biografisches schreiben und nachbarschaft

 

beinahe alles war hier schon thema, was bei der betrachtung der eigenen lebensgeschichte eines genaueren blicks gewürdigten werden kann. nur eines fehlt, wo bin ich eigentlich aufgewachsen? damit meine ich weniger das land oder den kontinent, sondern die nähere nachbarschaft. es kann sein, dass diese schon bei der frage nach guten freunden auftaucht, aber es kann auch das gegenteil der fall sein.

zumindest ergibt sich eine weitere große bandbreite, was man in seinem umfeld so alles erleben kann. mit welchen nachbarskindern hat man zusammen gespielt. wuchs man in ländlicher umgebung auf und musste immer auf dem hof helfen, was es erschwerte mit den anderen kindern zu spielen oder ist man in einer großstadt aufgewachsen und gehörte zu der gefürchteten jugendgang des kiezes? wieweit haben diese erfahrungen das eigene leben beeinflusst. es ist sicherlich was anderes, wenn ich in einem umfeld aufwachse, das mich erleben lässt, was armut bedeutet oder ob ich in einem umfeld aufwachse, in dem keine wünsche offen bleiben, doch dafür musste ich mit meinen eltern immer den wohnort wechseln und es war schwer jedesmal neue freundInnen zu finden.

abseits davon spielen auch landschaften und klima eine große rolle. wenn ich zum beispiel in einer recht einsamen gegen aufgewachsen bin, war es eventuell viel schwerer gute freunde zu treffen, wie wenn ich in einem vorort aufwuchs, in dem lauter andere kinder und jugendliche um mich herum wohnten und wir gemeinsam in die gleichen schulen gingen. auf der anderen seite, habe ich vielleicht einen ganz anderen bezug zur natur bekommen, wie großstadtkinder, die erst mit zwanzig jahren ihre erste kuh in live erleben.

einen blick auf diese bedingungen bis in die heutige zeit zu werfen, offenbart sicher noch einige weitere details der eigenen lebensgeschichte. erinnert man sich zum beispiel noch an die ersatzoma in der gleichen straße, die man immer besuchen konnte, wenn einem langweilig war und die einem, wie bei mir, teilweise das kochen der einheimischen gerichte beibrachte? oder an die nachbarin, vor der alle kinder angst hatten, weil sie einen buckel hatte und wir zu viel „hänsel und gretel“ gehört hatten? oder der bauernjunge auf dem schulweg, der groß und dick war und alle jungen schülerInnen immer erschreckte, damit sie ihn nicht hänseln, bis niemand mehr an dem hof vorbeigehen wollte? was war mit dem psychopathen im nachbarhaus, der irgendwann mit dem beil die eingangstür der wg zerschlug, da er eine verschwörung gegen sich witterte? geschichten über geschichten, die zum beispiel in ein bild vom jetzigen lebensumfeld münden können.

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