Tagesarchiv: 29. Juli 2008

bloggen und zensur

hier wurde schon häufiger auf die macht der administratoren und der webhoster hingewiesen, die einfluss auf die eingaben im internet nehmen können. meist handelt es sich dabei um politische und diskriminierende entscheidungen bestimmte informationen zu unterdrücken. besonders beliebt ist dies in ländern, die weit entfernt von demokratischen strukturen sind. hier wird von allen technischen möglichkeiten gebrauch gemacht, um unliebsamen kritikern die möglichkeit der veröffentlichung im web zu nehmen.

denn einen vorteil hat das web gegenüber gedruckten kritischen haltungen, die veröffentlichung ist nur eine frage von sekunden und dadurch teilweise schwerer zurück zu verfolgen. außerdem muss man wissen, wo veröffentlicht wird. man kann zwar versuchen, jede leitung ins ausland zu blockieren, doch kabellose kommunikationstechniken erlauben auch eine ungebundene veröffentlichung.

also bleibt den staatsmachten nichts anderes übrig, als das netz zu durchkämmen nach offentsichtlicher kritik am eigenen system. und dann muss über die sendedaten ermittelt werden, wer wohl hinter diesen politischen botschaften steckt. um der kritiker herr zu werden, werden viele veröffentlichungen nach bestimmten begriffen gefiltert. die kommunikation wird überwacht. doch inzwischen kann dem begegnet werden. es gibt ein angebot im internet, dass es regimekritikern erlaubt, ihre nachrichten so zu verändern, dass sie über die textfilter nicht aufgespürt werden können. und zwar werden an einen anbieter die zu veröffentlichenden daten gesendet, die in kürzester zeit in ein bild verwandelt werden, das dann statt text hochgeladen wird. bilder sind aber von suchprogrammen erst einmal nur als bilder, eventuell mit einem namen versehen, erkennbar. somit verschwindet der inhalt der daten in einer einzigen pixelei.

das hat den vorteil, dass die zensur eigentlich gefordert ist, sich all die veröffentlichten bilder genauer anzuschauen. sicherlich wird inzwischen an programmen gearbeitet, die auch bilder lesen können und erkennen, wenn es sich bei den pixeln um buchstaben handelt, doch dies ist um einiges schwieriger. und die virtuelle kommunikation vollständig untersagen, kann sich heute fast kein land mehr leisten, möchte es sich nicht absolut der globalisierung verweigern.

zu finden ist solch eine pixelwerkstatt unter: http://www.picidae.net/

kreatives schreiben und der computer

der computer ist ein seltsames gerät. eigentlich schnurrt er vor sich hin, erfüllt alle aufgaben, die man ihm aufträgt und er wartet geduldig, bis die nächste aufgabe an ihn herangetragen wird. gekoppelt mit anderen geräten kann er drucken, surfen oder senden. doch er hinterlässt bei vielen von uns das gefühl, er sei eine maschine, die ein eigenleben führe. wie wenn er spüre, dass ein text besonders wichtig sei und um uns zu ärgern, hängt er sich just in diesem moment auf oder stürzt ab. abgesehen davon, dass dies in manchen betriebssystemen häufiger vorkommt als bei anderen, kann der computer eigentlich nichts dafür.

denn er ist ein werkzeug, wie der bleistift oder die schreibmaschine. so unverständlich es klingt, ist meist der mensch daran schuld, wenn daten verloren gehen. so hat entweder der programmierer mist gebaut oder der eingebende user hat das gerät überfordert. diese zwischenfälle können aber das kreative schreiben am computer zu einem ärgerlichen ereignis werden lassen. abseits der nutzungsmöglichkeiten des internets, ist dieses werkzeug ein wenig unhandlich. es kann nur als laptop transportiert werden und zwingt dazu, die entstandenen texte erst einmal auf einem bildschirm zu lesen.

aber der computer hat seine vorteile. so kann auf ihm, sollte das zehn-finger-schreibsystem beherrscht werden, schneller geschrieben werden, als mit der hand. texte können ohne große schmierereien verändert und korrigiert werden. das layouten kann ein druckfertiges wunderbares exemplar des eigenen textes vorbereiten. neben dem schreiben kann oft noch gleichzeitig im internet recherchiert werden. für schreibgruppen eignet sich das gerät eher weniger, schon da nach einer gewissen zeit die steckdosen, die den akku des laptops aufladen sollten, ausgehen. zum lesen drucken sich viele menschen weiterhin lieber den text auf dem papier aus, ebenso zum korrektur lesen, da die korrekturfunktionen als unbequem erlebt werden.

doch den kreativen prozessen steht am computer genauso wenig im wege wie bei einem blatt papier. fast alles, was auf dem papier entsteht, kann auch am computer entstehen. nur die handbewegungen sehen beim schreiben ein wenig anders aus. so fließt der text nicht aus den schwunghaften bewegungen des stiftes, sondern aus dem rhythmischen klackern der tastatur. und wenn es so heiß ist, wie zur zeit, dann kann der computer warm werden, das fällt dem stift schwerer.