Tagesarchiv: 12. Juli 2008

kreatives schreiben und krankheiten

 

es gibt eine menge erkrankungen, die das ganze eigene lebenskonzept durcheinanderbringen können. für viele chronisch erkrankte menschen ergibt sich daraus anfänglich das problem, sich und das eigene leben neu strukturieren zu müssen. es kann ein gefühl von ohnmacht oder hilflosigkeit entstehen (das muss natürlich nicht passieren).

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biografisches schreiben und schwule

unterscheiden sich die biografien von schwulen männern denn so gravierend von anderen männerbiografien, dass es dafür eine eigene schreibgruppe benötigt?

ja! vor allen dingen die biografien von älteren schwulen männern zeigen häufig brüche auf, die andere männer nicht erlebten. das beginnt mit der tatsache, dass im nationalsozialismus offen schwul lebende männer verfolgt wurden. als überbleibsel aus dieser zeit bewahrten sich die ddr und die brd den § 175, der homosexuelle handlungen unter strafe stellte. er wurde erst jahrzehnte später abgeschwächte und abermals jahrzehnte später abgeschafft. die ddr schaffte ihn schon in den 80er jahren ab, die brd, erst als westteil nach der wiedervereinigung.

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Biografisches und Kreatives Schreiben (Masterausbildung) – Eine Selbstdarstellung

Die Berliner Alice Salomon Hochschule bietet ab Herbst 2008 zum dritten Mal den Masterstudiengang Biografisches und Kreatives Schreiben an. Mit diesem Aufbaustudium reagiert die Hochschule auf das zunehmende Interesse der Sozial- und Kulturwissenschaften an individuellen Lebensgeschichten. Die Studierenden werden zu Trainern und Beratern für biografisches und kreatives Schreiben in unterschiedlichen beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Kontexten ausgebildet. Das Studium dauert vier Semester und schließt mit einer Masterarbeit ab. Es ist berufsbegleitend konzipiert, Wochenend-Präsenztermine (ca. 4 pro Semester) werden ergänzt durch internetvermittelte Lehr-Lern-Module. Der Abschlusstitel „Master in Biographic and Creative Writing“ ist verbunden mit dem Erwerb von 60 Credit Points.

 

Das Studienprogramm richtet sich an Interessenten mit einem sozial-, human- oder gesundheitswissenschaftlichen Hochschulabschluss. Die Absolventen lernen 

im Rahmen der Ausbildung Schreibbiografien von Individuen unterschiedlicher Ziel- und Berufsgruppen zu verstehen und werden befähigt zur Durchführung von kreativen und biografischen Schreibprojekten (Schreibwerkstätten) in der Gruppen- und Einzelbetreuung.

Dabei ist eine Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie und dem eigenen Schreibstil ebenso wichtig, wie die gezielte Aneignung pädagogisch-didaktischer Fähigkeiten in der Schreibgruppenleitung und Einzelbetreuung. Die Studierenden sollen eigene Forschungsinteressen im Bereich „Scheibpädagogik“ entwicklen und in ihre Handlungsfelder integrieren.

 

Die Kosten pro Semester betragen 1.200,- Euro. 

Bewerbungen sind noch möglich bis 1. September 2008.

 

Weitere Informationen: www.asfh-berlin.de (Masterstudiengänge) oder unter den Links hier im Blog zu finden.

Der Studiengang wird geleitet von Prof. Dr. Gerd Koch, fachliche Leitung durch Claus Mischon, Gastdozent, M.A.

P.S.

„Qualifikationen, die für eine Dienstleistungsgesellschaft typisch sind, etwa da Heilen, Helfen, Beraten und Spielen, müssten in den Bildungseinrichtungen die erste Rolle spielen, nicht so sehr die Qualifikationen der Industriewirtschaft: das Zählen, Wiegen und Messen. Die Zukunft der Arbeit liegt in den personennahen Dienstleistungen, die sich kombiniert marktförmig, gesellschaftlich und durch individuelle Vorlieben wecken und steuern lassen. Was spricht dagegen, dass anstelle der Herstellung und des Gebrauchs von Häusern, Kühlschränken und Autos nun das Interesse an kulturellen Diensten zur Grundlage eines eigenständigen marktwirtschaftlichen Kreislaufs wird.“

Friedhelm Hengsbach (bedeutender Sozial- und Wirtschaftsethiker), in; Diether Döring (Hg): Sozialstaat in der Globalisierung, Frankfurt/Main (es 2069) 1999, S. 50

schreibaufgabe (07)

menschen reden beständig mit anderen menschen. der vorteil besteht darin, ein soziales gefüge aufrecht zu erhalten. sich entweder gegenseitig zu bestätigen oder abzugrenzen. menschen führen diskurse, um sich neue meinungen zu bilden, um ideen auszutauschen und handlungen zu planen. oder menschen erstaunen sich gegenseitig im dialog.

davon handelt die nächste schreibaufgabe. es ist ein lebhafter dialog zwischen zwei oder mehreren menschen zu schreiben. das geschehen erschließt sich ausschließlich aus dem gespräch. doch das gespräch verläuft nicht geradlinig, an einer stelle bricht jemand mit den konventionen. also ist ein „dialog surprise“ zu verfassen. das kann ein alltagserlebnis sein, ein streit oder eine verhandlung, eine zugfahrt oder ein kneipenabend.

viel spaß beim plausch.

schreibaufgabe (05)

ein gegenstand ist meist nicht lebendig. doch wie der begriff suggerieren könnte, er leistet keinen widerstand, ist nicht gegen etwas, sondern steht eher in der gegend herum. ist gegen etwas gelehnt. wohnungen sind voller gegenstände. sie müssen gar nichts besonderes sein. ein gegenstand kann der pürrierstab sein, die kleine tonfigur im bücherregal, der pinkfarbene stift auf dem schreibtisch. wichtig ist nur, es sollte ein gegenstand sein, der ihnen nicht vollkommen gleichgültig ist. suchen sie sich in ihrer wohnung einen gegenstand aus. notieren sie zu diesem gegenstand zehn bis fünfzehn assoziationen. und verfassen sie dann einen liebesbrief an den gegenstand. der brief kann schmalzig sein, er kann auch nur eine ausführliche beschreibung des gegenstands sein oder es ist ein text nach dem motto „was ich dir schon immer einmal schreiben wollte“. sie sollten ihre persönliche beziehung zu dem gegenstand nutzen und sich nur ihm zuwenden. dafür können bis zu 500 wörter verwendet werden.

viel spaß beim vergegenständlichten schreiben!