schreibpädagogik und sexuelle orientierung

 

ob schwul, lesbisch, bisexuell oder transgender, eigentlich unterscheidet man sich in seinem alltag kaum von heterosexuellen menschen. also stellt sich natürlich die frage, weshalb die überschrift dieses posts so lautet, wie sie lautet „schreibpädagogik und sexuelle orientierung“. die gesellschaft wird toleranter in den letzten jahren, aber von einer wirklichen akzeptanz gegenüber anderen sexuellen orientierung kann man noch nicht sprechen.

so spielt es in schreibgruppen natürlich eine rolle, wenn zum beispiel liebes- oder beziehungsgeschichten geschrieben werden, ob sich dabei ein mann und eine frau treffen oder zwei männer, zwei frauen, eine frau und eine frau, die sich als mann definiert, ein mann mit einer frau und dann mit einem mann. diese geschichten werden immer noch selten geschrieben. und es wird in vielen schreibgruppen zwar kein aufheben darum gemacht, doch es gibt weiterhin eine unsicherheit, die man als schwuler, lesbischer, bisexueller oder transgender mensch kennt. man findet sich schnell in der rolle wieder, fragen zur eigenen sexuellen rolle gestellt zu bekommen. da spricht nichts dagegen, denn es ist besser, wenn menschen einen fragen, wie wenn sie einem in die fresse hauen. aber es kann auch anstrengen und nerven.

das ist nicht die schuld der fragenden, es ist eher ein gesellschaftliches problem, dass verschiedene sexuelle orientierungen noch keine normalität sind. deshalb überlegen sich die schreibenden in schreibgruppen natürlich, ob sie aus ihrer weltsicht schreiben sollen oder eher aus der heterosexuellen perspektive. und es gibt deshalb weiterhin gute gründe, schreibgruppen explizit für die verschiedenen sexuellen orientierungen anzubieten. denn es soll um das kreative oder biografische schreiben gehen und nicht um eine informationsveranstaltung. nun kann man einwenden, dass zum beispiel schreibgruppen für schwule zur getthoisierung beitragen. doch für viele schwule ist es angenehmer, sich zwischendurch in einer gruppe aufzuhalten, in der man sich nicht erklären muss. ich habe in der anleitung einer biografischen schreibgruppe für ältere schwule männer die erfahrung gemacht, dass bestimmte biografische abschnitte bei den teilnehmern parallelen aufweisen, die erst einmal nur mit anderen schwulen ausgetauscht werden wollen.

natürlich ist auch in der schreibpädagogik das ideal eine bunt gemischte schreibgruppe verschiedener geschlechter, sexueller orientierungen, hautfarben, nationalitäten und altersgruppen. aber manchmal kann auch schreiben in einer schwulen gruppe das eigene selbstbewusstsein stärken.

Eine Antwort zu “schreibpädagogik und sexuelle orientierung

  1. Das ausgerechnet in einem Blog mit dem Titel „Schreibpädagogik“ alles klein geschrieben ist, finde ich nicht gut.
    Die langen Fließtexte ohne Fotos in kleiner Schrift sind dadurch extrem leseunfreundlich.
    Viele Grüße, Svenja

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