auch wenn sie nicht immer die richtigen waren, wird man feststellen, dass es meist etwas erleichterndes hatte, eine entscheidung getroffen zu haben. für sich klarheit gefunden zu haben. normalerweise kann man selten voraussehen, inwieweit die entscheidung das bringt, was man von ihr erwartet. aber es tut gut, einfluss auf sein leben zu nehmen. in der lebensgeschichte und bei dem niederschreiben der eigenen biografie kann es bedeutend sein, festzustellen, was man selbst im griff hatte und was als schicksal bezeichnet werden muss. denn menschen gehen erstaunlicherweise gleichzeitig von zwei widersprüchlichen annahmen aus. zum einen ist der gedanke häufig der, man könne ja doch nichts ändern. und im selben moment wird gedacht, dass man an den negativen ereignissen  oft eine mitschuld trage. ins solchen momenten stehen selbstunterschätzung und -überschätzung eng beieinander. das biografische schreiben kann einem an diesen stellen noch manches auge öffnen.

 

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