biografisches schreiben und kindheit

 

von großem interesse beim verfassen der eigenen lebensgeschichte ist für viele menschen die eigene kindheit. wahrscheinlich auch deshalb, da sie nicht in der eindeutigkeit präsent ist, wie andere lebensabschnitte.

und so kann es leicht passieren, dass man sich an ereignisse erinnert, die man eigentlich nur aus erzählungen anderer kennt. doch inzwischen geht man davon aus, dass sie genau so stattgefunden haben. dagegen können aber auch erinnerungen existieren, die die anderen, vor allen dingen ältere verwandte nicht mehr erinnern, da sie für einen selber so eindrücklich waren. all dies deutet daraufhin, dass kindheitserinnerungen mit vorsicht zu genießen sind. es macht sinn, noch einmal bei älteren familienmitgliedern und freunden nachzufragen, falls dies möglich ist.

eine andere möglichkeit besteht darin, alte fotos oder super-8-filme anzuschauen, um erinnerungen aufzufrischen. aber auch hier ist zu bedenken, dass diese zeitzeugnisse nur ausschnitte der realität zeigen. das soll nicht heißen, dass alle erinnerungen nicht brauchbar sind, wenn man seine vergangenheit betrachten möchte, sondern, dass sie einfach vorsichtiger zu verwenden sind. aber natürlich kann auch alles, was man erinnert sehr real sein.

das beste wäre es natürlich, wenn ein elternteil zum beispiel tagebuch geführt hat über das eigene heranwachsen oder weitere menschen aus dem familiären umfeld die erinnerungen bestätigen. und vielleicht sollte man sich überlegen, ob die erinnerungen an die kindheit wirklich das gewicht haben, das ihnen oft zugeschrieben wird. so entwickelte man in dieser zeit ja auch erst die fähigkeit von sich abstrahieren zu können und sich im sozialen bezug zu sehen. die vorherigen sichtweisen von kindern sind nicht selten sehr egozentrisch auf das eigene erleben gerichtet. und noch eine einschränkung, auch spätere erinnerungen können von den erzählungen anderer eingefärbt sein. es geht also auch gleichzeitig darum, zu akzeptieren, dass es die absolut authentische lebensgeschichte nicht geben kann. sind doch alle betrachtungen auch von meinem heutigen wissensstand beeinflusst. ein wenig gelassenheit und die kindheit kann sich puzzlestück für puzzlestück einem erschließen. und der rest muss wahrscheinlich für immer verschwunden bleiben. doch da es allen menschen so geht, ist dies einer biografie nicht abträglich.

in kombination mit entspannungsübungen kann beim biografischen schreiben vielleicht noch ein wenig mehr aufgeschlüsselt werden. doch wie schon erwähnt, vielleicht gibt es auch gar keine großen geheimnisse der kindheit, die sich vor einem verbergen. spannend ist die vergangenheit allemal.

 

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