biografisches schreiben und tradition

 

egal wo man aufwächst, man ist umgeben von traditionen, die sich die jeweilige kultur geschaffen hat. haben die traditionen doch meist etwas bindendes für das gemeinsame gefüge. betrachte ich meine eigene lebensgeschichte kann es von bedeutung sein, wieweit ich diese traditionen geschätzt oder mich ihnen verweigert habe. auch dieser aspekt hat meine eigene biografie beeinflusst.

bin ich zum beispiel schon als jugendlicher in den trachtenverein eingetreten und habe darüber halt im zusammenleben vor ort gefunden? oder war mir das bewahren von gewordenem zu eng und ich habe die traditionen ignoriert, sie sogar bekämpft, da sie mir eine form von spießigkeit darstellten, die die menschen nur in ihren freiheitsbewegungen beschränkt?

war mir die welt in der ich aufwuchs zu eng und es zog mich weit weg von der heimat und jetzt verbringe ich mein leben in einem ganz anderen sozialen kontext? oder bin ich geblieben und fühle mich weiterhin aufgehoben, weiß wo ich hingehöre? alles fragen, die es lohnt zu betrachten, wenn man im biografischen schreiben versucht seine wurzeln zu ergründen. dabei kann man vielleicht etliche brüche und widersprüche entdecken, die einen zurück zu den alten traditionen führen oder inzwischen mit meiner unterstützung neue traditionen begründen. gehen sie auf das stadtfest, das in ihrer momentanen heimat stattfindet? nehmen sie an bräuchen teil, die sie früher abgelehnt hätten. es gibt die unterstellung, dass menschen mit dem alter immer konservativer werden. so abwegig ist das nicht, da man ab einem bestimmten punkt gern das bewahren würde, was man sich geschaffen hat. zudem kann das beständige angehen gegen festgefahrenheiten sehr anstrengend werden. interessant an der eigenen lebensgeschichte kann es zum beispiel sein, ob man heute das gefühl hat, das zu leben, was man schon immer leben wollte oder gärt eine unzufriedenheit anhand der eigenen situation? hilfreich können in diesem zusammenhang zum beispiel alte tagebücher sein, denen man vielleicht mitgeteilt hat, wieweit man sich sein zukünftiges leben vorstellt. es kann aber auch hilfreich, sein mit alten freundInnen zu sprechen und sich zu erinnern wie die gemeinsamen träume aussahen. die auseinandersetzung damit kann schmerzhaft sein, hilft aber bei der aufschlüsselung der eigenen lebensgeschichte. und verursacht eventuell eine abermalig kehrtwende 😮

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