schreibpädagogik und migrationshintergrund

 

kinder und jugendliche sind laut verschiedener untersuchungen die verlierer in unserem bildungssystem. anstatt ihre grundsituation zu verbessern wird häufig über die angemessene migration diskutiert. da viele menschen mit migrationshintergrund der deutschen sprache nicht vollständig mächtig sind, schließen sie sich gern selbst von angeboten, die mit schreiben zu tun haben, aus.

das ist schade, da sie mit großer wahrscheinlichkeit vieles aus einem anderen blickwinkel be“schreiben“ könnten. es gab schon einmal den versuch in berlin, eine schreibwerkstatt mit jugendlichen aus einem wohngebiet, in dem hauptsächlich menschen mit migrationshintergrund leben, durchzuführen. diese veranstaltung war sehr erfolgreich. denn es spielt beim kreativen schreiben erst einmal keine rolle, ob die grammatik eingehalten wurde oder ob die rechtschreibung korrekt ist. erst einmal geht es um den ausdruck der eigenen kreativität. und da können neologismen von migrantInnen eher eine auflockernde und umschreibende wirkung haben.

sicherlich wird es auch weiterhin schwierig sein, menschen aus anderen ländern in eine deutschsprachige schreibgruppe zu bekommen. auf der anderen seite bietet die schreibgruppe die möglichkeit die eigenen sprachkenntnisse der deutschen sprache zu erweitern und eventuell zweisprachige texte zu verfassen. ich habe diese erfahrung in meiner schreibgruppe mit einem teilnehmer aus england und einem aus den niederlanden gemacht. auch wenn die aussprache nicht immer korrekt war und auch wenn sie die thematiken der gruppe für zu deutsch befanden, ergab sich doch eine spannende kombination von verschiedenen texten und sichtweisen. die beiden hatten aus ihrer sicht keinen migrationshintergrund, aber der sollte in einer schreibgruppe nur eine nebenrolle spielen. wichtiger scheint mir da die bereitschaft miteinander ins schreiben zu kommen. denn das ein kreatives potential vorhanden ist, kann bei jedem menschen vorausgesetzt werden. es gibt ja den versuch über das rappen, eigentlich eine form von lyrik, jugendliche mit migrationshintergrund ausdrucksmöglichkeiten zu bieten. warum nicht auch über das kreative schreiben und die schreibpädagogik. es handelt sich dabei ja nicht um einen deutschunterricht.

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