kreatives schreiben und tod

das klingt erst einmal, wie wenn die beiden aspekte nicht zusammenpassen könnten. wie soll man als mensch bei einem trauerfall noch an kreatives denken. und doch suchen viele einen ausdruck für den großen verlust, den sie erfahren haben. im ersten moment finden sie oft keine worte aber viele gedanken in sich vor. die möchte man mitteilen.

die hemmung andere menschen mit dem eigenen schmerz zu belasten ist bei vielen menschen recht groß. deshalb überlegen sie sich, wie sie den tod verarbeiten können.

doch nicht nur dieses, man kann sich dem tod auch schriftlich annähern, wenn man sich in einer lebensphase befindet, in der man sich vermehrt mit dem thema auseinandersetzt. sicherlich ist es ein heikles unterfangen eine schreibanregung zum thema tod zu geben. doch eigentlich ist das kreative schreiben genau für die themen, die menschen stark bewegen, eine gute möglichkeit, gedanken zu papier zu bringen und sich der situation bewusster zu werden.

in unserer gesellschaft wird der tod als ganz normales phänomen sehr an den rand gedrängt und ignoriert. wenn es dann passiert und es stirbt jemand im nahen umfeld, macht sich oft eine große hilflosigkeit breit mit der eigenen trauer umzugehen oder aber andere menschen in ihrer trauer zu unterstützen. aber auch beileid auszudrücken, vor allen dingen schriftliche und dabei die richtigen worte zu finden, ist für viele menschen beinahe unmöglich. so könnten in einer schreibgruppe sowohl beileidsbekundungen geschrieben werden, als auch eine rede, von der man möchte, dass sie am eigenen grab gehalten wird. wenn ich das schreibe, klingt das immer noch ein wenig makaber, aber die arbeit in der altenpflege hat eines klar gemacht, ignorieren und verdrängen hilft gar nichts. und so können wunderschöne texte in erinnerung an einen liebgewonnenen menschen entstehen. wieso dies unversucht lassen?

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2 Antworten zu “kreatives schreiben und tod

  1. Hallo, Christof,

    ich kann deine Gedanken völlig unterstützen. Nur zwei Anmerkungen:
    1. möchte ich es ergänzen durch den Aspekt ‚Schreiben allein‘. das meiner Erfahrung nach auch eine starke Wirkung als Verarbeitung, Trost etc. hat, und
    2. glaube ich, daß für das Schreiben zum Thema Tod in einer Gruppe die Schreibpädagogin auf jeden Fall eine grosse Professionalität haben sollte im Umgang mit Krisen, Emotionen etc. Das heisst auch: eigene Erfahrung.

    Es grüßt

    • hallo,

      ich finde es nicht automatisch notwendig, dass man zu allen themen, die einem in krisen begegnen können, eigene erfahrungen haben muss. dies führt meiner ansicht nach zu einem betroffenheitsdiskurs: betreuung und beratung darf nur von menschen erfolgen, die die gleiche problematik kennen. professionalität beinhaltet für mich auch, dass ich mich möglichst weit in situationen hineinversetzen kann, vollständig geht das sowieso nicht. aber ein mensch, der nicht die gleichen erfahrungen wie ein anderer gemacht hat, kann von außen manchmal sehr hilfreich sein, wohingegen der selbstbetroffene gern seine eigene weltsicht nahelegt.

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