Tagesarchiv: 13. August 2008

schreibpädagogik und narzissmus

 

selbst“bewusstsein“ und selbst“liebe“ sind eine voraussetzung, sich mit seinen texten und geschichten an die öffentlichkeit zu wenden. wer nicht der überzeugung ist, dass etwas von den eigenen werken mitzuteilen ist, wird schwierigkeiten haben, sie auch überzeugend vorzutragen. deshalb ist der narzissmus bis zu einem gewissen grad bestandteil der schreibpädagogik. eitelkeit kann nicht schaden. die eigenschaft und verhaltensweise ist bei uns weiterhin negativ besetzt, da erziehung und gesellschaftsnorm gern den asketischen und demütigen menschen propagieren. wer von sich überzeugt ist, wird gern schnell und heftig kritisiert.

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schreibidee (43)

es wird viel zu wenig gelobt. mensch ergeht sich gern in kritik und selbstkritik, vor allen dingen in arbeitsverhältnissen. und sollte einmal gelobt werden, dann spielen die gelobten dies gern herunter. also ist es an der zeit ein unausweichliches lob zu formulieren.

die teilnehmerInnen von schreibgruppen sollten, eventuell per cluster oder anderen assoziationsübungen, für sich einen gegenstand, eine person oder einen text auswählen, die sie loben wollen. ist dies erfolgt, ist es an der zeit eine lobeshymne zu verfassen. hier kann variiert werden zwischen einer sich reimenden hymne oder einer oscar-verdächtigen laudatio. wichtig ist nur, es darf übertrieben werden, sollte sich aber gleichzeitig am lobesobjekt orientieren.

wenn nach ungefähr einer halben stunde die texte verfasst sind, ist es an der zeit, sie angemessen vorzutragen. ideal wäre in diesem zusammenhang ein stehpult auf einer bühne. sollte dergleichen nicht zur verfügung stehen, bieten sich ein stehtisch für empfänge in einer zimmerecke an. auch der vortrag der lobeshymne sollte vom tonfall und von der melodie her, einem weihevollen moment nahekommen.

abgewandelt besteht auch die möglichkeit, eine lobeshymne auf einen eigenen text schreiben zu lassen. denn eigenlob stinkt nicht, wird es doch viel zu selten angewendet.

mein persönliches wort-wendungs-ranking (4)

manchmal braucht man nicht lange zu warten, bis einem wieder formulierungen über den weg laufen, die entweder freude verursachen oder ekel hervorrufen. hier die nächste ganz persönliche ranking-liste:

1. „die stufen rufen“ – wieder eine dieser unsäglich pädagogischen „Gesundheit“serziehungsmaßnahmen, die meinen körper verändern sollen. dieses mal von der berliner charite: http://www.champ-info.de/die_stufen_rufen/ (siehe 2.).

2. „10 000 schritte im land der ideen“ – schon das „land der ideen“ grenzte an verblödung, jetzt aber noch „gesunde“ bewegung in schritten zu zählen und das als idee zu verkaufen, lässt die erfindung des rades blass erscheinen.

3. „getränkegeprägte kleingastronomie“ – das bundesverfassungsgericht zur eckkneipe. die folge: salatgeprägte kleingastronomie = der vegetarische imbiss, kartoffelgeprägte kleingastronomie = pommesbude, hackgeprägte kleingastronomie = mac donalds, burger king und „buletten-babsi“, würstchengeprägte kleingastronomie = Bratmaxe, käsegeprägte kleingastronomie = die alm…

4. „werden sie fugen-pate – zusammenhalt für die gedächtniskirche“ – was gott trennt soll der mensch nicht zusammenfugen.

5. „l´ost forever“ – die volksbühne war doch noch zu sehen, sie verschwand nicht mit dem bonmot

6. „hallo deutschland“ – muss umbenannt werden, da die sendung ausschließlich aus berichten über tod, mord und amok besteht, in: „hallo? deutschland!

7. „jetzt geh ich mich noch überzuckern“ – wirklich süß, wie man zu aufhübschen auch noch sagen kann.

8. „christlicher plakatdienst“ – für teuflische werbung in den u-bahnhöfen im besitz der familie „von der mark“, haben noch nicht auf euro umgestellt.

9. „christoff umstandsmode“ – fand sich bei google als werbung als ich nach dem eigenen namen suchte

10, „strumpfhoden“ – wohin ein tippfehler führen kann.

 

na dann mal gesund, gläubig und gut verfugt nach weiteren ranking-kandidaten suchen.