Tagesarchiv: 3. August 2008

landeplatzderengel – ein blogtipp

recht neu ist der blog von frank reifenberg und verspricht schon jetzt ein interessantes projekt zu werden. es ist ein buch erschienen „landeplatz der engel„. und der autor hat sich zur aufgabe gemacht, seinen schreibprozess und die entwicklung des buches noch einmal im nachhinein zu durchschreiten.

wie sahen die anfangsideen aus? woher kamen die inputs und wie entwickelte sich daraus ein output? dabei kann man spannende reflexionen über den eigenen schreibprozess lesen. und man findet schöne beispiele dafür, was anregend für das eigene schreiben sein kann.

(ich finde, einfluss hatte vor allen dingen auch „daktari“ auf die eigene entwicklung (um dies zu verstehen, muss der blog gelesen werden))

so entsteht im blog ein mix aus biografischem, ideensammlungen und entwicklung eines romans. anschaulicher lässt sich ein subjektiver schreibprozess kaum darstellen. auch wenn die einschränkung notwendig ist, es kann eine handlungsanweisung für nachahmer werden, aber die entwicklung von schreibprozessen ist oft sehr individuell. doch der autor selber hat überhaupt nicht den anspruch, wegweiser für andere zu sein, er will mit anderen ins gespräch über sein schreiben kommen. schöne idee. der blog ist zu finden unter: http://landeplatzderengel.wordpress.com/

web 2.0 und olympia und zensur (2)

 

langsam empört man sich über das verhalten chinas in bezug auf die pressefreiheit und die beschränkung des internetzugangs für journalisten. es geht anscheinend noch einen schritt weiter. die tageszeitungen im „deutschen haus“ werden vorher von der zensur überprüft und landen wahrscheinlich nicht auf dem tisch der delegation.

wolfgang schäuble, der minister, der ein gespaltenes verhältnis zum datenschutz hat, hat heute der frankfurter allgemeinen sonntagszeitung ein interview gegeben zur lage um die zensur in china. leider werden keine klaren aussagen bezüglich des verhaltens der zurückhaltenden sportfunktionäre getroffen. interessant ist die argumentationslinie. erst hat man gesagt, dass man china auch deshalb die olympiade ausrichten ließ, da man sich einen demokratischen schub für das land verspricht. doch als sich herausstellte, dass sich china eher verbarrikadiert, da betont man immer wieder, dass es sich bei der olympiade um eine sportliche veranstaltung und um keine politische handle.

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schreibidee (40)

endlich wieder ein wetter, in ruhe auf dem balkon zu sitzen. also soweit man das ruhe nennen kann, wenn man neben einer verbeamteten feuerwehrwache lebt, die vor allen dingen mit ihren freizeitvergnügungen zwischen den einsätzen einen konstanten lärmpegel verursacht (sonntags!!! 😮 ). doch dazu demnächst mehr hier.

also auf dem balkon sitzen und die natur um einen herum wuseln lassen. das kann ein anregendes schauspiel sein. nicht um der romantik zu einem comeback zu verhelfen, sondern um neben der beobachtung von menschen und ereignissen noch einen anderen blick auf die welt zu berücksichtigen. es passiert in der natur viel.

so kann man sich, sollte es in der nähe die möglichkeit geben, mit einer schreibgruppe an einen ruhigen ort (also nicht neben einer berliner feuerwache 😉 ) mitten in der natur begeben. das kann eine blühende wiese oder ein sonniges fleckchen im wald oder an einem seeufer sein. dort lässt man sich nieder und schweigt. ungefähr eine halbe stunde lang wird kein wort gewechselt. es wird nur beobachtet und alle teilnehmerInnen haben die aufgabe zu notieren, was ihnen so durch den kopf geht oder was sie beobachten. oft hängt ja auch beides zusammen.

um dies durchführen zu können, sollte man möglichst einen störungsfreien ort aussuchen. nach der halben stunde schauen sich alle ihre notizen noch einmal an und werden dann aufgefordert einen text innerhalb einer weiteren halben stunde zu verfassen. dabei können hinzukommende beobachtungen oder gedanken einbezogen werden. und anschließend findet eine lesung in der natur statt, wenn das wetter mitspielt.