blog zu hiv

es gibt den versuch eine infektion mit hiv in einem blog zu protokollieren. ein sicherlich nicht ganz einfaches unterfangen, da sich die beschäftigung mit erkrankungen oder infektionen im internet immer im laufe der zeit etwas recht persönliches bekommt.

dabei kann sich aber noch eine ganz andere schwierigkeit ergeben. man wird immer wieder an den körperlichen zustand erinnert, auch wenn sich gerade einmal die situation stabilisiert hat und bei hiv die viruslast unter die nachweisgrenze gefallen ist. aus der tätigkeit in einer beratungsstelle zu hiv ist mir die aussage positiver bekannt, dass sie eigentlich ein ganz normales leben führen könnten, wenn sie die medikamenten-einnahme in der kombinationstherapie nicht jeden tag daran erinnern würde, dass da etwas sei.

auf der anderen seite ist dies aber bei blutdrucksenkenden mitteln auch nichts anderes. hier spielt sicherlich bei hiv noch mit, dass das unangenehme eigentlich an der übertragungsmöglichkeit durch sex liegt. also die koppelung von etwas sehr angenehmem mit unangenehmem. um so mutiger und aufklärerischer ist es, eine eigene hiv-infektion im internet darzustellen. ist diese infektion doch auch immer noch stigmatisiert. zu finden ist der blog unter: http://posithiv.wordpress.com/

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2 Antworten zu “blog zu hiv

  1. hallo christof

    ich finde die idee – diese art der auseinandersetzung mit einer lebenseinschneidenden situation aus mehreren gründen sehr gut.

    jede auseinandersetzung mit einem thema – gleichgültig ob man pers-direkt oder von etwas indirekt betroffen wird zwingt zur konfrontation. in diesem fall mit sich selbst – seinen ängsten und gefühlen, seinen zweifeln, seiner unsicherheit usw. und – das ist imo das wichtigste – die auseinandersetzung – fokussierung über den weg des schreibens zwingt – führt zur klarheit.

    mit der zeit wird – kann hiv für einen selbst „normal“ werden.

    bzgl der aussenwirkung – diese auseinandersetzung öffentlich in einem blog zu leben stimme ich dir zu.

    gruß dennis

  2. hallo dennis,

    ich teile deine position nicht ganz. schreiben kann für manche menschen eine möglichkeit sein, sich klarheit zu verschaffen. ich finde aber nicht, dass es zu klarheit führen muss, es kann. schreiben kann genauso eine flucht in eine andere welt sein, wie sonstige beschäftigungen. schreiben führt mich nicht automatisch in eine auseinandersetzung mit mir selbst und den umständen. aber es spricht auch in vielen zusammenhängen nichts gegen eine flucht, gegen verdrängen (hier nicht nur auf hiv bezogen). denn verdrängen ist auch eine form von selbstschutz.
    absolut stimme ich zu, dass hiv für einen selbst „normal“ werden kann. das ist zu wünschen und zu hoffen. da hiv immer mehr die form einer chronischen infektion annimmt aufgrund der medizinischen entwicklungen ist diese normalität für die lebensgestaltung auch hilfreich. man sollte sich nur nicht unter druck setzen eine normalität erreichen zu wollen, wenn es sich nicht so anfühlt. und auseinandersetzung mit sich selbst kann selten schaden.

    gruß christof

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