schreibpädagogik und narzissmus

 

selbst“bewusstsein“ und selbst“liebe“ sind eine voraussetzung, sich mit seinen texten und geschichten an die öffentlichkeit zu wenden. wer nicht der überzeugung ist, dass etwas von den eigenen werken mitzuteilen ist, wird schwierigkeiten haben, sie auch überzeugend vorzutragen. deshalb ist der narzissmus bis zu einem gewissen grad bestandteil der schreibpädagogik. eitelkeit kann nicht schaden. die eigenschaft und verhaltensweise ist bei uns weiterhin negativ besetzt, da erziehung und gesellschaftsnorm gern den asketischen und demütigen menschen propagieren. wer von sich überzeugt ist, wird gern schnell und heftig kritisiert.

aber selbstüberzeugung kann schnell kippen. feststellbar ist dies vor allen dingen bei personen, die sich in öffentlichen, mächtigen und sehr gut bezahlten position befinden. nicht selten entsteht eine form von größenwahn und arroganz, die von einer extremen selbstliebe zeugen. das faszinierende an dieser verhaltensweise ist es, dass im hintergrund nicht selbstbewusstsein der auslöser ist, sondern genau das gegenteil, meist ein minderwertigkeitskomplex. der zur schau getragene narzissmus resultiert dabei aus der überlegung, nur mit einer überhöhung des eigenen auftretens, sich vor verletzungen durch andere schützen zu können.

da dieses verhalten viele menschen vor den kopf stösst, werden arroganz und größenwahn im laufe der zeit weiter gesteigert, denn die verletzungen sind nicht zu verhindern. das führt zu einem kreislauf, der sich beständig steigert. und im laufe der zeit dient der narzissmus der bestätigung, da sie von außen kaum mehr erfahren wird. zu durchbrechen ist dieser kreislauf nur durch die tatsache, realistisch in der eigenen bewertung zu werden. auch hier ist vorsicht angeraten, die selbstkritik nicht zu übertreiben, also sich auf die suche nach dem goldenen mittelweg zu begeben.

gerade in schreibgruppen ist man meist mit beiden seiten konfrontiert. das ego zu bewahren und sich selbst zu überhöhen oder sich selbst so zu vernichten, dass kaum texte entstehen können. echte selbstliebe muss sich nicht unbedingt von anderen abgrenzen, sondern stellt auch anderen menschen zuwendung zur verfügung, ohne überlegenheit zu demonstrieren. das schreiben kann diese haltung befördern, das selbstgeschaffenes positive rückmeldungen erfährt. dabei muss aber die bereitschaft bestehen, dieses lob und diese komplimente auch anzunehmen.

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