schreibpädagogik und der anspruch von außen

 

immer wenn an ein wort der begriff „pädagogik“ angehängt wird, dann ist die erwartung hoch. denn die pädagogik soll es schon richten. ob in den schulen bei kindern und jugendlichen die gesellschaftlichen probleme bewältigen oder bei fortbildungen die schwierigkeiten des arbeitsmarktes lösen. die pädagogik als praktisch problemlösung. das wird an die pädagogik nicht nur herangetragen, sie befördert diese vorstellung auch. und so wie bei vielen lehrerInnen das sogenannte „burn-out-syndrom“ auftritt, so überfordert sich die pädagogik oft selbst.

aber abseits davon, ist es natürlich auch für viele praktisch, sich nicht selbst den problemen zu stellen, sondern von den lehrenden die lösung zu erwarten. also ist auch an die schreibpädagogik die erwartung enorm. soll sie doch dazu verhelfen prüfungsleistungen und abschlussarbeiten ohne großes federlesen über die runden zu bringen. daneben soll sie die lust am schreiben befördern, zur selbstreflexion beitragen. im sozialen bereich möchte sie möglichst bei der problemlösung unterstützend wirken. dann natürlich das kreative potential eines jeden und einer jeder offenlegen und unterstützen. und am liebsten noch erfolgreiche schriftstellerInnen gebären.

und dabei ist sie vorrangig die vermittlung von möglichkeiten, sich dem schreiben anzunähern. wieweit dies dann die einzelnen nutzen, was sie daraus machen und wieviel selbstdisziplin sie dabei an den tag legen, das kann die schreibpädagogik kaum beeinflussen.

geht man nun noch davon aus, dass menschen gern lernen, es also den ganzen erlebnispädagogischen motivations-schnickschnack gar nicht braucht, dann kann man schnell das außen überfordern. gehen doch viele menschen davon aus, dass wenn „pädagogik“ draufsteht, eine rundumversorgung und bemutterung inbegriffen ist. haben wir doch schon in der schule gelernt, dass andere uns sagen, was wichtig ist und was nicht. und das wichtige bringen sie uns bei.

doch haben wir nicht schon damals gelernt, dass sie oft schief liegen? die schreibpädagogik lebt, wie alle lehr-lern-verhältnisse von der rückmeldung und eigeninitiative der lernenden. wichtig ist nur, dass angebote gemacht werden. aber es muss nicht alles klappen. zum lernen gehört immer auch der misserfolg, die kritik und die auseinandersetzung. und dies ist in der schreibpädagogik nicht anders, nur ein wenig kreativer 😦

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