web 2.0 und olympia und zensur (2)

 

langsam empört man sich über das verhalten chinas in bezug auf die pressefreiheit und die beschränkung des internetzugangs für journalisten. es geht anscheinend noch einen schritt weiter. die tageszeitungen im „deutschen haus“ werden vorher von der zensur überprüft und landen wahrscheinlich nicht auf dem tisch der delegation.

wolfgang schäuble, der minister, der ein gespaltenes verhältnis zum datenschutz hat, hat heute der frankfurter allgemeinen sonntagszeitung ein interview gegeben zur lage um die zensur in china. leider werden keine klaren aussagen bezüglich des verhaltens der zurückhaltenden sportfunktionäre getroffen. interessant ist die argumentationslinie. erst hat man gesagt, dass man china auch deshalb die olympiade ausrichten ließ, da man sich einen demokratischen schub für das land verspricht. doch als sich herausstellte, dass sich china eher verbarrikadiert, da betont man immer wieder, dass es sich bei der olympiade um eine sportliche veranstaltung und um keine politische handle.

oder wie herr schäuble in dem interview (hier zu finden) äußerte: „Ein solches Sportfest ist wichtig für die Region und für das Land. Es zeigt den Menschen, dass Bewegung gesund ist und Leistung glücklich macht.“ und eine frage weiter: „Sportler sind mündige Bürger. Sie können selbstbewusst ihre Meinung äußern – aber sie sind dazu nicht verpflichtet. Und natürlich müssen sie sich an die Regeln des Internationalen Olympischen Komitees halten. Ich werde mich zwar dafür einsetzen, dass man sie nicht kleinlich anwendet, etwa wenn jemand einen Wollfaden am Handgelenk trägt. Aber die Sportler sollten auch daran denken, dass es nicht sinnvoll wäre, sich die Erfolge jahrelanger Vorbereitung durch einen Regelverstoß zu zerstören.“

so viel zum thema, umgang mit diktaturen. schön ist die aussage des innenministers, dass deutschland sich mit der politisierung der spiele zurückhalten müsse, wegen der spiele von 1936. und ich bin immer davon ausgegangen, dass eine der folgen des dritten reiches, die wehrhafte demokratie sei. jetzt spielt die demokratie mit, da vier jahre training vorrang vor den menschenrechten hat. was ist eigentlich notwendig, bis diese demokratie friedliche konsequenzen zieht, und nicht bemüht ist, den ökonomischen vorteil nicht zu verlieren. denn einzig darum geht es bei der zurückhaltung in der kritik. sport interessiert doch niemanden in diesem zusammenhang.

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