moderne kommunikation im film

 

die wiederholung von alten krimiserien oder spielfilmen im fernsehen zeigt einem, wie sehr sich die kommunikation zwischen den protagonisten verändert hat. es ist kein thriller und kein krimi vorstellbar, in dem nicht das handy mehrmals klingelt. natürlich auch hier mit den verschiedensten klingeltönen, im auto, bei der verfolgung oder mitten im gespräch. und auch hier wird das „face-to-face-gespräch“ mittendrin unterbrochen, um an das telefon zu gehen.

natürlich sind die technologien in manchem reisser auf dem neuesten stand. hier werden innerhalb kürzester zeit konferenzschaltungen hergestellt, hier wird abgehört, aufgezeichnet, das hintergrundgeräusch freigelegt oder der ort des aufenthalts sofort bestimmt. was in den spannenden filmen für unterhaltung sorgt, lässt einen im realen leben ein wenig zweifeln.

hören einem die anderen überhaupt noch zu, wenn sie die ganze zeit aufspringen nur weil ihr handy vibriert oder sich in arien alter hits ergeht. es ist schwer zu sagen, inwieweit die aufmerksamkeit sich nicht in ständiger habacht-haltung auf ein klingelzeichen befindet. oder ob beim simsen nicht beständig an was anderes gedacht wird. abseits dieser form von unhöflichkeit ist damit zu rechnen, dass das multitasking die aufnahme der aktuellen kommunikation reduziert. erstaunlich ist, dass das leben entweder früher nicht so dramatisch war und die mitteilung einer nachricht auch aufschub aushielt. oder sich die menschen in gesprächen eigentlich langweilten, es aber aus höflichkeit nicht zeigten.

so entstehen nicht nur verstärkt dringlichkeiten in der kommunikation, die wahrscheinlich gar keine sind. sondern es entstehen geflechte von gegenseitiger kontrolle, die das zusammenleben belasten können. eltern kontrollieren heutzutage ihre kinder teilweise im halbstundentakt über das handy. partnerInnen teilen sich beständig ihren standort mit: „ich sitze gerade in der u-bahn, bin in 5 minuten da.“. das handy erleichtert es auch zu spät zu kommen, kurzfristig abzusagen. verbindlichkeiten des sozialen lebens werden über die distanz gern aufgehoben. die einfachste variante, termine abzusagen, ohne sich erklären zu müssen, besteht im versenden einer sms. anschließend wird das handy abgeschaltet und es steht manchmal noch eine mailbox zur verfügung, die es ermöglicht dem ärger luft zu machen. doch auch dieses technische hilfsmittel wird inzwischen oft genug abgeschaltet.

wie soll man sich in solchen zusammenhängen im lauf der zeit noch auf einen sozialen kontext einigen. so verläuft sich, abseits der krimis die kommunikation in eine beliebigkeit. und selbst der krimi propagiert häufige eine abgehackte halbsatz-kommunikation. dabei werden die handlungen der protagonisten kurzfristiger und es ist kaum mehr platz für einen analyse. es wird nur noch agiert.

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